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Tote Bäume: Wegenetz im Nationalpark Sächsische Schweiz bedroht

Sächsischer Bergsteigerbund fordert gemeinsames Handeln

12.05.2021, 12:25 Uhr

Mit einem Brief hat sich der Sächsische Bergsteigerbund (SBB), Sektion des Deutschen Alpenvereins, an den Ministerpräsidenten von Sachsen, Michael Kretschmer, gewandt. Anlass ist das derzeit stark eingeschränkte Wanderwegenetz im Nationalpark Sächsische Schweiz.

Tote Bäume, unpassierbare Wege

Nach zwei Dürrejahren sind viele Bäume, vor allem Fichten, im Nationalpark Sächsische Schweiz sehr geschwächt und inzwischen großflächig vom Borkenkäfer befallen. Hunderte Stämme sind bereits über die Wege gefallen und haben diese unpassierbar machen. Bisher sind etwa 40 Kilometer markierte Wanderwege betroffen, hinzu kommen etwa 50 Kilometer unmarkierte Wege, so die Bestandsaufnahme. Weitere Einschränkungen werden befürchtet. 

 

Die aktuelle Strategie der Nationalparkverwaltung sieht aus naturschutzfachlichen und arbeitsschutzrechtlichen Gründen ein punktuelles Freisägen der Wege erst ab Herbst 2021 vor.

 

Der SBB indes plädiert auf ein vorsorgliches und geplantes Freischneiden – viele Kilometer an Wegen könnten so vor der Unpassierbarkeit gerettet werden, so die Argumentation. Deshalb haben Mitglieder des SBB und der IG Stiegenfreunde die bedrohten Wanderwege ehrenamtlich geprüft, dokumentiert und einen Stufenplan erstellt. Dieser Stufenplan des SBB wurde sowohl der Nationalparkverwaltung als auch dem sächsischen Umweltministerium vorgetragen und übergeben. Bisher ohne die erhofften Ergebnisse.  

 

Diskussionsbedarf

Der SBB sieht die Strategie der Nationalparkverwaltung für diskussionsbedürftig. Historisch hat die Sächsische Schweiz für Touristen, Wanderer und Bergsteiger eine große Bedeutung. Mit mehr als 1.100 freistehenden Felsen ist das Elbsandsteingebirge eines der ältesten deutschen Klettergebiete.

 

Unterstützt wird das Anliegen des SBB vom Landesverband Sachsen des DAV sowie von Vertretern verschiedener Gemeinden und Tourismusverbände der Sächsischen Schweiz.

 

Das Wanderwegenetz wird seit 22 Jahren in der beim sächsischen Umweltministerium angesiedelten Arbeitsgruppe Wegekonzeption Sächsische Schweiz (AG Wege) abgestimmt, die Bergsportverbände sind seit jeher vertreten. Der SBB betont, dass sich die gemeinsame Arbeit in der AG Wege immer bewährt hat und viel für den Erhalt und das Miteinander von Naturschutz, Erholung und Bergsport im Nationalpark erreichen konnte. Alle Partner sollten auch jetzt wieder zu einem gemeinsamen und der kritischen Situation angemessenem Handeln zurückfinden.

 

Weitere Informationen beim Sächsischen Bergsteigerbund.