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Weniger Notfälle und tödliche Unfälle

18.03.2018, 13:49 Uhr

Der Schweizer Alpen-Club SAC hat die Notfälle des zurückliegenden Bergjahres analysiert: Demnach sind 2017 in den Schweizer Alpen und im Jura 2.712 Personen in eine Notlage geraten und mussten von der Bergrettung gerettet oder geborgen werden. Beim klassischen Bergsport sind 103 Menschen tödlich verunfallt – acht Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Notfälle im klassischen Bergsport zurückgegangen

Zu den 2.712 Personen zählt der SAC auch die unverletzt Geretteten oder Erkrankten; zum klassischen Bergsport zählen in dieser Statistik Sportarten, zu denen kein Transportgerät – wie beispielsweise Gleitschirm oder Base-Jumping-Suite – verwendet werden.

Die SAC-Bilanz zeigt im Vergleich zum Vorjahr kleinere Zahlen und damit ein insgesamt positives Bild; gegenüber 2016 ist die Zahl der in einen Notfall geratenen um vier Prozent zurückgegangen.

 

Bergwanderer lösten mehr Notfall-Einsätze aus

Bei den klassischen Bergsportarten waren nur beim Bergwandern mit 1.237 Beteiligten (gegenüber 1.195 im Vorjahr) mehr Notfälle zu verzeichnen; bei allen anderen klassischen Bergsportarten waren die erfassten Notfälle rückläufig.

 

Die Ursachen hierfür erscheinen vielfältig: Der Felssturz mit dem resultierenden Murgang im Val Bondasca im Bergell mit allein acht Toten hat deutlich zur Bilanz beigetragen. 

 

Unabhängig davon sind – anders als bei anderen Sportarten – viele Bergwanderer auch bei wechselhaften Bedingungen unterwegs. Andererseits können auf exponierten Wegen schon kleine Unachtsamkeiten zum Stolpern und einem Absturz führen; besonders bei älteren Menschen, deren Reaktionsvermögen nachlässt: 2017 war mehr als die Hälfte aller tödlich abgestürzten Bergwanderer über 60 Jahre alt.

 

Häufigste Todes-Ursachen

Die mit Abstand häufigste Ursache für tödliche Unfälle war ein Sturz oder Absturz mit insgesamt 68 Opfern.

 

Deutlich weniger Bergtote gab es mit 14 Personen durch Lawinen, weitere Personen starben infolge von Stein- oder Blitzschlag, durch Gletscherspaltensturz, Verirren oder Tiereinwirkung.

 

Risiko Alleinwandern

Auf ein Detail weisen die SAC-Statistiker besonders hin: 2017 lag der Anteil der Alleingänger, welche beim Bergwandern tödlich verunfallten, bei 52 Prozent.

Wer aus einem triftigen Grund allein eine Bergwanderung unternimmt, sollte Vorkehrungen treffen, wozu u.a. nach SAC-Empfehlung eine besonders sorgfältige Planung, ein vollständig aufgeladenes Mobiltelefon und das rechtzeitige Umkehren bei ungünstigen Wetterumschwüngen zählt.

 

Insgesamt günstige Bilanz im Wetter begründet

Eine Begründung für die im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt günstige Bilanz vermutet der SAC im Wetter: Der ausgesprochen schneearme Winter von Januar bis April führte zu generell reduzierten Tourenaktivitäten. Der Hochsommer wiederum war sehr wechselhaft, auch dies dürfte nach der Analyse zu weniger Touren und in der Folge weniger Notfällen geführt haben.

 

Weitere Details zur SAC-Studie hier.