logo-dav-116x55px

Weniger tödliche Unfälle in Schweizer Bergen

Bergnotfallstatistik 2019 veröffentlicht

09.03.2020, 14:33 Uhr

Im vergangenen Jahr sind in den Bergen der Schweiz weniger Menschen verunglückt als im Jahr davor. Auch die Notfälle gingen insgesamt etwas zurück.

Wie die jüngste statistische Auswertung in der Schweiz zeigt, ist die Zahl der Todesfälle mit 177 deutlich tiefer als die des Vorjahres. 2018 verunglückten im Schweizer Alpenraum 207 Personen. Die häufigste Todesursache war nach wie vor ein Sturz oder Absturz. Die Bergrettungsorganisationen rückten im letzten Jahr 2909-mal aus, um Personen in den Bergen zu Hilfe zu kommen. Darunter befanden sich auch viele unverletzte oder erkrankte Bergsportler. Damit mussten in 2019 rund 10 Prozent weniger Personen geborgen werden als 2018. Damals wurden die Retterinnen und Retter 3211-mal gerufen.

 

Blockierung zweithäufigster Rettungsgrund

Die tödlich verunglückten Personen in 2019 übten folgende Bergsportarten aus:

  • Bergwandern 54 (2018: 57)
  • Skitouren 27 (2018: 34)
  • Hochtouren 18 (2018: 21)
  • Klettern 4 (2018: 6)
  • Anderes 17 (2018: 17)

995 Personen konnten im letzten Jahr gesund oder nur leicht verletzt gerettet werden. Dabei zeigt sich, dass die Zahl der wegen Blockierung geretteten sogar höher als 2018 und der zweithäufigste Rettungsgrund ist. Als Blockierung gelten Notfälle, bei denen Bersportler aus Erschöpfung, Überforderung oder anderen Problemen nicht mehr in der Lage sind, selbständig ihre Tour fortzführen. Diese Erkenntnis deckt sich auch mit der letzten Bergunfallstatistik des DAV. Bei den klassischen Bergsportarten, mit Ausnahme des Kletterns, ereigneten sich in 2019 insgesamt weniger Notfälle als im Vorjahr.

 

Weniger Menschen in den Bergen unterwegs?

Zum Teil kann der Rückgang der Zahlen auch auf das unterschiedliche Wetter zurückgeführt werden. Das Jahr 2019 war in der Schweiz zwar ähnlich wie 2018 geprägt durch einen schneereichen Winter, anhaltende Hitze im Sommer, sonnenreiche Herbsttage und große Schneemengen am Jahresende. Allerdings waren die Hitzeperioden weniger lang und der Sommer weniger trocken als im Vorjahr. Aus diesem Grund waren schätzungsweise etwas weniger Menschen in den Schweizer Bergen unterwegs.

 

Die Zahlen der Bergnotfallstatistik 2019 basieren auf den Daten der Bergrettungsorganisationen REGA, ARS, der kantonalen Walliser Bergrettungsorganisation KWRO und weiterer Institutionen.