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Laura Tiefenthaler

Geburtstag: 14.07.96

 

Wohnort: Innsbruck

 

Beruf/Schule/Studienrichtung: Medizinstudium in Innsbruck

 

Engagement im DAV? (Jugendleiter o.ä.): beim ÖAV in Innsbruck bin ich Jugendleiterin

 

Wie schätzt du dein bisheriges Können ein? Was hast du bisher in den Bergen gemacht?

Fels & Bouldern:

Zu meinen 21. Geburtstag bin ich in Cortina meine erste 7b geonsightet. Gebiet: Rio Gere, Roussian Roulette

 

Eisklettern:

Klassischer Renkfall (WI4+, 170m),

Mordor (WI5, 300m) in der Gasteiner Eisarena

 

Fels alpin:

Comici an der Großen Zinne (VII/VI obl., 500m), Cassin an der Westlichen Zinne (VIII/VI+ obl., 650m), Bachmannpfeiler (VI+, 330m) an der Hechenbergwand, O sole mio (VII+/VII- obl., 300m) und Direkte (VIII/VII- obl., 400m) am Capucin, Salbit Westgrat (VII-/VI obl., 1600m/36 Seillängen)

 

Eis/Mixed alpin:

Schrammacher Diagonale (M4+, 60°, 800m)

 

Laura über sich und die Welt

Was sagen Deine Eltern/Familie/Partner/Freunde zu Deinem Bergsport? Gibt es Kritik oder Bedenken?

Als ich in den Kader aufgenommen wurde, und schon davor waren meine Eltern etwas skeptisch, da ich mehr geklettert und gereist bin als studiert habe. Es ist ihnen (und mir) sehr wichtig, dass ich mein Studium abschließe. Das haben sie dann auch mehr oder weniger verstanden. Seit ich die Prüfungsergebnisse von diesem Semester erhalten habe und damit gezeigt habe, dass man auch mit relativ geringem Aufwand studieren kann, sind meine Eltern aber wieder zufrieden und froh.

Meine Mama macht sich manchmal Sorgen, wenn ich in den Bergen unterwegs bin, weil sie weiß, dass es immer ein Risiko gibt. Deswegen zeige ich ihr meistens keine Fotos und melde mich halt immer wieder.

 

Welche Hobbys / Interessen hast Du?

Ehrlich gesagt bleibt neben Bergsport und Medizinstudium nicht mehr viel Zeit für andere Hobbys. Man braucht ja auch noch genug Zeit einfach nichts zu machen. Das hab ich auch gemerkt als ich verletzt war in den Ferien. Da hatte ich auf einmal sehr viel Zeit und wusste nicht so recht was damit anzufangen.

 

Wie finanzierst Du Dich?

Meine Eltern finanzieren mir mein Studium und solang ich das schaffe kann ich mit dem Geld machen was ich will.

 

Was magst Du an Menschen? Was regt Dich auf?

Ich mag fast alle Menschen und meistens zerbrech ich mir nicht den Kopf darüber warum. Ich mag es an Menschen, wenn sie andere so sein lassen, wie sie sind. Jeder ist unterschiedlich und das macht das Leben bunt und spannend. Außerdem finde ich es angenehm, wenn Leute sagen was sie wollen und nicht grantig sind, ohne dass ich verstehe warum. Mich regt es auf wenn Leute eingebildet sind oder glauben sie sind etwas besseres. Das tut natürlich jeder von sich, aber manche zeigen das halt mehr. ;)

 

Was braucht es für einen guten Tag am Berg?

Einen Tourenpartner mit dem es passt und mit dem man sich auch sonst gut versteht, der einen nicht unter Druck setzt. Es ist schön, wenn man am Stand Spaß hat und sich gegenseitig motivieren kann. Außerdem ist es wichtig, dass einen die Tour fordert aber nicht überfordert. Gute Bedingungen sind natürlich auch wichtig.

 

Was kannst Du am Berg überhaupt nicht vertragen?

Viele Menschen in einer Prestige-Tour, die von ihrem Können her dort nichts zu suchen haben und einen Stau verursachen. Nee, versteh ich eh. Muss dann aber immer kurz schimpfen, damit ich nicht grantig werde.

 

Was sind Deine Stärken? Was sind Deine Schwächen?

Ich bin immer motiviert etwas zu machen. Ich mach dann oft auch einfach, muss aber aufpassen, dass ich nicht zu viel will und mich daran erinnern, dass die Berge so schnell nicht davonlaufen. Ich bin selten zufrieden mit dem was ich gemacht habe, aber das ist auch ein Antrieb.

 

Welche aktuellen bergsportlichen Pläne hast Du?

Dieser Sommer scheint für mich verletzungsbedingt gelaufen zu sein. Im Oktober möchte ich noch ein bisschen Alpinklettern - rund um Bozen oder im Schüsselkar zum Beispiel. Eine Longline möchte ich auch gehen und für die Dolos bin ich eh immer zu haben. Ich hab schon wieder viel zu viele Ideen - mal schauen. Dann Eisklettern, Skitouren und Schifahren - Winter halt. Tiptop! Da fällt mir dann schon was ein. Es kommt eh immer anders als man denkt und Spontanität muss sorgfältig geplant sein.

 

Welche Ziele hast Du?

Spaß an der Sache haben und mich nicht stressen lassen. Eine gute Zeit mit den Mädels verbringen. Ich möchte im Moment einfach stärker werden, um sicher in schwereren Sachen unterwegs sein zu können.

 

Wie hast Du mit dem Bergsport angefangen?

Meine Eltern gingen mit uns Kindern schon immer wandern. Mein Papa geht auch fleißig Skitouren, bei denen er mich mitgenommen hat. Richtig gepackt hat es mich aber erst, als ich die Möglichkeit hatte, selbstständig unterwegs zu sein. Im ersten dieser Sommer ging ich mit einer Freundin eine mehrtägige Wanderung. Dabei habe ich mitbekommen was Hochtouren sind und hab mir gedacht, das will ich auch versuchen. Zum Glück war mein Bruder in dieser Zeit auch sehr motiviert in die Berge zu gehen und so hatte ich auch schon Leute gefunden, mit denen ich durchstarten konnte.

 

Woher kommt Deine Motivation? (Was treibt Dich die Berge hinauf?)

Ich wunder mich auch manchmal, warum ich so motiviert bin, irgendwo hoch zu klettern, nur um wieder runter zu müssen. Mir machts einfach viel Spaß. Ich kann dabei sehr viel Glück empfinden. Nach dem Klettern geht es mir immer besser als davor. Ich glaube es geht auch darum Geschichten erzählen zu können. Außerdem lernt man beim Bergsteigen viel über sich selbst.

 

Was war für Dich ein besonders gutes / ein besonders schlechtes Erlebnis?

Es war für mich eigentlich ein sehr schöner Bergtag. Wir gingen den Teufelsgrat auf den Mont Blanc du Tacul und danach noch auf den Mont Blanc. Bei uns lief es gut, natürlich insgesamt anstrengend, aber das wollten wir ja so. An diesem Tag starben aber drei Menschen am Mont Blanc, mit denen wir alle mehr oder weniger Kontakt hatten. Mit zwei von ihnen sprachen wir am Vorabend kurz am Rifugio Torino. Sie wirkten auf mich etwas verbissen, sie erfroren erschöpft am Gipfel des Tacul. Der dritte war ein Japaner den wir auf dem Weg auf den Mt. Blanc überholten und beim Abstieg nochmal sahen. Er wollte etwas entfernt von der Spur biwakieren. Wir fragten ihn ob er Hilfe brauche und ob er sich sicher sei dort bleiben zu wollen. Am Abend wurde das Wetter schneller schlecht, als wir es erwartet hatten. Seit diesem Abend wird der Japaner vermisst und in den Spalten des Tacul vermutet. Wir diskutierten später noch lang darüber, ob wir den Japaner an den Ohren hätten ziehen sollen.
 

Besonders gutes Erlebnis: Da gab es einige. Was mir als besonders schön in Erinnerung blieb war eine viertägige Hochtour: Obergabelhorn (Arbengrat), Zinalrothorn (Rothorngrat), Schalihörner Überschreitung und Weißhorn (Schaligrat). Das Wetter wurde immer besser und besser. Und es lief einfach.

 

Hast Du Vorbilder?

Klar gibt es Menschen die mich faszinieren und inspirieren. Ich will aber trotzdem mein eigenes Ding machen.

 

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