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Naturverträglich Klettern

Wo informiere ich mich vor der Fahrt ins Klettergebiet?

Felsen sind oft sensible Lebensräume. Daher sind in bestimmten Bereichen Regeln unerlässlich. Dadurch wird der Erhalt der Klettermöglichkeiten genauso gesichert wie die dort lebenden Pflanzen und Tiere.

Informiere dich vor allem über akuelle Regelungen zum Vogelschutz. Diese werden regelmäßig daran angepasst, wo und wann tatsächlich Vögel brüten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich zu informieren:

 

 

Informationsquellen

  • Das Portal dav-felsinfo.de enthält Informationen zu rund 4000 Felsen in Deutschland und alle aktuellen Kletter-regelungen (s. unten)

 

 

  • Der Kletterführer, möglichst eine aktuelle Auflage mit dem Gütesiegel "Naturverträglich Klettern" (s. unten)

 

 

 

 

Kletterkonzepte

In vielen Klettergebieten Deutschlands wurden mit großem ehrenamtlichen Engagement sogenannte Kletterregelungen oder Kletterkonzeptionen entwickelt. Kletterverbände, Behörden und Naturschutzverbände arbeiten hier Hand in Hand. Die Vereinbarungen beruhen auf dem Prinzip der Freiwilligkeit, sowohl auf seiten der Kletterer als auch seitens der Behörden und Umweltverbände. Die Akzeptanz der Massnahmen ist die wichtigste Voraussetzung um die Klettermöglichkeiten langfristig zu erhalten.

Kleinräumige Felszonierungen und zeitweilige Sperrungen sind mit den Symbolen "Kreuz" und "Pfeil" direkt an der Felswand gekennzeichnet. Das Kreuz markiert gesperrte Wandbereiche oder Zustiegswege. Der Pfeil weist auf den freigegebenen Wandbereich bzw. auf den richtigen Zustiegsweg hin.
 

 

Vogelschutz

Felsbrütende Vogelarten wie Uhu, Wanderfalke oder Kolkrabe sind während der Brut- und Aufzuchtzeit sehr störempfindlich. Um sie in dieser wichtigen Phase zu schützen, können zeitlich befristete Sperrungen einzelner Routen, Sektoren oder auch Felsen vereinbart werden. Gekennzeichnet wird das am Fels dann mit der nebenstehenden Plakette. Aktuelle  Sperrungen können auch jederzeit im DAV-Felsinfo eingesehen werden.

 

Kletterethik und Respekt

Der DAV unterstützt eine Entwicklung, die den Bedürfnissen und Ansprüchen der unterschiedlichen Nutzergruppen beim Felsklettern Rechnung trägt und Verantwortung für die Historie des Klettersports übernimmt. Die Kletterethik als Selbstverpflichtung ist regional stark beeinflusst, Informationen hierzu bieten die einzelnen Kletterregionen im DAV-Felsinfo. Diese sollten, wie auch die „Erstbegehungs - und Sanierungscharta“, zur Orientierung dienen und zur Etablierung von „gutem Stil“ beitragen. Letztendlich liegt es aber an jedem einzelnen, den regionalen Gegebenheiten und Verhaltensgrundsätzen mit Respekt und im Rahmen seiner klettertechnischen Möglichkeiten zu begegnen. 

 

Anreise

Viele Klettergebiete sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen - für Klima und Umwelt unbestritten die schonendste Art der Anreise. Sollte das Auto doch unumgänglich sein, empfiehlt es sich, Fahrgemeinschaften mit Freunden oder anderen Felsaspiranten über Mitfahrportale oder auch die „Schwarzen Bretter“ der Sektionen zu bilden. Vor Ort sind die Parkmöglichkeiten oft knapp, trotzdem sollten nur ausgewiesene Parkplätze genutzt werden.  Einfahrten,  Forst- oder Feldwege etc. dürfen auf keinen Fall  zugeparkt werden. Ein großer Teil der Probleme in den Klettergebieten geht nicht auf den Naturschutz sondern auf Eigentümer- und Anwohnerkonflikte zurück.

 

Zustieg

Über den Zustieg informiert vorab der Kletterführer oder das DAV-Felsinfo, vor Ort teilweise auch Übersichtstafeln oder Hinweisschilder. Eine gute Landkarte  erleichtert oft die Suche. Klettergärten sind meist auf Wander- oder Forstwegen, zum Schluss meist über kleine Steige zu erreichen. Bitte bleibt auf den Wegen und kürzt nicht ab. Vor allem im Umfeld der Felsen gibt es oft trittempfindliche Biotope.

 

Am Fels

Wandfußbereiche sind Lebensräume für Spezialisten aus der Tier- und Pflanzenwelt. Wasserknappheit und Nährstoffarmut bilden einen extremen Standort. Achtlos hingeworfene Rucksäcke, Crashpads oder Seilsäcke schädigen diese fragilen Biotope. Ein zentrales Materialdepot an einer sinnvollen Stelle reduziert diese Belastung. Auch soziales Mitdenken ist unerlässlich: Feuerstellen, Zigarettenkippen, Müll und Fäkalien verleiden nicht nur Kletterern den Aufenthalt. Sehr oft stehen Felsen auf Privatgrund -  Probleme bis hin zur Felssperrung sind dann vorprogrammiert.

 

Die Unterkunft

Direkt am Fels zu übernachten mag zwar reizvoll sein, führt aber nicht selten zu Ärger mit Anwohnern, Förstern oder Jägern. Bitte nutzt daher Campingplätze, DAV-Hütten oder Gasthäuser. Dies hat auch einen großen Vorteil: so bleibt etwas Geld bei der regionalen Bevölkerung hängen und damit steigt langfristige die Toleranz gegenüber den Besuchern und ihrem seltsamen Treiben am Fels. 

 

Leitbild und Konzeptionen

Klettern und Naturschutz

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Klettern boomt - nicht nur in der Halle, auch an den Naturfelsen! Felsen sind jedoch auch Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Daher sind Regelungen zum naturverträglichen Klettern sinnvoll und nötig. Klettern boomt! Aber nicht nur in Kletterhallen, auch an Naturfelsen erfreut sich das Klettern großer Beliebtheit. Dass man in Deutschland an über 4000 Wänden und Türmen in der Natur klettern darf ist nicht selbstverständlich. Denn viele Felsen unserer Mittelgebirge sind Rückzugsgebiete für seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Daher sind Regelungen zum naturverträglichen Klettern sinnvoll und nötig. Nur dadurch kann gesichert werden, dass diese sensiblen Naturräume langfristig intakt bleiben. Der DAV setzt dabei soweit wie möglich auf freiwillige Vereinbarungen (Kletterkonzeptionen), die einen ausgewogenen Interessensausgleich zwischen Naturschutz und Klettersport gewährleisten. Denn Naturerfahrung und Naturerlebnis sind fester Bestandteil des Kletterns. In der Broschüre „Klettern und Naturschutz - Leitbild zum naturverträglichen Klettern in Deutschland“ wird der Bogen von der Sportart Klettern über den Lebensraum Fels bis zu Strategien zum naturverträglichen Klettern gespannt. Das Leitbild ist mit den Naturfreunden, der IG Klettern sowie mit der Vereinigung Pfälzer Kletterer abgestimmt. 

Felsbetreuung

Kommission Klettern und Naturschutz

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Betreuung der Klettergebiete in Deutschland Mitte der 80er Jahre verschärfte sich bundesweit der Konflikt zwischen Klettern und Naturschutz in den meisten Klettergebieten der Mittelgebirge Deutschlands. Im Jahre 1991 wurde als Gegenmaßnahme eine bundesweite Betreuungsstruktur der Klettergebiete geschaffen. An deren Spitze steht die Kommission Klettern & Naturschutz des Deutschen Alpenvereins (damals Bundesausschuss genannt). 

Gütesiegel für Kletterführer

Naturverträglich Klettern

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Kletterführer, die den Kriterien entsprechen, erhalten das Gütesiegel "naturverträglich Klettern" Ein guter Kletterführer ist Voraussetzung für einen gelungenen Klettertag. Dabei geht es nicht nur um die Position der Haken, die korrekte Angabe der Schwierigkeitsgrade und naturgetreu gezeichnete Topos, auch Naturschutzthemen, wie Felszonierungen, befristete Sperrungen, Verhaltensregeln am Fels oder Tipps zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollten in keinem Kletterführer fehlen. Werden alle diese Themen in ausreichendem Maße berücksichtigt, kann ein Kletterführer mit dem Gütesiegel "Naturverträglich Klettern" ausgezeichnet werden, das gemeinsam von Deutschem Alpenverein, IG Klettern, den Naturfreunden Deutschlands und weiteren lokalen Kletterverbänden vergeben wird. Unter dav-felsinfo.de (Infos/Kletterführer) sind alle Kletterführer verzeichnet, die bereits das Gütesiegel bekommen haben. 

DAV-Felsinfo.de

Webportal für Klettergebiete

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Webportal für alle Klettergebiete Deutschlands DAV-Felsinfo.de ist ein umfassendes Portal zu Deutschlands Kletterfelsen und zum naturverträglichen Klettern. Es enthält Basisdaten und aktuelle Regelungen zu über 4000 Felsen, die in interaktiven Karten angezeigt werden. Dazu gibt Hintergrundinformationen zur Geologie, zur Klettergeschichte, zum Lebensraum und zu den Ansprechpartnern der jeweiligen Region. News informieren über aktuelle Brennpunkte in den Gebieten. Wichtig: Erst ins Felsinfo schauen, dann Kletterausflug planen! dav-felsinfo.de 

Bouldern naturverträglich

Boulderappell

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Boulderappell Das Treiben an den kleinen Blöcken hat sich längst zu einer festen Spielart des Kletterns etabliert. Ob mit Wollmütze oder ohne, auch hier bewegen sich die Boulderer häufig in einem sensiblen Naturraum. Ein paar Spielregeln sind daher unvermeidlich. DAV, Naturfreunde, IG Klettern und die Pfälzer Kletterer haben in Abstimmung mit einigen Aktiven aus der jeweils regionalen Boulderszene einen Boulderappell erarbeitet. Er ist eine Empfehlung und gibt Hinweise und Tipps um ein verträgliches Neben- und Miteinander an den Blöcken auch in Zukunft zu ermöglichen. Boulderer, bitte haltet euch daran!