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Pflanzen am Fels

Vertikale Überlebenskünstler

Felspflanzen sind wahre Überlebenskünstler: Sie müssen mit extremer Trockenheit und starken Temperaturschwankungen zurechtkommen. Werden sie beschädigt, brauchen sie viele Jahre um sich wieder zu erholen. Oft sind Felspflanzen auch Relikte vergangener Zeiten und gesetzlich geschützt.

Auf dem Weg zum Klettergarten und direkt am Fels findet man einige dieser Spezialisten. Hier eine Auswahl.

 

Felsen - Hungerblümchen

Der Name bezieht sich auf  die Spezialisierung als „Hungerkünstler“ (auch Immergrünes Felsenblümchen, Draba aizoides). Felsstandorte bieten meist nur sehr wenig Bodenauflage und damit auch wenig Wasser und Nährstoffe für die Pflanzen. Wie viele andere Pflanzen der Mittelgebirgsfelsen ist auch das Felsen-Hungerblümchen ein Überbleibsel der letzten Eiszeit vor über 10.000 Jahren.

Schutz: Bewachsene Felsbereiche meiden.

Vorkommen: Sonnige, exponierte Kalkstandorte, Felsköpfe.  Blütezeit Mai-Juni. Immergrüne Polsterpflanze, Eiszeitrelikt, Rote-Liste-Art, gefährdet!

 

Pfingstnelke

Die Blätter sind mit einer Wachsschicht als Verdunstungsschutz überzogen. Nelken sind seit langer Zeit als Heilpflanze bei Magenproblemen und Fieber geschätzt. 

Schutz: Bewachsene Felsköpfe, Bänder und Trockenrasenflächen nicht betreten!

Vorkommen: In trockenen Felsspalten, Trocken- u. Halbtrockenrasen, Blütezeit Mai bis Juli. Rote Liste, gefährdet!

 

Braunstieliger Streifenfarn

Häufiger und einprägsamer Felsbewohner. Farne sind entwicklungsgeschichtlich sehr alte Pflanzen, da sie sich seit fast 400 Millionen Jahren kaum verändert haben. Die Streifenfarne an den Mittelgebirgsfelsen sind Eiszeitrelikte. Sie sind, wie andere Pflanzen des Hochgebirges auch, während der Kälteperiode aus den Alpen in das nördliche Flachland eingewandert. Aufgrund der Wiederbewaldung während der folgenden Erwärmung konnten sie nur auf den Felsen der Mittelgebirge überleben.

Schutz: Bewachsene Bereiche nicht ausputzen!

Vorkommen: Halbschattige Lagen in Felsspalten und auf Bändern. 

 

Bleicher Schwingel

Der Bleiche Schwinger (auch Blasser Schafschwingel) ist eine Pionierpflanze auf den Kalkfelsen der Mittelgebirge und eine Zeigerpflanze für sehr warme, trockene Standorte. Um sich den dortigen Bedingungen  anzupassen, hat das Gras eine spezielle Wuchsform entwickelt: die langen Blätter sind zu einer fast geschlossenen Röhre eingerollt. So liegen die Spaltöffnungen für den Gasaustausch in einem geschützen Mikroklima im Innenraum.

Schutz: Felsköpfe nicht betreten, Umlenker verwenden!

Vorkommen: Exponierte, magere Kalkstandorte, Felskopfbereiche.

 

Mauerpfeffer

Das Nonplusultra was die Anpassung an extreme Bedingungen angeht. Der Mauerpfeffer kann Wasser in den Blätter speichern und seinen Gasaustausch auf die Nachtstunden verschieben. Er ist in sonnigen Felsbereichen relativ häufig. Die Larven des seltenen Apollofalters ernähren sich ausschließlich von den Blättern des Weißen Mauerpfeffers.

Schutz: Bewachsene Felsbereiche meiden. Felsköpfe nicht betreten.

Vorkommen: Stark besonnte Felsbereiche an Kalkfelsen.

 

Naturverträglich Klettern

Planung und Information

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Informiere dich vor allem über akuelle Regelungen zum Vogelschutz. Diese werden regelmäßig daran angepasst, wo und wann tatsächlich Vögel brüten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich zu informieren:   

Leitbild und Konzeptionen

Klettern und Naturschutz

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Klettern boomt - nicht nur in der Halle, auch an den Naturfelsen! Felsen sind jedoch auch Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Daher sind Regelungen zum naturverträglichen Klettern sinnvoll und nötig. Klettern boomt! Aber nicht nur in Kletterhallen, auch an Naturfelsen erfreut sich das Klettern großer Beliebtheit. Dass man in Deutschland an über 4000 Wänden und Türmen in der Natur klettern darf ist nicht selbstverständlich. Denn viele Felsen unserer Mittelgebirge sind Rückzugsgebiete für seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Daher sind Regelungen zum naturverträglichen Klettern sinnvoll und nötig. Nur dadurch kann gesichert werden, dass diese sensiblen Naturräume langfristig intakt bleiben. Der DAV setzt dabei soweit wie möglich auf freiwillige Vereinbarungen (Kletterkonzeptionen), die einen ausgewogenen Interessensausgleich zwischen Naturschutz und Klettersport gewährleisten. Denn Naturerfahrung und Naturerlebnis sind fester Bestandteil des Kletterns. In der Broschüre „Klettern und Naturschutz - Leitbild zum naturverträglichen Klettern in Deutschland“ wird der Bogen von der Sportart Klettern über den Lebensraum Fels bis zu Strategien zum naturverträglichen Klettern gespannt. Das Leitbild ist mit den Naturfreunden, der IG Klettern sowie mit der Vereinigung Pfälzer Kletterer abgestimmt. 

Tiere am Fels

Wanderfalke & Co

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Felsen sind Lebensräume für eine Reihe von Tieren wie dem Ameisenlöwen, der am Grund seines Fangtrichters auf Beute (Kletterer?) wartet. Die flinke Mauereidechse zeigt uns mit ihren Free Solo On Sight Speed Begehungen wo der Hammer hängt und Der Wanderfalke ist der Charaktervogel unserer Mittelgebirgsfelsen. In Deutschland brütet er von Anfang Februar bis Ende Juni an freistehenden Felsen, also genau dort, wo wir auch gerne klettern. Bis in die 60er Jahre ging der Bestand aufgrund giftiger Pflanzenschutzmittel (DDT), Bejagung und Nesträuberei zurück. In den Mittelgebirgen waren Wanderfalken praktisch ausgestorben. Durch Verbot des Gifteinsatzes und gleichzeitigen Schutz vor Störungen erholten sich die Bestände. Zum Schutz brütender Wanderfalken gibt es in allen Klettergebieten Sperrungen während der Brutzeit, die sich sehr bewährt haben. Kletterer, bitte beachtet diese Sperrungen unbedingt! 

Felsen und Geologie

Die wichtigsten Gesteinsarten

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Klettern an Naturfelsen ist sehr vielfältig - von überhängender Henkelkletterei wie in der Halle bis zu plattigen Stehproblemen ist alles geboten. Wir stellen die wichtigsten Gesteinsarten vor. Wichtige Eigenschaften des Gesteins wie Festigkeit, Struktur oder Reibung hängen von der Entstehung der Felsen ab. Daher lohnt ein Blick in die Geologie der heimischen Gebiete.