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Bergbericht - So wird´s am Wochenende

4. bis 6. Januar 2019

03.01.2019, 14:45 Uhr

Nach einem vergleichsweise milden Jahreswechsel stehen alle Zeichen zum kommenden Dreikönigswochende auf Winter. Dementsprechend hat der erste Bergbericht 2019 vor allem in den Ostalpen viel Neuschnee im Gepäck.

Lawinensituation

Von allen deutschsprachigen Lawinenlageberichten wurde für Donnerstag verbreitet die Lawinenstufe drei ausgegeben. Im Verwall, in den Lechtaler Alpen, im Osten der Bayerischen Alpen sowie sehr verbreitet im Bundesland Salzburg herrschte sogar heute schon eine große Lawinengefahr.
Das Hauptproblem sind umfangreiche Triebschneeansammlungen. Bereits bei geringer Zusatzbelastung, zum Beispiel durch einen einzelnen Skifahrer, ist die Auslösung meist mittelgroßer Schneebrettlawinen wahrscheinlich. Die Gefahrenstellen befinden sich vor allem in Bereichen frischer Triebschneeansammlungen, vorwiegend im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nord über Ost bis Süd sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden aller Hangrichtungen.
Am Wochenende kann sich die Lawinengefahr mit kräftigem Neuschnee und Wind vor allem in den Ostalpen weiter verschärfen.

 

Schneesituation

Direkt am Bayerischen Alpenrand sind die Schneehöhen noch recht unterschiedlich. Während in den Ammergauer Alpen und in den Münchner Hausbergen Skitouren nur bei möglichst hohem Ausgangspunkt möglich sind, liegt im Allgäu und im Osten der Bayerischen Alpen deutlich mehr Schnee. Dort sind in der letzten Nacht weitere 30 bis 50 cm Neuschnee gefallen. Im übrigen Bayerischen Alpenraum waren es 10 bis 30cm.
In den Nördlichen Kalkalpen sind die Verhältnisse mittlerweile recht passsabel, wobei auch hier gerade Karwendel und Wetterstein noch recht wenig Schnee abbekommen haben, wohingegen die Lechtaler Alpen und die Arlbergregion gute Schneehöhen aufweisen.
Am Alpenhauptkamm liegt nach wie vor in der Schweiz und in den Ötztaler Alpen besonders viel Schnee. Dort werden beispielsweise am Rettenbachferner derzeit stolze 328 cm gemessen.
In den nächsten Tagen werden sich die Schnnehöhen weiter erhöhen, was uns zum Wetterbereicht bringt.

 

Wochenendwetter

In der Nacht zum Freitag nähert sich eine Front mit weiteren Schneefällen. Bis Samstagfrüh werden zwischen Karwendel und den Hohen Tauern 30 bis 60 cm Neuschnee erwartet. Nach Westen und Süden hin sind die Neuschneemengen geringer. Begleitet werden die Schneefälle weiterhin von stürmischen Winde. Abseits des Hauptkammes greifen nur vereinzelt ein paar Schneeschauer auf den Süden über. Die Temperatur auf 2000 m liegt bei -10°C.
Am Samstag nähert sich von Norden eine Warmfront, die anhaltenden Starkschneefall bis zum Sonntag bringt. Betroffen von massiven Neuschneemengen und starkem Wind sind wieder die Zillertaler Alpen, Hohe Tauern, Totes Gebirge und Dachsteinregion. Auf der Alpensüdseite lockert der Wind die Wolken zeitweise auf und es greifen nur ein paar Schneeschauer über.
In den Westalpen ist das Wetter in den kommenden Tagen deutlich besser. Dort werden dichte Wolken und Schnefall nur in den östlichen Berner Alpen, in den Glarner Alpen und allgemein im Osten Graubündens erwartet.

 

Fazit

In den kommenden Tagen muss man sich hinsichtlich der Lawinengefahr äußerst defensiv verhalten. Deswegen kommen in den Ostalpen nur vergleichsweise sichere Skitouren im Waldbereich in Frage. Als Tour der Woche empfehlen wir daher den Schnippenkopf in den Allgäuer Voralpen.
Wer für ein verlängertes Wochenende Skitouren unternehmen möchte, kann sich wiederum in Richtung Schweiz orientieren, wo zum Beispiel in den Adula Alpen (südlich des Vorderrheintals) ausreichend Schnee, eine moderate Lawinengefahr und auch passables Bergwetter zu erwarten ist. Dennoch muss man sich auch dort vor Ort genau über die aktuelle Lawinensituation erkundigen und seine Tourenauswahl entsprechend anpassen.

 

Tour der Woche: Schnippenkopf

4. bis 6. Januar 2019

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Da in den kommenden Tagen mit einer angespannten Lawinensituation zu rechnen ist (siehe Bergbericht), sollte man höchstens Skitouren im vergleichsweise sicheren Waldbereich anvisieren. Eine solche führt östlich des Illertals von Reichenbach über die Gaisalpe auf den Schnippenkopf. Allerdings muss man oberhalb der Falkenalpe darauf achten, immer auf dem zum Gipfel hinaufziehenden Südwestrücken zu bleiben und sollte sich bei heiklen Verhältnisen auch bei der Abfahrt nicht dazu verleiten lassen, in die südlich davon gelegenen Hänge einzufahren.   Da am Wochenende keine weiten Aussichten, dafür aber starke Schneefälle zu erwarten sind, ist die am Weg liegende Gaisalpe der ideale Ort für eine warme Einkehr auf der Abfahrt. Unterhalb der urigen Bergwirtschaft teilt man sich die Abfahrt mit Rodelfahrern und muss sich entsprechend vorsichtig verhalten.   Und sollte sich die Lawinengefahr am Wochenende vor Ort auf Stufe Vier erhöhen, ist der nördlich benachbarte Sonnenkopf (siehe unten) eine sicherere Alternative.   Gerade jetzt wäre es wieder interessant für die Touren-Community, welche Bedingungen Sie vorgefunden haben. Lassen Sie die Community daran teilhaben und posten Sie eine aktuelle Bedingung - am besten direkt zur Tour. Dauert nicht lange und viele Tourenfreunde freuen sich über die Information!