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Gesund durch den Winter

Kurze Tage, niedriger Sonnenstand, niedrige Temperaturen – mit dem Winter verändert sich unser Bewegungsverhalten und unsere Aktivitäten verlagern sich vermehrt von draußen nach drinnen. Das ist schon in normalen Zeiten eine gesundheitliche Herausforderung. Unter Pandemie-Bedingungen ist es besonders wichtig, auf die eigenen physischen und psychischen Ressourcen zu achten.

Bewegung in der Natur ist in jedem Fall sinnvoll – und tut gut! Die frische Luft stärkt unser Immunsystem, weckt die Lebensgeister und macht auch im kleinen Kreis Spaß! Dabei gilt in diesem Jahr noch stärker als sonst, sich freundlich, umsichtig und naturverträglich zu verhalten. 

 

Hier ein paar Tipps, um gut und gesund durch den Corona-Winter zu kommen.

 

In Bewegung bleiben

Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt die Gesundheit. So belegen Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eindrucksvoll, dass ausreichende Bewegung die Risiken für verschiedenste Erkrankungen verringert. Bewegung an der frischen Luft in der Natur, z.B. in den Bergen oder bei einem Spaziergang im nahegelegenen Park, verstärkt die Effekte.

Das heißt, jede zusätzliche Bewegung ist gesund und tut uns gut. Trotzdem knurrt der innere Schweinehund oft allzu laut. Wie bringe ich ihn zum Schweigen und mich in Bewegung? Am besten mit Ritualen – sie geben Orientierung, Struktur und Rhythmus im Tagesablauf.

Feste Zeitfenster im Alltag helfen, täglich in Bewegung zu bleiben – idealerweise in der Natur und bei Tageslicht. Freie Tage eignen sich für ausgiebige Spaziergänge oder (Mittel-)Gebirgstouren (Tipps für Winterwanderungen, Schneeschuh- und Skitouren gibt es auf alpenvereinaktiv.com). Dabei können bewusste achtsame Momente besonders positiv wirken, z.B. eine Zeitlang in der Stille gehen und dabei tief durchatmen.

 

Vitamin D

Im Winter ist es besonders wichtig, die Vitamin D-Zufuhr unseres Körpers zu unterstützen. Vitamin D stärkt den Knochenstoffwechsel und das Immunsystem und schützt vor Krankheiten. Genügend Vitamin D allein über die Ernährung aufzunehmen, ist nicht möglich. Der Körper kann es aber mithilfe von Sonnenlicht selbst produzieren. Deshalb ist es in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig, die wenigen Sonnenstunden ausgiebig zu nutzen. Ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause sichert die tägliche Dosis Vitamin D, wenn Büro oder Homeoffice von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang „the place to be“ sind.

 

Schutz der Atemwege vor kalter Luft

Bei kalten Temperaturen gelangt beim Atmen trockene Luft direkt in die Atemwege. Das kann insbesondere bei Menschen mit Atemwegserkrankungen zu Reizungen, Husten oder Bronchitis führen.

 

Einige Tipps zum Schutz vor kalter Atemluft:

  • Tea time: Ein Schluck warmer Tee vor dem Start der Tour hilft, die Atemwege zu befeuchten und wirkt schützend vor kalter Luft.
  • Immer der Nase nach: Zu Beginn der Wanderung in sehr langsamen Tempo losgehen und versuchen, durch die Nase zu atmen – so wird die Atemluft erwärmt, bevor sie in die Bronchien gelangt.
  • Maskieren hilft: Eine Mund-Nasen-Bedeckung, ein Schal oder Tuch vor dem Mund erwärmt und befeuchtet die Atemluft und schont die Atemwege.
  • Waldluft: Ein Aufenthalt im Wald wirkt besonders wohltuend, denn Bäume und Pflanzen absorbieren Feuchtigkeit und geben diese bei trockener Luft wieder ab.
 

In Schale werfen

Trotz Minus-Graden kann der Organismus mit genügend Kleidung oder durch Bewegung die Körperkerntemperatur problemlos halten. Gerade bergauf fließt dabei vielleicht sogar der eine oder andere Schweißtropfen und die gefütterte Winterjacke ähnelt auf einmal einer Fasssauna. Die Jacke ausziehen und in feuchter Kleidung weiterwandern ist in diesem Fall nicht die beste Idee – die Erkältungsviren haben dann leichtes Spiel. Schon von Beginn an das richtige Outfit zu wählen, schont die Gesundheit.

 

Best dressed im Winter:

  • Zwiebelprinzip: Diverse Kleidungsschichten übereinander ziehen, um nach und nach einzelne Teile abzulegen.
  • Warmen Kopf bewahren: Die meiste Wärme gibt der Körper über den Kopf ab – eine Mütze ist ein sehr einfaches, aber ebenso wirkungsvolles Mittel gegen Kälte.
  • Wechselzeit: In einen Regenschauer oder ins Schwitzen gekommen – alles kein Problem, solange im Rucksack ein warmes trockenes Wechselshirt wartet.
 

Nahrungs- und Energiequellen

Ein Blick in die Natur und darauf, welche Nahrungsmittel Saison haben, ist ein wichtiger Schritt, um den Körper angemessen mit Energie zu versorgen. Der Winter bietet mit Wurzelgemüse und Kohlsorten die idealen Grundlagen für einen nahrhaften und vitaminreichen Speiseplan. Suppen und Eintöpfe wärmen in der kalten Jahreszeit den Körper von innen, sind leicht verdaulich und beugen zudem übermäßiger Müdigkeit nach dem Essen vor. In einer Thermosflasche eigenen sie sich auch als (Gipfel-)Jause auf Tour.

 

Text: Toni Abbattista

 

Erneut ein Winter unter besonderen Bedingungen - was tun?

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Der Winter hält in den Bergen Einzug. Ein Winter, der ähnlich sein wird wie die Vorjahres-Saison, denn die Pandemie ist mit voller Wucht wieder da, und gleichzeitig werden viele natursuchende Menschen für Staus und volle Parkplätze sorgen. In einigen Dingen wird sich der kommende Winter womöglich aber auch vom Vorwinter unterscheiden: Die Grenzen zu den Nachbarländern sind (Stand 7. Januar) unter teils recht strikten Voraussetzungen passierbar, und die Skigebiete sind (ebenfalls Stand 7. Januar) geöffnet. Was bedeutet das für uns alle, die wir auf Ski- oder Schneeschuhtouren unterwegs sein wollen? Was wird zu beachten sein, welche Regeln gelten? Ein Überblick. Das ist bei einem Hüttenbesuch in Bayern zu beachten. Das ist bei einem Hüttenbesuch in Österreich zu beachten. 

Achtsam in die Berge

Bergpodcast Folge 29

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Folge 29 des Bergpodcasts befasst sich mit dem Thema Gesundheit. Warum ist Wandern so förderlich für die physische und psychische Gesundheit? Darüber spricht Julie Schäfer vom Podcast "Lass quatschen!" mit dem Berg- und Gesundheitscoach Toni Abbattista. Unser Alltag birgt viel Stresspotential. Stress ist nicht immer negativ: Er setzt Energiereserven des Körpers frei und macht uns leistungsfähig. Bis zu einem gewissen Grad. Stehen wir ständig unter (negativem) Stress, kann das ernsthafte Folgen für unsere Gesundheit haben. Für das körperliche und geistige Wohlbefinden ist ein Ausgleich zum Alltag deshalb wichtig – zum Beispiel in Form von Wanderungen. Im Interview spricht Julie Schäfer vom Podcast „Lass quatschen“ mit Berg- und Gesundheitscoach Toni Abbattista über Gesundheit und Achtsamkeit und was das eigentlich mit Bergsport zu tun hat.   Mehr Infos, Tipps und Anregungen rund um gesundheitsorientierten Bergsport liefert die Kampagne „Spüre dich selbst“, die der DAV gemeinsam mit seinem Partner Bergader ins Leben gerufen hat.