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Gefahren am Berg: Lawinen im Grünen und Spaltenstürze

15.04.2019, 10:08 Uhr

Das Österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit warnt vor zwei aktuellen Gefahren am Berg, die oftmals unterschätzt werden.

Vorsicht bei Gräben, Rinnen und Bachläufen

Noch sind die Berge weiß. Wer jedoch jetzt in schneefreien Tälern des Hochgebirges unterwegs ist, ist auch hier Gefahren ausgesetzt. Denn es ist möglich, dass Lawinen bis in die Tallagen vorstoßen und Wanderer, Mountainbiker und Erholungssuchende in der grünen Landschaft verschütten. Dies könne auch dort passieren, „wo man absolut nicht damit rechnet, da die Lawinengefahr gedanklich weit weg und augenscheinlich nicht mehr präsent ist“, so das Österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit. Die Gefahr hat sich durch die kürzlichen Neuschneefälle und die zunehmende Durchfeuchtung der Schneedecke noch verstärkt. Besonders bei Gräben, Rinnen, Bachläufen etc. sei Vorsicht geboten. Denn dies sind potentielle Lawinensturzbahnen. Hier können ein prüfender Blick nach oben und ein rasches Queren helfen, so Karl Gabl, Präsident des Kuratoriums.

 

Spaltenstürze enden meist tödlich

Die Skihochtouren-Saison ist voll im Gange. Nach den reichlichen Schneefällen in diesem Winter darf bei der Querung von Gletschern die Gefahr von Spaltenstürzen jedoch nicht unterschätzt werden. Dabei muss auch die tageszeitliche Erwärmung dringend beachtet werden. Im Laufe des Tages schwächt die Temperatur die Schneedecke und die Gefahr einzubrechen steigt rapide an.

Ein Blick auf die Unfallstatistik macht deutlich, dass Spaltenstürze meist tödlich enden, wenn die Tourengeher ohne Seilsicherung unterwegs sind. Nur ein konsequentes „Gehen am langen Seil“ könne diese Gefahr bannen, so Karl Gabl. In den Kursen der alpinen Vereinen kann der sichere Umgang mit der Gletscher-Ausrüstung erlernt werden.