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Florian Storkenmaier

Name

Florian Storkenmaier

 

Geburtstag

12.11.1999

 

Wohnort

Langenargen / Bodensee

 

Beruf/Schule/Studienrichtung

Schreiner, denn wie der Schreiner kann‘s keiner… 

 

Engagement im DAV? (Jugendleiter o.ä.)

Mitglied der Jungmannschaft Wangen im Allgäu.

 

 

 

Was hast du bisher gemacht? Was sind deine Highlighttouren oder Sportkettereien?
 

Highlights Sportklettern

Das Schwierigste war bisher 7b (Sumicomio am Zucco dell’Angelone). Da muss ich unbedingt besser werden!

 

Highlights Eisklettern

Engadin, Cavaglia - Il Muro WI4+

Ötztal, Ochsengarten - Sir Max WI5-

Pitztal, Kitzgartenschlucht diverse Routen bis WI5

 

Highlights Mixedklettern

Rubihorn, N-Wand - Rubilove M7

Starzlachklamm, einige Routen bis M9

 

Highlights Eis/Mixed Alpin

Piz Roseg, NE-Wand S/3b, 50-60°

Obergabelhorn, S-Wand S/4b

 

Highlights Fels Alpin

Pizzo Badile, NE-Wand - Via Cassin 6a (mit 16 Jahren)

Rätikon, Chlei Venedig - Rialto 6b

 

Highlight Expedition

2018 Peak Lenin (7134m)

 

 

Florian über sich und die Welt

Was sagen Deine Familie/Partner/Freunde zu Deinem Bergsport? Gibt es Kritik oder Bedenken?

Meine Eltern unterstützen mich da voll und ganz. Sie können meine Begeisterung für die Berge verstehen, sind sie ja selbst Bergsteiger aus Leidenschaft.

Sie wissen um die Gefahren, machen sich aber dennoch nur manchmal Sorgen, wenn ich weg bin, da sie mich eigentlich als umsichtigen Bergsteiger kennen. Ich war ja schließlich jahrelang mit meinen Eltern zusammen unterwegs.

 

Kritik höre ich selten. Im Gegenteil es gibt eigentlich viel Anerkennung von allen Seiten für meinen Weg.

 

Welche Hobbys / Interessen hast Du abseits der Berge?

Neben der Arbeit und dem Bergsteigen bleibt eh nicht mehr so viel Zeit für andere Hobbys.

Außerdem ist es in den Bergen doch sowieso am schönsten. Da kann man einfach so viel unternehmen.

 

Wie finanzierst Du Dich?

Ich arbeite als Schreiner in Teilzeit und gehe einfach mit dem Gehalt sparsam durchs Leben. Außerdem wohne ich momentan noch zu Hause und habe dadurch nicht so viele Ausgaben.

Die Unterstützung durch meine Eltern darf natürlich auch nicht vergessen werden.

 

Was magst Du an Menschen? Was regt Dich auf?

Ich bin ein ziemlich aufgeschlossener Mensch. Unkomplizierte und witzige Menschen sind mir am liebsten. Aber mit Leuten, die nur von sich reden und keinen Humor haben, mit denen komme ich nicht so zurecht.

Aber an für sich bin ich bis jetzt mit fast allen Leuten sehr gut ausgekommen.

 

Was braucht es für einen guten Tag am Berg?

Auf jeden Fall gutes Wetter, nette Kumpels und eine lange anstrengende Tour. Dann wird das Erlebnis unvergesslich.

 

Was kannst Du am Berg überhaupt nicht vertragen?

Wenn am Berg viel zu viel los ist, man ewig warten muss und es dadurch gar nicht richtig vorangeht. Da verliere ich recht schnell die Geduld.
 

Was sind Deine Stärken? Was sind Deine Schwächen?

Eine Stärke ist definitiv die Wegfindung in großen alpinen Wänden. Dafür habe ich ein relativ feines Näschen.

Beim Sportklettern will ich unbedingt besser werden. Bisher hatte mir da immer die Motivation gefehlt, um schwere Stellen auszubouldern. Nach spätestens drei Versuchen kam der „Alpinist“ in mir durch und ich habe in den Haken gelangt und war drüber.

 

Hast du aktuell bergsportliche Pläne, über die du reden magst? Hast du besondere Ziele?

Ich habe zwar sehr viele alpine und anspruchsvolle Ziele im Kopf und auf meiner Wunschliste, aber so ganz konkrete bergsportlichen Pläne gibt es bei mir aktuell nicht. Schlussendlich entscheiden ja das Wetter und die Verhältnisse, was gerade gemacht werden kann. Ich bin da immer sehr flexibel und spontan.

Längerfristig würde ich gerne öfters auf Expedition gehen. Am liebsten in abgelegenen Regionen, um anspruchsvolle Erstbegehungen durchzuführen.

 

Wie hast Du mit dem Bergsport angefangen?

Schon seit frühester Kindheit bin ich mit meinen Eltern in den Bergen unterwegs gewesen.

Vor allem mein Vater hat mir von Anfang an alle Facetten des alpinen Bergsports beigebracht und über die Jahre hinweg die Ziele so gesetzt und gesteigert, dass ich eigentlich immer am „scharfen“ Ende des Seils vorsteigen konnte. Dadurch konnte ich schon früh sehr viel Erfahrung sammeln.

 

Wie hast du dein jetziges Niveau erreicht, das dich in den Expedkader gebracht hat?

Speziell trainiert habe ich in den letzten Jahren nicht, ich bin bisher einfach nur viel in den Bergen unterwegs gewesen und habe dadurch mein jetziges Niveau erreicht. In Zukunft möchte ich aber schon speziell trainieren, um mein persönliches Leistungsniveau weiter zu steigern.

 

Woher kommt Deine Motivation? (Was treibt Dich die Berge hinauf?)

Das ist schwierig zu sagen….. Ich bin einfach unheimlich gerne in den Bergen unterwegs. Für Nichtbergsteiger ist das zwar schwer zu begreifen, aber man kann es so vielleicht deutlicher ausdrücken:

Wenn du als kleiner Punkt an einem großen Berg in einer gewaltigen Landschaft unterwegs bist, du immer höher steigst, die Sonne irgendwann aufgeht und die Umgebung von oben siehst, dann ist das einfach unfassbar schön und macht mich unglaublich glücklich.

Man muss das einfach mal erlebt haben.

 

 

 

Was ist dein witzigstes, spannendstes oder denkwürdigste Erlebnis in den Bergen?

Witzig finde ich es immer wieder auf einer Ski- oder Klettertour an Leuten „vorbeizuzischen“ und ihre erstaunten Gesichter zu sehen.

Spannend war es im Alter von 16 Jahren, als ich die Cassin in der Badile NO-Wand vorsteigen durfte. Es herrschte perfektes Wetter und nur eine weitere Seilschaft war mit uns in der Wand, was bei guten Verhältnissen ja äußerst selten der Fall ist. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie wir anfangs echt riesen Respekt vor der großen Wand hatten. Als wir dann drin waren, lief einfach alles perfekt und wir kamen extrem schnell voran.

Diese schöne Tour werde ich wohl nie vergessen.

Denkwürdig waren einige Momente auf der 7000er Expedition am Peak Lenin als vier Leute bei Schlechtwetter ums Leben gekommen sind. Da hatte ich schon ein mulmiges Gefühl und fragte mich, ob das überhaupt richtig ist, was wir hier machen.

 

Hast Du Vorbilder?

Da gibt’s schon welche ….