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NRW-Alpinkader bewährt sich in Kirgistan

30.09.2019, 18:10 Uhr

Einen Monat lang waren die Jungs vom DAV Alpinkader NRW im Pamir-Alai-Gebirge unterwegs. Während ihrer Abschlussexpedition bestiegen sie den Pik Piramidalny (5509m), den höchsten Gipfel des Karavshin-Gebietes. Außerdem durchstieg der Kader die Headwall des Meter hohen Asan (4230m).

 

In zwei Seilschaften aus je einem Trainer und zwei Kaderathleten und in verschiedenen Routen bezwang das Team die 800 Meter senkrecht abfallende Headwall des Asans. 


 

 

 

Trainer Charly Langbein ist stolz auf die Leistung des Kaders in den drei beziehungsweise vier Klettertagen in der Asan-Wand. „Der Teamgeist, die Zusammenarbeit, das gesamte Miteinander waren der Wahnsinn“, sagt Langbein. „Die Jungs waren tagelang körperlich maximal gefordert in diesen klettertechnisch anspruchsvollen Touren, die bislang nur selten wiederholt worden sind. Einige der Jungs waren durch Magen-Darm-Infekte geschwächt. Es war schon eine besondere Herausforderung, die Motivation trotzdem hochzuhalten. Das hat das Team zusammengeschweißt.“ 

 

Auch Rückschläge durch das Wetter minderten nicht die Motivation. So musste das Team eine große Big-Wall-Begehung durch die Wand des Odessa (4810 Meter) wegen Hagel, Schnee und Regen abbrechen. Stattdessen wanderten die Athleten ins benachbarte AksuTal, um dort anspruchsvolle Mehrseillängen zu klettern.

 

 

Fünf junge Athleten zu starken Alpinisten ausgebildet

 

Das Team in Kirgistan bestand aus Martin Brückner (DAV Duisburg), Moritz Krämer (DAV Siegerland), Sebastian Sarx (DAV Köln), Merlin Mannich (DAV Siegburg) und ihren zwei Expeditionsleitern Kadertrainer Charly Langbein (DAV Bonn) und Bergführeranwärter Benedikt Hiebl (DAV Freilassing). Athlet Sascha Müller (DAV Bonn) sowie Bergführer und Trainer Fritz Miller (DAV Reutlingen) konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Expedition teilnehmen.

 

Die Reise ins Kara-Su-Tal war gleichzeitig die Abschlussexpedition des Alpinkaders NRW, des ersten DAV-Expeditionskaders auf Landesebene.

 

 

„Das Projekt Alpinkader NRW ist ein voller Erfolg“, sagt Kadergründer und Trainer David Colling (DAV Bonn). „Wir konnten fünf junge Athleten zu starken Alpinisten ausbilden – und das als norddeutscher Landesverband, fern der Alpen.“


Verewigt hat sich der erste Alpinkader NRW mit der Erstbegehung der Route „Mosquito Circus“ (A3, 6c, 285 m/9 SL) im Schweizer Voralptal. Das Team erschloss die anspruchsvolle Big-Wall-Route in neun Tagen im Sommer 2017 und 2018.

 

Alpinkader NRW geht in die zweite Runde

 

Im Sommer 2020 beginnt die Sichtung für den zweiten Alpinkader NRW. Kadergründer Charly Langbein und David Colling freuen sich auf die Bewerbungen vieler neuer Kandidatinnen und Kandidaten aus Nordrhein-Westfalen. 


Gestartet war der dreijährige Ausbildungsprozess des Alpinkaders NRW Anfang 2016. Das Ziel: eine starke Gemeinschaft aus Teamplayern und engagierten Bergsteigern, mit einem hohen Maß an Verantwortung für sich selbst und für die anderen, großer sozialer Kompetenz und herausragendem Engagement.