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Weniger Lawinentote

Winter-Unfallstatistiken aus Österreich und der Schweiz

08.05.2020, 09:48 Uhr

Für den Winter 2019/2020 zeigen aktuelle Unfallstatistiken, dass die Zahl der Lawinenopfer sowohl in Österreich als auch in der Schweiz außergewöhnlich niedrig war. Eine Rolle bei dieser Entwicklung spielten das Wetter und zuletzt Corona.

Erst Schneerekorde, dann Wärme

Nicht nur für Sportler:innen ist ein Winter dann gut, wenn er viel Schnee mit sich bringt. Insofern war der Winterbeginn vielversprechend mit frühen Rekordschneefällen. Was folgte, waren sehr warme Monate. So wurde für die Schweiz die zweitwärmste Periode seit Messbeginn 1864 aufgezeichnet. Mehrfach regnete es bis auf über 2.000 Meter, die Schneedecke konnte vielerorts kaum anwachsen.

 

Zwar gab der Winter Anfang März in einigen Regionen ein Comeback, doch die Skisaison kam mit der Corona-Pandemie Mitte März in der Schweiz und alpenweit zu einem abrupten Ende.

 

Geringe Zahl der Lawinentoten

In der Schweiz starben im Winter 2019/2020 insgesamt fünf Personen in Lawinen. Dies ist der tiefste Wert seit dem Winter 1959/60, die Zahl liegt auch weit unter dem langjährigen Mittel von 18 Todesopfern bis Ende März.

 

In Österreich sind derweil 13 Menschen in Lawinen ums Leben gekommen. Auch diese Zahl liegt unter dem Mittel von 21 Toten je Wintersaison.

 

Deutlicher Corona-Effekt bei Pisten- und Skitourenunfällen

Nachdem sich zunächst die Wettersituation und eine günstige Lawinensituation positiv auf die – geringe – Zahl der Lawinentoten auswirkte, ist ab Mitte März der Corona-Effekt zu benennen: Bergsport war ab dann drastisch eingeschränkt oder ganz verboten.

 

In Österreich, wo die Alpine Unfallstatistik alle im alpinen Raum Verunfallten erfasst, sind in der Zeit der Ausgangssperre zwischen dem 15. März und 19. April noch 112 Alpinunfälle passiert (langjähriges Mittel in diesem Zeitraum bei 702 Unfällen).

 

Besonders deutlich wird der Effekt am Beispiel der Pisten- und Skitourenunfälle: es gab noch acht derartige Unfälle. Im Vorjahres-Vergleichszeitraum ereigneten sich 458, im zehnjährigen Mittel 413 Pisten- und Skitourenunfälle.

 

Hintergrund

Die Analysen der Schweizer Lawinenschäden führt das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) durch, das zur eidgenössischen Forschungsanstalt WSL gehört.

 

Die Alpine Unfallstatik in Österreich legen das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit, die Alpinpolizei und der Bergrettungsdienst gemeinsam vor.