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Thomas März

Name

Thomas März

 

Geburtstag

03.12.199? ????

 

Wohnort

Mein Bus hat leider noch keine Anschrift…

Daher: 84508 Burgkirchen an der Alz

 

Beruf/Schule/Studienrichtung

Chemielaborant

 

Engagement im DAV? (Jugendleiter o.ä.)

Mitgründer und Leiter der Jungmannschaft Burghausen.

Für die letzten Jahre durfte ich auch eine eher gemütlich ambitionierte Jugendgruppe beim jDAV Burghausen leiten. Der Fokus liegt jetzt aber bei der Jungmannschaft (und natürlich beim Expedkader ????)

Auch bei der Bergwacht bin ich Einsatzkraft.

 

Was hast du bisher gemacht? Was sind deine Highlighttouren oder Sportkettereien?

Eisklettern

Meiner Meinung nach die drei schönsten Touren welche ich klettern durfte

Anlauftal: “Supervisor” (WI6; 280m)

Pinnistal: „Kerze“ (WI6, 60m)

Langental: „Zauberflöte“ (WI6/M9, 150m)

 

Alpinklettern

Mir gefallen am besten lange Touren mit logischen Linien und nicht zu vielen Bohrhaken. ????

Highlights sind immer schwer zu definieren, aber folgende Touren sind mir besonders in Erinnerung geblieben:

 

Dolomiten:

Zinnen Nordwände „Hasse/Brandler“ und „Cassin“

Civetta „Solleder“

Monte Agner „Nordkante“

 

Schweiz:

Cengalo, „Gaiser/Lehmann” mit Flo und meinem Bruder,

Badile „Cassin“

Salbit „Westgrad“

 

Chamonix:

Grand Capucin „Bonatti“

Grandes Jorasses „Walkerpfeiler“ mitm Flo

 

Nördl. Kalkalpen:

Xeis „Die große Pleite“

Laliderer „Nordverschneidung“

Scheienfluh „Westverschneidung“ (Hammerwand, Hammerlinie!!!)

Koasa „Südostverschneidung“

 

Hochtouren/Grate/Kombiniertes Gelände

Droites „Tournierpfeiler direkt“

Die drei Grate aufn Mont Blanc (Innominata, Peuterey Integrale und Brouillard Integrale)

 

Sportklettern

Kleiner Barmstoa: „Sch’kan“ (7c+, RP); „Brown Sugar “(7c+, RP)

Ceüse: “Nitshapa” (7b+, onsight)

 

Reisen:

Sajama und Illimani, Bolivien, 2016

Alpamayo und Vallunaraju mit meinem Bruder, Peru, 2017

Damavand mit Ski, Iran, 2018 (super Land, super Leute und a scheener Berg noch dazu!)

 

Oft kommts nicht auf die Schwierigkeit der Tour an, sondern das drumrum, welches eine Tour perfekt macht. Interessantes Wetter, wechselnde Verhältnisse, gut gelaunte Tourenpartner, schwierige Rückzuge/Abstiege werten oft eine Tour mehr auf, als die Schwierigkeit der frei gekletterten Schlüsselseillänge.

 

Thomas über sich und die Welt

Was sagen Deine Familie/Partner/Freunde zu Deinem Bergsport? Gibt es Kritik oder Bedenken?

Von meiner Mama gibt’s jedesmal vor Abreise den netten Hinweis „Vui Spaß und doat’s eich ned weh!“

Wenn ich statt dem Klettern lieber weitwandern ginge, wäre es meinen Eltern wahrscheinlich schon lieber. Allerdings wissen sie, wie viel mir die ganze Bergsteigerei zurückgibt und unterstützen mich und meine Geschwister voll darin. In meinem Freundeskreis sind die meisten gleichgesinnt, was das Risiko angeht. Jeder hat das Recht dazu, man darf es aber auch nicht übertreiben.

 

Welche Hobbys / Interessen hast Du abseits der Berge?

Ich fotografiere gerne. Wobei ich das meistens mit dem Bergsteigen verbinde. Oft bringt mich aber meine Kamera auf die Wanderhügel der anderen Talseite, wo ich dann biwakiere um die begehrten Berge und Wände abzulichten. Außerdem fahre ich gerne Rennrad, auch wenn‘s die letzten Jahre eher zu kurz gekommen ist.

 

Wie finanzierst Du Dich?

In den letzten 10 Jahren habe ich eine Berufsausbildung zum Chemielaboranten in einem größeren Chemiepark in unserer Gegend gemacht und dort gearbeitet. Aktuell habe ich ein Sabbatical für eineinhalb Jahre…
 

Was magst Du an Menschen? Was regt Dich auf?

Ich bevorzuge Menschen die sich selbst und das Leben nicht zu ernst nehmen und nicht den höchsten Komfortanspruch erheben (zu engl.: Dirtbags ????)

An sich komme ich glaub ich mit den meisten Menschen gut zurecht, bloß Konkurrenzdenken und Schwierigkeitsgradfeilscherei am Berg kotzt mich bissl an.

 

Was braucht es für einen guten Tag am Berg?

Am besten am Vortag schon mit dem Bus anreisen, um darin maximal lange „ausschlafen“ zu können. Einen zuverlässigen Partner braucht‘s, mit dem‘s viel zu lachen gibt und den‘s auch nicht stört, wenn mal nicht alles nach Plan läuft. Dann eine schöne, wilde Gegend, und eine tolle, lange Linie. Am besten gefallen mir Touren, die vor‘m Sonnenaufgang starten und nach Sonnenuntergang enden. Oder wenn‘s zwei Minuten nach der Rückkehr am Auto voll zum Schiffen anfängt.

Ganz schön anspruchsvoll, der Typ ????

 

Was kannst Du am Berg überhaupt nicht vertragen?

Wenn‘s nur noch um die Zeit zum Gipfel oder um den Schwierigkeitsgrad geht, find ich‘s oft am Ziel vorbeigeschossen. Auch Konkurrenzdenken und die zur heutigen Zeit recht moderne Selbstdarstellerei finde ich hat am Berg nichts verloren. An sich ist mit dem Bergsteigen ja keinem was geholfen, daher finde ich muss man auch nicht besonders stolz darauf sein. Was anderes wär‘s, wenn man einen wohltätigen Zweck damit erreichen könnte.

Aussage eines sehr berühmten Bergsteigers ???? #Follow me on Instagram!

 

Was sind Deine Stärken? Was sind Deine Schwächen?

Ich hoffe ich kann den Kader durch meinen Erfahrungsschatz etwas aufwerten. Und bin ein halbwegs brauchbarer Allrounder, ich mach halt alles ein bissl… (aber nix gscheid ;)

Darin liegt wohl auch die Schwäche, bin weder ein guter Sportkletterer noch ein super Bergläufer.

 

Hast du aktuell bergsportliche Pläne, über die du reden magst? Hast du besondere Ziele?

Ich war schon lange nicht mehr auf einem anderen Kontinent zum Bergsteigen oder klettern. Direkte Ziele habe ich eigentlich keine, dafür gibt’s aktuell einfach zu starke Einschränkungen (danke Corona). Aber langfristig war ich noch nie in Patagonien oder in den USA zum klettern… Auch eine 8a wäre irgendwann mal ganz nett ????

 

Wie hast Du mit dem Bergsport angefangen?

Mein Vater ist bei der Bergwachtbereitschaft Altötting. Da durfte ich als Kind schon oft zu Skidiensten mitfahren und mir Abends immer die Geschichten der anderen anhören. Genau diesen Bergwachtlern habe ich heutzutage vieles zu verdanken, sie haben mich geduldig mitgenommen und aufgepasst damit mir in den Anfängen in den Bergen nichts passiert.

 

Wie hast du dein aktuelles Niveau erreicht, das dich in den Expedkader gebracht hat?

Einfach über die Jahre immer viel in den Bergen unterwegs sein und alles mal ausprobieren.

Für gezieltes (sinnvolles) Training fehlt mir meistens die Disziplin. Wenn im Winter die Verhältnisse passen, geh ich halt lieber a Skitour als in die Boulderhalle.

 

Woher kommt Deine Motivation? (Was treibt Dich die Berge hinauf?)

Wenn ich abends die Bilder der letzten Tour sortiere, schau ich meistens gleich den Wetterbericht für die nächsten Tage an. Irgendwo geht immer was!! Eigentlich kommen auf jeden erreichten Gipfel und nach jeder Klettertour mindestens drei weitere Ideen.

 

Was ist dein witzigstes, spannendstes oder denkwürdigstes Erlebnis in den Bergen?

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie im Biwak am Wandfuß des Walkerpfeilers nachts um zwei auf einmal ein Gewitter immer näher kam, da waren wir froh um die Wahl des schwereren Zweimannbiwaksacks. Einer hat immer das Wasser ferngehalten und der andere konnte schlafen. Denkwürdige Erlebnisse hatte ich schon mehrmals. Wir waren im Frühjahr 2015 in Nepal, als sich ein schweres Erdbeben ereignete. Das hat einerseits die enorme Wichtigkeit eines (leider fehlendes) gut funktionierenden Gesundheitssystems und einer medizinischen Versorgung offengelegt, welches dort fehlt. Andererseits war ich sehr positiv überrascht, wie die Einheimischen die Katastrophe zum Teil verkrafteten und verarbeiteten.

 

Hast Du Vorbilder?

Die Vorbilder von gestern sind heute oft meine Freunde und Tourenpartner ????