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30 Jahre Familienbergsteigen im DAV

Totgesagte leben länger ...

... so der Familiengruppenleiter unserer Sektion in einem Artikel der DAV-Mitteilungen. Und tatsächlich lebt sie noch immer die Familiengruppenarbeit in den DAV-Sektionen und wie! Familiengruppen sind schon eine lange Zeit ein sehr lebendiger und unverzichtbarer Teil in der Arbeit der meisten Sektionen.

 

Das war nicht immer so. Ursprünglich ein Zweig der JDAV hatte sich die Familienarbeit Anfang der 90er Jahre gerade ein bisschen verselbständigt, da wollte die damalige Vereinsspitze den entsprechenden Etat und die damit möglichen Aktivitäten radikal zusammenstreichen. Nur noch die Broschüre „Mit Kindern auf Hütten“, die damals einen sehr viel geringeren Umfang als heute hatte, sollte finanziert werden.

 

Als Vorsitzende einer Sektion mit einer Familiengruppe sozusagen der ersten Stunde konnte ich die positiven Aspekte dieser Arbeit unmittelbar erfahren. Waren junge Mitglieder zum Zeitpunkt ihrer Familiengründung und mit kleinen Kindern bis dato in der Sektion fast nicht mehr gesehen worden, hatten sie in der Familiengruppe plötzlich wieder einen Andockpunkt. Darüber hinaus war eine Familiengruppe auch attraktiv für junge Familien, die bisher nicht an eine Mitgliedschaft im DAV dachten.

 

Ich setzte mich also in der DAV Hauptversammlung 1992 aktiv ein für die Weiterführung der Familienarbeit. Erreicht wurde neben der Finanzierung der genannten Broschüre auch noch ein kleiner Etat für die weitere Ausbildung von Familiengruppenleitern.

 

1993 wurde ich dann als Beauftragte des DAV für Familienbergsteigen mit Sitz im VA und HA – zwar ohne Stimme, aber immerhion – berufen. Mit dem Erreichten konnte man arbeiten und über die Ausbildung von Gruppenleitern die Basis in den Sektionen erweitern. Das vor allem war wichtig, denn der Wunsch und wenn man so will der Druck auf die Vereinsspitze, die Familienarbeit im Verein zu integrieren, musste von „unten“ von den Sektionen kommen! In den Folgejahren wuchsen Akzeptanz der Familienarbeit und der Etat.

 

Heute sind die Familiengruppen in den Sektionen und im Verein etabliert und es würde sich wohl niemand finden, der den Sinn dieser Arbeit in Frage stellen würde.

 

Als ehemalige Beauftragte für Familienbergsteigen – ich hatte diese Amt 6 Jahre inne – erfüllt es mich mit großer Genugtuung, dass es gelungen ist, diese Arbeit über 30 Jahre hinweg erfolgreich weiterzuführen und auszubauen. Mein Dank gilt allen meinen Nachfolgern und den zahllosen Gruppenleitern, die durch ihr Engagement das ermöglicht haben.

 

Lotte Pichler, Mitbegründerin des Familienbergsteigens im Deutschen Alpenverein

 

 

Sport mit der ganzen Familie gewinnt immer mehr an Bedeutung ...

....gerade in Zeiten wo oft beide Eltern arbeiten. Auch ein Ehrenamt wird da gerne gemeinsam als Familie ausgeübt, so kann ich mir den anhaltenden "boom" im Bereich Familienarbeit und Ehrenamt am besten erklären. Noch eine Veränderung im Ehrenamt ist wohl der steigende Anteil an weiblichen Ehrenamtlern im DAV, da hat bestimmt der Bereich Familienbergsteigen viel dazu beigetragen.

 

Relativ neu ist auch, dass in der Zwischenzeit viele Sektionsvorstände aus dem Bereich Familienarbeit kommen und auch am Angebot von Kinderbergausrüstung kann man sehen, das das Familienbergsteigen in der Mitte der Gesellschafft angekommen ist.

 

Wichtig für mich ist, dass von unten immer wieder neue Familien mit kleinen Kindern nachkommen die eine Gruppe leiten wollen. Die Nachfrage an der Teilnahme bei Familientouren ist nach wie vor ungebremst.

 

Monika Glasl, Sprecherin der Kommission Familienbergsteigen