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Bergnotfallstatistik des Schweizer Alpen Clubs

01.12.2020, 16:27 Uhr

Corona-Lockdown sorgt für Abnahme der Wintersportunfälle, seine Aufhebung für ein Plus an Notfällen beim Bergwandern, auf Klettersteigen und beim Mountainbiken. In Zahlen sind das von Januar bis September 2020 2893 verunglückte Personen, rund 400 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Hohe Unfallzahlen im Sommer

Die rückläufigen Zahlen im Not- und Unfallgeschehen im Frühjahr, führt der Schweizer Alpen Club (SAC) auf den Corona-Lockdown zurück. Trotz optimaler Skitourenverhältnisse im März und April, liegt die Zahl der Bergunfälle sogar unter der des Vorjahres. Erst im Mai steigen die Bergsportaktivitäten wieder an. Die Folge sind vermehrte Bergrettungseinsätze. Auch Corona geschuldet dürfte der hohe Anteil einheimischer Bergsportlerinnen und Bergsportler sein: 2019 waren 63 Prozent der Unfallopfer aus der Schweiz, 2020 73 Prozent.

 

Notfälle in Klettersteigen: Plus 138 Prozent

Auch bei der Aufgliederung nach Bergsportarten zeigt sich, dass sich wohl viele an den Lockdown gehalten haben. Bei den Wintersportarten wie Skitourengehen oder Schneeschuhwandern sind die Unfallzahlen rückläufig, insbesondere beim Bergwandern, Klettersteiggehen und Moutainbiken sind die Zahlen drastisch gestiegen. Beim Bergwandern kam es zu einem Anstieg an Unfällen von mehr als 40 Prozent, beim Klettern zu einem Plus von 29 Prozent, das Mountainbiken verzeichnete einen Anstieg von 61 Prozent. Mit einem Plus von 138 Prozent gab es bei den Klettersteignotfällen den höchsten Anstieg.  

 

Der SAC führt das Plus an Notfällen auf Neueinsteiger zurück, die vor allem beim Mountainbiken und auf Klettersteigen die Anforderungen unterschätzen. 

 

Der SAC empfiehlt:

Neueinsteiger am Berg sollten ihre ersten Touren am besten gemeinsam mit erfahrenen Bergsportlerinnen und -sportlern machen. Auch einen Kurs zu besuchen, hat noch keinem geschadet. Essenziell ist aber in jedem Fall, sich gut vorzubereiten und eigenes Können und Fitness richtig einzuschätzen.

 

Gerade jetzt zum Winteranbruch sollten Wanderer auch in tieferen Lagen schon mit Schnee und Eis rechnen. Gutes Schuhwerk und warme Kleidung sind also gemeinsam mit einer angemessenen Tourenplanung Pflicht.