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Abdur Rahman: Klettern ist hier ganz anders

Abdur (26) kommt regelmäßig zum Bouldern und Klettern in die Kletterhalle in Rosenheim. Für die Pause hat er Obst und Gemüse für sich und für seine Kletterpartner dabei, er achtet auf gesunde Ernährung.

 

Auspowern und den Kopf frei bekommen

Jedes Wochenende geht er zudem in die Berge. Bei Abenden mit Freunden oder am Tag der offenen Tür in Raubling, wo er seit zweieinhalb Jahren lebt, kocht er gern für die Menschen aus seiner Gemeinde Spezialitäten aus seiner Heimat Myanmar. Von dort musste er fliehen, weil er der dort verfolgten islamischen Minderheit der Rohingya angehört.

Für fast drei Jahre in Deutschland spricht Abdur hervorragend Deutsch, im kommenden Jahr schließt er seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement ab. Was ihm das Klettern gibt? „Es ist mir wichtig fit zu bleiben. Wenn ich aus einer anstrengenden Woche komme, hilft mir das Auspowern, damit ich den Kopf wieder frei bekomme. Außerdem sind die Leute hier nett und es gefällt mir, dass jeder jeden grüßt und unterstützt. Trotzdem ist das Klettern hier ganz anders als in meiner Heimat. Da klettern wir vor allem, um an Kokosnüsse oder Bananen zu kommen.“

 

Für eine weltoffene Gesellschaft

Abdur und viele andere teilen ihre Freude am Berg oder in der Kletterhalle gern mit anderen und zeigen: Wir verstehen uns! Egal, woher wir kommen.

 

Als großer Verband sieht sich der DAV in der Verantwortung, für eine weltoffene Gesellschaft einzutreten. Denn gerade als Bergsportlerinnen und Bergsportler erleben wir, wie bereichernd das Kennenlernen und Erleben anderer Kulturen ist.

Offenheit, Toleranz und Wertschätzung gegenüber allen Menschen, ungeachtet ihrer Weltanschauung, Religion, Kultur, sexuellen Orientierung oder ethnischen Herkunft, sind dabei selbstverständliche und unentbehrliche Grundlage.