DAV-Logo-freigestellt

bergundsteigen #109 erschienen

30.01.2020, 09:50 Uhr

In der Winterausgabe 2020 finden Sie Artikel zum 20. Geburtstag der ÖAV-Lawinen-Entscheidungsstrategie Stop or Go, zum Arbeitsalltag von Sachverständigen und Alpinpolizistinnen nach einem Bergunfall, zum Recht auf Rettung aber auch zum Recht auf Bergsteigen, über das Klettern an Grill-Routen im Sacretal, zur Entwicklung des Steilwandskifahrens in den Alpen, wie man mit einem E-Problem nach einem Skisturz umgeht, warum sich die Alu-Rettungsdecke auch als UV-Schutz eignet und über aktuelle Erkenntnisse zur Schnittfestigkeit von Bergseilen.

20 Jahre Stop or Go

Im Herbst 1999 präsentierten die Bergführer Robert Purtscheller († 2004) und Michael Larcher in bergundsteigen mit „Stop or Go“ ein Entscheidungs- und Handlungskonzept für Touren im freien Skiraum. Auslöser war Werner Munter, der 1997 mit „3×3 Lawinen – Entscheiden in komplexen Situationen“ die Reduktionsmethoden einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt hatte. 20 Jahre später ist Stop or Go, neben der Vermittlung analytischer Methoden im Rahmen der ÖAV-Akademie, noch immer das Herzstück im Ausbildungskonzept des Alpenvereins und damit das bekannteste und am häufigsten verwendete Ausbildungskonzept in der Lawinenausbildung in Österreich. 

 

Recht auf Bergrettung

In diesem Artikel werden zwei Unfallbeispiele beschrieben, die zwei unterschiedliche Entscheidungen der Einsatzleitung zur Folge hatten. Risikomanagement ist bei der Bergwacht gefordert – aber bisweilen im Zielkonflikt, einerseits Leben zu retten und andererseits die Einsatzkräfte vor erheblichen unmittelbaren Gefahren zu schützen. Gesellschaftliche Realität ist, dass der Bergsport boomt, die Einsatzzahlen bei den Sommer-Sportarten in Bayern signifikant steigen, die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung abnimmt und die Erwartungshaltung für schnelle Hilfe in jeder Lage steigt.

 

Aber: Es gibt keine Rechtsvorgaben, auf deren Grundlage man ein Recht auf vorbehaltlose Bergrettung einfordern kann. Ein solcher Anspruch ergibt sich weder aus den Grundrechten und dem staatlichen Schutzauftrag, das Leben der Bürger zu schützen, noch aus den bayerischen gesetzlichen Vorgaben für den Rettungsdienst. Bergrettung ist keine bedingungslose Dienstleistung. So wie es dem Retter im Einsatz rechtlich nicht zumutbar ist, sich einer konkreten Lebensgefahr auszusetzen , so ist der Einsatzleiter Bergrettung geradezu verpflichtet, die eingesetzten Rettungskräfte vor einer konkreten Lebens- oder erheblichen Leibesgefahr zu bewahren.

 

Ein Artikel über komplexe Entscheidungen.

 

Die Rettungsdecke als UV-Schutz

Als die ersten Einsatzkräfte am 1. Juni 2019 nach einem Lawinenabgang im freien Skiraum am Einsatzort in 2.800 Metern Höhe am Hintertuxer Gletscher ankamen, bemerkte ein Bergretter, dass seine Sonnenbrille fehlte. Da durch die hohe Intensität der vom Schnee reflektierten Sonnenstrahlung die Gefahr einer strahlenbedingten Augenverletzung bestand, wurde kurzerhand aus der mitgeführten Rettungsdecke ein behelfsmäßiger Augenschutz gebastelt  – zugegeben, die Rettungsdecke hätte man etwas schöner zuschneiden können. Nach rund drei Stunden konnte der Einsatz abgebrochen werden, da sich die gesuchte Person in der Zwischenzeit gemeldet hatte. Der Bergretter in der Suchmannschaft hatte keine Probleme mit den Augen davongetragen. Grund genug, die Durchlässigkeit von Licht und UV-Strahlung der Rettungsdecke genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

Weitere Themen

  • Einen ausführlichen Überblick zu den aktuellen Themen der bergundsteigen gibt es im Blog des Magazins.
  • Hier finden Sie alle Gratis- und Abo-Artikel als PDF: bergundsteigen.at
 

Über die #bergundsteigen

Wer auf den Geschmack kommt und zukünftig den kompletten Inhalt der #bergundsteigen lesen möchte, kann die Zeitschrift abonnieren: die jährlich vier Ausgaben kosten 26 Euro, inklusive eines kostenlosen Services zum pdf-Download. Weitere Informationen zur Zeitschrift bergundsteigen unter www.bergundsteigen.at.

 

Die #bergundsteigen widmet sich allen Fragen des Risikomanagements am Berg und wird vom Österreichischen, Deutschen, Schweizer und Südtiroler Alpenverein herausgegeben.

 

Neben der Print-Ausgabe ist bergundsteigen auch im Netz präsent: