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Hochtourenlehrgang des Männer-Expedkaders

13.08.2018, 21:45 Uhr

Für ihren letzte Lehrgang vor der Abschlussexpedition waren die Jungs des Expedaders in der Dauphine unterwegs.


Die anstehende Abschlussexpedition war ein präsentes Thema während der Hochtourenwoche, nicht zuletzt weil es zu Packen und letzte Vorbereitungen zu treffen galt – Doch dazu bald mehr.

 

Hochtourengehen als letzte Lehrgangswoche

 

Zunächst stand gemeinsames Hochtourengehen an, also komplexe, aufwendige Touren und schnelles Bewegen durch leichtes Gelände. Die Berge der südfranzösischen Dauphine konnten interessante Touren bieten. Darüber hinaus bekamen die Jungs durch die Abgelegenheit und fehlendes Mobilfunknetz auch einen kleinen Vorgeschmack auf das Expeditionsziel.

Das erste Kletterziel war die Aiguille Dibona, an der die Kaderathleten die „Visite Obligatoire“(VI+) und die „Madier“(VII-) kletterten. Sowohl der lange Zustieg als auch die je 12 Seillängen sollten dabei möglichst schnell bewältigt werden. „Da läuft man ewig hoch, und mittags regnets... Das muss eine schnelle Dibona werden!“, meinte Trainer Michi Wärthl mit kritischen Blick auf das Wetter und die vielen Zustiegsmeter. Seine Befürchtungen zerstreuten sich aber ebenso wie die restlichen Campingplatzgäste, als die Gruppe das Gewitter wieder sicher zurück im Tal aussitzen konnte.


Am nächsten Tag war das Wetter zu durchwachsen, um eine hochalpine Tour anzugehen, sodass die Zeit für Mehrseillängen-Sportklettereien an der Cascade de Belliou genutzt wurde.

 

Hauptziel: Meije Südwand

 

Das Hauptziel war aber die majestätische Meije, deren Südwand ein großer Klassiker der Dauphine ist. Nach dem Zustieg durch das lange Val Etancons zur Promontoirehütte hatte der Hüttenwirt eine schlechte Nachricht: Am Glacier Carre, einem Schneefeld unter dem Hauptgipfel, waren einige große Felsen herabgestürzt. 

 

 

Nun lagen weitere lose Blöcke bedrohlich über dem Normalweg und dem Zustieg zur anvisierten klassischen „Allain“ in der Südwand. Nach einer Erkundugstour und etwas Diskussion verlegten die Kaderjungs ihr Ziel daher auf die „Bastion Central“ mit Dibonaausstieg. Diese Linie durchzieht die breite Wandflucht einige hundert Meter weiter rechts.

 

Ausweichtour mit Schönheitsfehler

 

Zwar steht die „Bastion Central“ der „Allain“ klettertechnisch kaum nach, steigt aber nicht auf dem Hauptgipfel aus, sonderm am Dritten Zahn. Dadurch muss auch der Abstieg nach La Grave im Norden des Massivs erfolgen – 70 Autokilometer vom Campingplatz in La Berarde entfernt. Ein Schönheitsfehler, findet Finn: „Das ist eben doch nur eine Ausweichtour, aber genauso gefährlich, geht nicht zum Hauptgipfel, drüben läuft man zweieinhalb tausend Höhenmeter runter und dann fährt man auch noch mit dem Taxi eine Runde um den Block!“

Trotzdem rückten die Nachwuchsbergsteiger am nächsten Morgen der Wand zu Leibe, die mal mit viel Bruch, mal mit schlechter Absicherbarkeit und mal mit Längen am laufende Seil gewürtzt war. Nach den Ausstig am Grat galt es noch den Rest der Überschreitung und den 2400 Höhenmeter weite Abstieg nach La Grave zu bewältigen. Und außerdem natürlich noch die „Taxirunde um den Block“ zurück nach La Berarde.


Wegen schlechten Wetters zog der Kader anschließed die Rückreise einen Tag nach vorne und ging zum Packen für die Expedition über.