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Luisa Deubzer

Name

Luisa „Lulu“ Deubzer

 

Geburtstag

01.03.1994

 

Wohnort

Glarnerland, Schweiz

 

Beruf/Schule/Studienrichtung

Nachdem ich meinen Master in „Umwelt und Natürliche Ressourcen“ letztes Jahr abgeschlossen habe, mache ich zurzeit ein Praktikum bei einer Umweltschutzorganisation

 

 

Was hast du bisher gemacht? Was sind deine Highlighttouren oder Sportklettereien?

Eisklettern

„Blue Magic“ in Kandersteg. Obwohl ich da im Nachstieg war, ist mir diese Tour besonders in Erinnerung geblieben. Einfach deshalb, weil 2018 meine erste Eissaison war und die Eisformationen, die Stimmung und Steilheit sehr eindrücklich für mich waren.

 

Alpinklettern

Salbit Westgrat, Göschenen; Psychides, Chli Bielenhorn; Motörhead, Grimsel

 

Hochtouren/Grate/Kombiniertes Gelände

Lenzspitze Nordwand-Nadelhorn Traverse, meine ersten beiden 4000er; Eselsgrat, Roseg; Piz Palü mit Skiern

 

Sportklettern

Omerta, 8b+, Axenstrasse; Alustar 8b+, Axenstrasse; Euphorie, 8b/+, Voralpsee; Grenzgänger, 8a, Onsight, Voralpsee; Tufandago, 8a+, Flash, Leonidio; Megakante, 8a+, Leonidio

 

Lulu über sich und die Welt

Was sagen Deine Familie/Partner/Freunde zu Deinem Bergsport? Gibt es Kritik oder Bedenken?

 

Jetzt würde ich hier gerne eins von diesen Memes einfügen: „What my parents think I do“ (Quasi Winterbergsteigen am K2), “What my boyfriend thinks I do” (Am Kinderspielplatz des Alpinismus meine Eisgeräte stumpf schlagen) “What my friends think I do” (Sportklettern, nur mit Schnee auf den Griffen)

 

Welche Interessen hast Du abseits der Berge?

 

Zwischen Bergen und Arbeit bleibt im Moment leider auch gar nicht so viel Zeit. Da ich (z.B. als Weisse, cis-Frau…) sehr viele Privilegien habe, sehe ich es aber als meine Verantwortung, wenigstens in einem gewissen Minimal-Umfang politisch zu sein. Also gesellschaftliche Debatten kritisch zu verfolgen, dazuzulernen und die Perspektiven von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen zu hören/lesen. Gleichzeitig, ist die Klimakrise und der Verlust der Artenvielfalt eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Deshalb habe ich die letzten Jahre bei ein paar kleineren Projekten mitgemacht bzw. sie mitorganisiert und nehme immer mal wieder an politischen Veranstaltungen teil, mit dem Ziel, zumindest auch ein bisschen was Nützliches zu tun. In dem Kontext finde ich es auch spannend, mehr über alternative Gesellschafts-/Wirtschaftssysteme zu lernen.

 

Wie finanzierst Du Dich?
Mit meinem Praktikum.

 

Was magst Du an Menschen? Was regt Dich auf?

Mitgefühl für und Sorge um andere Lebewesen, Großzügigkeit, Schlagfertigkeit und Argumentationsfreude, sowie eine gewisse Bereitschaft über sich selbst zu lachen.

 

Wenn Leuten soziale oder ökologische Missstände egal sind. Wenn Youtube statt Wissenschaft geglaubt wird.

 

Was braucht es für einen guten Tag am Berg?

Verbundenheit. Entweder zu meinem Partner/meiner Partnerin oder zum Berg/der Route. Im besten Fall beides. Und das Gefühl, dass ich dem, was wir vorhaben gewachsen bin, auch wenn es fordernd wird.

 

Was kannst Du am Berg überhaupt nicht vertragen?

Egoismus, Angeberei, Staudämme und Tickmarks.

 

Was sind Deine Stärken? Was sind Deine Schwächen?

Bizeps und eine gewisse Neigung zu Chaos.

 

Hast du aktuell bergsportliche Pläne, über die du reden magst? Hast du besondere Ziele?

Mehr Erfahrung und Routine kriegen, um vor allem auch im „leichteren“ Gelände schneller zu sein.

 

Wie hast Du mit dem Bergsport angefangen?

Als Kind war ich mit meinen Eltern oft beim Wandern. Mein Dad war bei kleineren Kraxelstellen immer etwas nervös, dass ich runterfallen könnte und ich glaube, unteranderem deshalb haben mich meine Eltern dann bei einem Kletterkurs angemeldet…

 

Wie hast du dein aktuelles Niveau erreicht, das dich in den Expedkader gebracht hat?

Vom Sportklettern und Berglaufen habe ich eine ganz okaye physische Grundlage. Die alpinere Erfahrung ist über die letzten Jahre langsam dazugekommen, unter anderem durch DAV-Camps und durch das Mitgehen bei Leuten mit mehr Erfahrung. Es gibt aber (zum Glück) noch ziemlich viel Ausbaupotential. ;)

 

 

Woher kommt Deine Motivation? (Was treibt Dich die Berge hinauf?)

Am Ende des Tages ein cooles Bild auf Instagram mit einem inspirierenden Spruch posten zu können, was auch sonst? Nein. Es hängt immer vom Tag ab. An manchen Tagen die Lust an der Bewegung oder Freude draussen zu sein, an anderen auch mal ein grosses Ziel oder ein*e motivierte*r Partner*in.

 

Was ist dein witzigstes, spannendstes oder denkwürdigstes Erlebnis in den Bergen?

Es fällt mir gerade schwer eines herauszupicken, das viel denkwürdiger war als die anderen, weil es da immer ein paar gibt. Und witzig sind ja oft gerade kleine Sachen, an die man sich nach Jahren trotzdem noch lachend und Kopf schütteln erinnert. Der Tag aus dem ein Zustieg zur Hütte unerwartet zu einem riesen Tag wurde, nur weil wir zu stur waren umzukehren, als der Sommerweg sich als absolut impraktikabel im Winter zu gehen herausstellte (ja es hätte einen Winterweg gegeben), und wir uns den Hang von Latsche zu Latsche sichernd hochgewühlt haben. Oder als wir mal ausprobieren wollten wie schnell und effizient wir als Seilschaft so sein können, ich aber schon in der ersten Seillänge vergessen hatte, meine Seilenden fest zu halten und die dann auf einmal oben am Stand hingen, noch bevor ich mich unten einbinden konnte…

 

Hast Du Vorbilder?

Nicht direkt. Aber Menschen, die mich sehr beeindrucken sind zum Beispiel Catherine Destivelle und Jane Goodall.

 

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