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Alpine Eiskletterei - Trainingscamp in Chamonix

22.04.2015, 15:07 Uhr

Im April 2015 ging es für die Damen des DAV-Expeditionskaders ins Trainingscamp nach Chamonix. Das Kadermitglied Vroni Krieger berichtet.

 

Übers Bergsteigen und andere Dinge

Unter extremem Bergsteigen stellt man sich einzelne Seilschaften an steilen Bergen vor. Natürlich gibt es auch weniger abgeschiedene Möglichkeiten, sich in den Bergen zu bewegen. Ein gutes Beispiel dafür ist Chamonix.

 

chamonix0415 franzi 1.sl supercouloir
Franzi in

Dort sind hohe ausgesetzte Touren bequem mit der Bahn zu erreichen. Eine perfekte Spielwiese also für unsere dritte Kaderfahrt. Diesesmal stand Eis Alpin auf dem Programm. Begleitet wurden wir dabei von Korra Pesce, einem Bergführer aus Chamonix, Dario Haselwarter und natürlich unserer Trainerin Dörte Pietron.

 

Dass der Termin schon etwa ein halbes Jahr feststand, glaubt uns wahrscheinlich angesichts der perfekten Abstimmung mit dem Schönwetterfenster keiner. Tatsache ist aber, dass wir aufgrund des Wetters mit der Tourenplanung kaum noch hinterher kamen.
 Die ersten Tage standen „M6 Solar" (III, M5+, 200m), „Vent du Dragon" (III, M5, 200m), „Pellissier Gully" (M5+, 5b/c, 220m), „Rébuffat Gully" (IV, 350m) und „Perroux-Profit" (III, M5, 250m) auf dem Programm. 
Sicherlich war auch die Sonne daran schuld, dass wir die Touren nicht immer für uns allein hatten, und schon bald zeigte sich ein wahrer Run auf die bekannten Mixedtouren.

 

Vroni in
Vroni in

 

Mit der ersten Gondel zur Bergstation, schnelle Skifahrt zum Einstieg und trotzdem waren wir selten die erste Seilschaft. Nachdem eine Gruppe von uns zweimal den Rücktritt vom „Supercouloir“ bzw. „Modica Noury“ aufgrund von herabfallenden Eisbrocken antreten musste und wir täglich Hubschrauber-Rettungen sahen, kamen uns Zweifel. Ist eine schwere Tour auf dem Papier wirklich ein solches Risiko wert? Entspricht dieses Gehetze wirklich unserer Vorstellung vom Bergsteigen? - Sicherlich nicht!
 Also suchten sich einige von uns mit „Rébuffat-Terray" (IV, M5, 550m) und „Le Fil à Plomb" (III, M4, 700m) Touren aus, die weniger bekannt sind und sich als eisarme und dadurch tages- und nachtfüllende Unternehmungen herausstellten.

 

 

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Maria in

Der andere Teil entschied für die letzten zwei Tage „Ice is nice, but rock rocks“ und begab sich mit „Contamine" (6c, 200m) an der Aiguille du Midi Südwand und einer Variation der „Contamine" (6a+, 250m) an der Südwand der Pointe Lachenal auf André Contamines Spuren. Während der Hubschrauber leider immer wieder Einsätze fliegen musste, kletterten wir im T-Shirt geniale Rissspuren - und das volkommen ungestört!
 Damit war unser Bild vom überfüllten Chamonix wieder relativiert und wir konnten auf eine erfolgreiche Woche zurückblicken, in der mit einer Spaltenbergungseinheit auch das Thema Sicherheit nicht zu kurz kam. Uns bleibt wieder nur zu sagen: Vielen Dank für die tolle Betreuung!

 

Vroni Krieger

 

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