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Nachwuchscamp Alpinklettern 2018

24.09.2018, 11:36 Uhr

Tradklettern, wenig Bohrhaken und Laufendes Seil – Sieben Nachwuchsalpinisten konnten in den Dolomiten beim DAV Nachwuchscamp ihr bergsteigerisches Können verbessern.

Die Nachwuchscamps des DAV sollen ambitionierten Nachwuchsbergsteiger und -bergsteigerinnen die Möglichkeit geben, über das Angebot der Sektionen hinaus eine hochwertige Ausbildung zu erhalten. Sie stellen eine Zwischenstufe zwischen Sektions- oder JDAV-Kursen und dem Expeditionskader dar und richten sich an Jugendliche, die bereits eigene Erfahrungen im Leistungsbergsteigen gesammelt haben.

 

 

In Zeiten der Kletterhallen erreichen Kletterer, im Gegensatz zu früher, meistens ein sehr hohes sportliches Niveau, bevor sie sich in alpines Gelände begeben. Auch diesmal konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit einem starken Sportkletterkönnen beeindrucken. So konnten die Bergführer Fritz Miller und Dörte Pietron sich besonders darauf konzentrieren, dieses Können in alpineres Gelände zu übertragen.

Viele der Teilnehmer waren noch wenig erfahren im Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln, vor allem beim Bau von sicheren Standplätzen. Im Nordalpenraum sind schließlich fast immer zumindest die Stände gebohrt.
So startete das Nachwuchscamp mit einem Tag Standplatzbau. Fritz und Dörte ließen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz teilhaben und konnen ihnen viele Tipps mitgeben.

Klettert man lange Touren durch relativ leichtes Gelände, wird die klassische Standplatzsicherung schnell zu zeitaufwendig. Stattdessen müssen sich beide Kletterer gleichzeitig am sogenannten Laufenden Seil fortbewegen. Dass diese Technik Risiken birgt und mit genügend Hintergrundwissen eingesetzt werden muss liegt auf der Hand. Fritz Miller hat diese Sicherungstechnik perfektioniert und übte sie mit den Nachwuchsalpinisten und -alpinistinnen in einigen langen und sehr langen Touren.

 

Dörte dagegen erklärte, wie man in schweren, steilen Touren ohne Rucksack klettert: Man packt seine Ausrüstung in einen robusten Haulbag und zieht sie hinter sich her. Wie man sich nicht in der zusätzlichen Leine verheddert und den Sack kraftsparend zum nächsten Standplatz bekommt konnte anschaulich in der steilen „Sognando L'Aurora“(7b+) an der Tofana di Rozes geübt werden.

 

 

Auch sonst konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eine beeindruckende Routenausbeute mit nach Hause nehmen:


„L'Nein“(V+), Meisules dala Biesces, 280m
„Alvera“(V+), Tofana di Rozes, 480m
„Abram Führe“(VII), Piz de Chiavazes, 370m

„Alvera“(V+), Col dei Bos und „Comici“(V+), Kleiner Falzaregoturm, zusammen 700m

„Schubertführe“(VI-), Piz de Chiavazes, 270m

„Demetz“(V), Große Cirspitze, 210m

„Via Classica“(IV+), Tofana di Rozes, 1200m

„Via Franz“(VII), Meisules dala Biesces, 300m

„Dibona“(V+), Großer Falzaregotum, 350m
„Via del Buco“(IV), Lagazuoi, 250m
„L'Cianton“(VII-), 3. Sellaturm, 350m

„Sognando L'Aurora“(7b+), Tofana di Rozes, 600m
„Lacedelli“(VIII-), Cima Scotoni, 450m

„Maghi i Maghetsch“(VIII-), Meisules dala Biesces, 280m

 


Abschließend bekamen alle Nachwuchsalpinisten und -alpinistinnen ein individuelles Feedback und Empfehlungen zu weiterführenden Ausbildungen oder Förderprogrammen. 2019 startet der nächste Expedkader Männer!

Alle Infos zum alpinen Ausbildungs- und Förderkonzept des DAV findet ihr hier.