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Wanderzeit – Almzeit

Richtiges Verhalten bei der Begegnung mit Almvieh

03.05.2018, 11:00 Uhr

Nach langen, stilleren Wintermonaten kehrt im Frühling und Sommer erneut Leben in die Berge zurück: Mit dem Almauftrieb darf das Vieh wieder auf die Almwiesen. Gleichzeitig sind die Berge ein besonders beliebtes Ausflugsziel für Bergsteiger und Wanderer. – Konflikte sind nicht ausgeschlossen, denn oft führen Wanderwege direkt über die Weideflächen.

Doch: Brenzlige Situationen lassen sich vermeiden, wenn man einige Hinweise beachtet. Denn Kühe sind von Natur aus nicht aggressiv. „Wer den Tieren mit Respekt begegnet, wird auch keine Probleme haben“, sagt Thomas Bucher, Pressesprecher des Deutschen Alpenvereins.

 

Fünf goldene Regeln für das richtige Verhalten mit Kühen:

  • Abstand halten und Hunde anleinen

Das A und O: Wanderer sollten ausreichend Abstand zu den Kühen halten. Wenn möglich, sollte man den markierten Wanderweg nicht verlassen; im Zweifel kann es aber nötig sein, einen Umweg zu machen. Hunde sollten angeleint sein. Aber Achtung: Wenn Kühe agressiv werden, sollte man den Hund laufen lassen.

 

  • Körpersprache (erkennen)

Eine Kuh sollte man nicht mit den Augen fixieren. Außerdem: Die Tiere nicht erschrecken, stets entspannt und vor allem ruhig bleiben. Gleichzeitig stets auf Drohgebärden der Tiere achten – wie das Senken des Kopfes, Scharren, Brüllen oder Schnauben.

 

  • Vorsicht bei Kalb und Mutterkuh

Kühe sind keine Kuscheltiere – die Tiere daher in Ruhe lassen und die Kälber auf keinen Fall streicheln oder gar füttern. Wenn eine Mutterkuh ihren Nachwuchs gefährdet sieht, ist sie bereit alles zu tun, um das Kalb zu schützen und den vermeintlichen Eindringling heftig zu attackieren.

 

  • Im Fall der Fälle

Nähert sich eine Kuh und greift an, dann gilt: Ruhe bewahren, dem Tier nicht den Rücken zukehren und die Weide möglichst zügig, aber geordnet verlassen. Im alleräußersten Notfall der Kuh mit dem Wanderstock auf die Nase schlagen.

 

  • Beobachten und andere Wanderer aufmerksam machen

In aller Regel lässt sich schon von Weitem erkennen, ob Kühe „auf Krawall gebürstet“ sind. In solch einem Fall empfiehlt es sich, die Tiere in ausreichend großer Distanz (20 – 50 Meter Abstand) zu umgehen.

 

Zudem: Wer bemerkt, dass sich ein anderer Wanderer falsch oder unvorsichtig gegenüber den Weidetieren verhält – einfach direkt und ohne zu zögern darauf aufmerksam machen!

 

Weitere Informationen

 

Info-Broschüre „Eine Alm ist kein Streichelzoo“ der Landwirtschaftskammer Tirol.

 

Mutterkuhherde, Jungtierherde und Milchkuhherde – Infos vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

 

Tipps des Dachverband Schweizer Wanderwege zum Umgang mit Mutterkuhherden

 

Tipps der Tierschutzorganisation PETA für Begegnungen mit Kühen.