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Tiere am Fels

Wanderfalke

Im Folgenden stellen wir einige ausgewählte Tierarten vor, deren Lebensraum beim Felsklettern berührt wird.

Der Wanderfalke ist der Charaktervogel unserer Mittelgebirgsfelsen. In Deutschland brütet er von Anfang Februar bis Ende Juni an freistehenden Felsen, also genau dort, wo wir auch gerne klettern. Bis in die 60er Jahre ging der Bestand aufgrund giftiger Pflanzenschutzmittel (DDT), Bejagung und Nesträuberei zurück. In den Mittelgebirgen waren Wanderfalken praktisch ausgestorben. Durch Verbot des Gifteinsatzes und gleichzeitigen Schutz vor Störungen erholten sich die Bestände. Zum Schutz brütender Wanderfalken gibt es in allen Klettergebieten Sperrungen während der Brutzeit, die sich sehr bewährt haben. Kletterer, bitte beachtet diese Sperrungen unbedingt!

 

Uhu

Der Uhu benötigt strukturreiche Landschaften: Mischwälder, Freiflächen und Gewässer sowie freistehende Felsen als Brutplatz. Diese findet er in den Mittelgebirgen und in den tiefen und mittleren Lagen der Alpen. Der Uhu ist die größte Eulenart der Erde. Er jagt nachts und erbeutet so ziemlich alles von Fröschen über Mäuse, Igel, Hasen und Wasservögel bis hin zu Füchsen und Wanderfalken. In seiner Rolle als Beutegreifer an der Spitze der Nahrungskette ist der Uhu ein Indikator für ein intaktes Ökosystem. Noch vor 40 Jahren standen Uhus kurz vor der Ausrottung in Deutschland. Aufgrund von Schutzmaßnahmen, zu denen auch die Einhaltung von befristeten Felssperrungen an Brutfelsen gehört, konnten sich die Bestände wieder erholen.

 

Ameisenlöwe

Eigentlich handelt es sich bei Ameisenlöwen um die Larve einer kleinen  Libellenart, der Ameisenjungfer. Sie brauchen geschützte, warme und sandige Stellen unter Überhängen. Dort graben sie ihre typischen Trichter. Das Prinzip der Trichterfalle ist genial: Gerät eine Ameise hinein, so kann sie aufgrund des steilen Böschungswinkels und des losen Sandes kaum mehr herausklettern. Zusätzlich schleudert der Ameisenlöwe gezielt Sand auf sie, bis sie ihm in die geöffneten Greifzangen fällt. Schaut euch den Wandfußbereich vor allem unter Überhangen auf sonnenzugewandten Seiten gut an, bevor ihr ihn betretet oder  Material deponiert.

 

Schlingnatter

Schlingnattern bekommt man nur mit Glück zu sehen, z.B. an sonnigen Felsen der Mittelgebirge oder auf Trockenrasen und Geröllhalden. Die für den Menschen harmlose Schlange kann mit der Kreuzotter, der  sie tatsächlich ähnlich sieht, verwechselt werden. Am besten lässt man jede Schlange, egal ob giftig oder nicht, einfach in Ruhe. Laut FFH-Richtlinie der EU zählt die Schlingnatter zu den streng zu schützenden Arten, ebenso nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Dennoch werden in einigen Regionen starke Bestandsrückgänge festgestellt. Die Schlingnatter bleibt also im Focus des Naturschutzes. Störungen vermeidet man am besten durch Einhalten der Zustiegswege und der gekennzeichneten Kletterzonen.

 

Siebenschläfer

Vorkommen: Faucht es aus einem  Loch oder Riss in einer Route heraus, dann hat  man einen Siebenschläfer gestört. Die Nagetiere sind nachtaktiv und halten sich tagsüber ruhend in verlassenen Baum- oder eben Felshöhlen auf. Sie klettern ausgezeichnet, auch in schwierigen Routen sind sie zu finden. Das liegt an ihren gut beweglichen Fingern und Zehen. Diese besitzen neben langen Krallen, kissenartige, immer etwas feuchte Schwielen, die selbst auf glatten Flächen einen sicheren Halt geben. Der beste Schutz ist der Erhalt von Lebensräumen (Streuobstwiesen, Altholz mit Spechthöhlen, usw,) und eine naturnahe Landwirtschaft ohne Pestizide oder Insektizide. Als Obst- und Insektenfresser und Beutetier für größere Räuber wie den Uhu oder Marder spielt der Siebenschläfer im Nahrungsgeflecht der Mittelgebirgslandschaft eine wichtige Rolle. Da der überwiegende Lebensraum der Siebenschläfer nicht die Felsen sind, gibt es wenig Konfliktpotenzial.

 

Apollofalter

Apollofalter sind auf freistehende, sonnige Felsbiotope angewiesen. Die Raupen des Schmetterlings leben fast ausschließlich vom Weißen Mauerpfeffer (Sedum album), einer Reliktpflanze, die nur dort vorkommt. Der Schmetterling selbst benötigt dann v.a. blumenreiche Magerrasen. Die Art zählt zu den am stärksten gefährdeten Schmetterlingen in Deutschland. Außerhalb der Alpen gibt es nur noch sehr kleine Vorkommen in der Fränkischen Schweiz, der Schwäbischen Alb sowie im Moselgebiet. Mit Maßnahmen zur Biotoppflege, Reduktion des Insektizideinsatzes und lokaler Überwachung einiger Vorkommensorte zur Flugzeit versucht man die Falterbestände zu erhalten. Trotz des strengen gesetzlichen Schutzes (Rote-Liste-Kategorie: "vom Aussterben bedroht") konnte der negative Trend bislang nicht aufgehalten werden. Maßnahmen zum Schutz der Felsvegetation (z.B. Felsköpfe nicht betreten) helfen dem Apollofalter.