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Alpinkletterlehrgang des Frauen-Expedkaders

31.07.2018, 21:40 Uhr

Eine ganze Woche lang waren die Athletinnen des Expedkader Frauen in den Dolomiten, um ihre Alpinkletterfähigkeiten auszubauen. Dabei standen nicht nur Schwierigkeitsgrade im Vordergrund, sondern auch Schnelligkeit.


 

Zum ersten Mal war der Kader bei diesem Lehrgang vollzählig mit Trainerin Dörte Pietron unterwegs. Somit stand auch die Integration der Sportlerinnen im Fokus, die krankheits- oder verletzungsbedingt bisher leider ausgefallen sind.


Doch in erster Linie ging es natürlich ums Klettern. Die Dolomiten boten dafür wie schon für einige Kaderlehrgänge und Nachwuchscamps das perfekte Übungsgelände, denn in vielen Routen stecken keine Bohrhaken und die Kletterei ist abenteuerlich.

Unterstützung bekamen sie von Fritz Miller, der vor allem ein Ziel hatte: Die Kletterinnen im leichten Gelände schneller machen! Das heißt nicht nur schnell klettern, sondern in erster Linie Abläufe optimieren. Dazu hatte Profibergsteiger Fritz einige Tipps und Tricks auf Lager.

 

 

Mit ihm kletterten sie etwa die „Via Classica“ an der Tofana di Rozes, die „Via Franz“ am Grödner Joch oder die „Pichl“ in der Langkofel Nordostwand mit anschließender Überschreitung. An den Drei Zinnen konten sie die „Dülfer“ in der Westwand schnell abspulen, doch das Highlight war sicher die Gesamtüberschreitung des Dolomitenwahrzeichens: Über die „Gelbe Kante“ ging es auf die Kleine Zinne, über den Normalweg hinab und gleich die „Dibonakante“ zur Großen Zinne hinauf. Ebenfalls den Normalweg absteigend gelangten sie zum Fuß der Westlichen Zinne, die sie über die „Demuthkante“ erreichten.
 

 

 

Dörte dagegen wandte sich stattdessen eher den Kletterschwierigkeiten zu und kletterte mit den Kaderathletinnen nicht schnell, sondern schwer. Typisch für die Dolomiten fand das Leistungsklettern aber nicht nur an Bohrhaken statt, sondern in den meisten Extremklassikern nur an rostigen Schlaghaken oder mobilen Sicherungsmitteln.

 

 

Zum Einklettern ging es gleich über die „Pilastro“ auf die Tofana di Rozes, am Grödner Joch gelang die „Geo“ und am Heiligkreuzkofel die „Mayerlverschneidung“. An den Zinnen kletteten sie den Klassiker „Comici“ in der Nordwand der Großen Zinne, zudem konnten sie – diesmal zumindest teilweise von Bohrhaken gesichert – die schwere Sportkletterei (7b) der „Prima Ballerina“ an der Kleinen Zinne für sich verbuchen.

 

Einen „Ruhetag“ nutze die Gruppe, um an einem Übungsfels exzessiv das Hakenschlagen zu trainieren. Zusätzlich wurde bereits über die Abschlussexpedition 2020 diskutiert, Ideen besprochen und Ziele eingegrenzt.