logo-dav-116x55px

Probanden gesucht: Herzheilung auf 7000 Metern

29.01.2020, 13:27 Uhr

Kann Sauerstoffmangel wie auf 7000 Metern die Folgen eines Herzinfarkts heilen? Zu dieser Frage forschen Ärzte am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Für ihre nächste Studie suchen sie Herzinfarktpatienten, die fünf Wochen lang in einer Unterdruckkammer große Höhen simulieren möchten.


Forscher in Dallas haben die „hypoxiegetriggerte Myokardregeneration“ bei Mäusen aufgedeckt. Normalerweise regeneriert sich das Herzgewebe nach einem Infarkt nicht mehr von selbst. Längerer Aufenthalt in sauerstoffarmer Umgebung scheint aber einen Heilungsprozess auszulösen – das wäre ein medizinischer Durchbruch.

 

In einer ersten Studie lebten der deutsche 14-Achttausender-Bergsteiger Ralf Dujmovits und seine Partnerin Nancy Hansen fünf Wochen lang in einer geräumigen Unterdruckkammer am DLR, in der der Aufstieg und Aufenthalt auf 7000 Meter simuliert wurde. Das spektakuläre Experiment fand viel Aufmerksamkeit und belegte, dass eine solch ausgedehnte „schwere Hypoxie“ jedenfalls kein Gesundheitsrisiko darstellt.

 

In der nächsten Studie soll es nun darum gehen, einen möglichen Heilungseffekt zu untersuchen. Dafür suchen die Ärzte vom DLR den „idealen Herzinfarktpatienten“: Mann oder Frau über 50, mit mindestens ein Jahr zurückliegendem, linksseitigem Herzinfarkt, möglichst mit Bergerfahrung und guter physischer Belastbarkeit. Eine außergewöhnliche Chance, die Erfahrungen von Höhenbergsteigern am eigenen Leib nachzuvollziehen und dabei der medizinischen Spitzenforschung zu wertvollen Erkenntnissen zu verhelfen. Natürlich wird bei der Studie die „virtuelle Höhe“ nur allmählich gesteigert und die Akklimatisation und Gesundheit ständig überprüft. Und es gibt eine Aufwandsentschädigung für die Zeit der Studie.

 

Weitere Infos für Interessierte

Erfüllen Sie die Anforderungen für den „idealen Testpatienten“ und haben Sie Lust, sich der „Herausforderung 7000“ zu stellen? Die DLR-Ärzte freuen sich über Ihr Schreiben.