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Klettersteige von leicht bis extrem schwierig

Tipps für jeden Schwierigkeitsgrad

In unserer Übersicht stellen wir euch ein paar schöne Klettersteigtouren in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden vor. Nach der Schall-Skala werden Klettersteige insbesondere in Deutschland, Österreich, Südtirol, Trentino, Slowenien und Liechtenstein in die Schwierigkeitsgrade A (einfach) bis E (extrem schwierig) einsortiert.

A Gelbe-Wand-Steig

Am Tegelberg im Allgäu finden Familien mit dem Gelbe-Wand-Steig die perfekte Route für einen Einstieg ins Klettersteiggehen. Neben einer Seilbrücke (die umgangen werden kann) bietet er tolle Blicke auf die Seen im Alpenvorland. Insgesamt müssen allerdings knapp 900 Höhenmeter bewältigt und deshalb eine gute Kondition mitgebracht werden.

 

A/B Schützensteig auf den kleinen Jenner

Der Schützensteig in Berchtesgaden ist ein leichter Klettersteig, der bei entsprechender Kompetenz und Sicherung auch mit Kindern begangen werden kann. Für diesen Zweck wurde das Sicherungsseil nicht zu hoch angebracht. Überwältigend sind die Blicke auf den Königssee und die Berchtesgadener Alpen.

 

A/B Vom Brünnsteinhaus auf den Brünnsteingipfel

Auf den Oberaudorfer Hausberg in den Brandenberger Alpen führt ein leichter Klettersteig, genannt Dr.-Julius-Mayr-Weg. Vom Brünnsteinhaus ist man über diesen in ca. 45 Minuten auf dem Gipfel des Brünnsteins. Luftige, drahtseilgesicherte Querungen wechseln mit kurzen Kletterpassagen, teilweise mit Tritthilfen und Stufen. Von oben reichen die Blicke vom Wilden Kaiser bis zu den Hohen Tauern. 

 

A/B Mittenwalder Höhenweg

Der Mittenwalder Höhenweg ist eine ausgesetzte Gratwanderung mit mehreren Klettersteigpassagen – ein Klassiker, der sich in eine lange, alpine Tour integrieren lässt. Mit Seilbahnunterstützung geht es von Mittenwald hinauf bis unter die Westliche Karwendelspitze. Von dort sind es nur 15 Minuten bis zum Einstieg. Nach der Überschreitung, für die man 4 Stunden einplanen sollte, folgt noch der lange Abstieg nach Mittenwald (1400 Höhenmeter, ca. 3 Stunden).

 

B Alpspitz-Ferrata

Der Alpspitz-Klettersteig ist ein Klettersteig mit leichten und mittelschweren Passagen auf einen der formschönsten deutschen Gipfel im Wettersteingebirge. Die Osterfelderbahn erleichert Zu- und Abstieg erheblich, die Aussicht vom Gipfel ist traumhaft. Die Tour ist allerdings sehr beliebt und wird oft unternommen. Außerdem sind die Abstiege mit ihrem alpinen Charakter nicht zu unterschätzen.

 

B Friedberger Klettersteig

Der Friedberger Steig oberhalb des Tannheimer Tals mit einer anschließenden Überschreitung der Roten Flüh (2108 m) gehört mit Sicherheit zu den landschaftlich reizvollsten Unternehmungen der Region. Der Steig selbst ist nicht allzu schwierig (maximal B) und damit auch für konditionsstarke Kinder geeignet. Er kann in beiden Richtungen begangen werden. Wer mit der Bahn zum Füssener Jöchl hinauffährt und den Klettersteig beim Schartschrofen beginnt, muss die Hauptschwierigkeiten gleich am Anfang und im Abstieg meistern - was anspruchsvoller ist.

 

B/C bis D/E Erlebnisklettersteig Simmswasserfall

Der Erlebnisklettersteig Simmswasserfall bei Holzgau im Lechtal führt entlang der Felsen oberhalb des tosenden Höhenbaches. Er ist in drei Abschnitte mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden unterteilt. Schwierigkeiten von B/C erwarten einen am Gamsfelsen, eine kurze C-Stelle führt über Seilbrücken zum Steinbockfelsen. Die Adlervariante an der Nordseite ist für Expert*innen reserviert, hier muss eine kurze Passage D/E bewältigt werden.

 

B/C Klettersteig Zahme Gams

Die Zahme Gams ist ein leichter bis mittelschwerer Klettersteig in Weißbach bei Lofer. Dabei handelt es sich um die einfachste Variante von drei Gams-Steigen, die Schwierigkeiten bis E bieten. Der Klettersteig führt über Steilstufen und Querungen durch eine mächtige Plattenwand, er ist sehr gut abgesichert und auch für Familien mit Kindern geeignet. Der Einstieg ist nur wenige Minuten vom Ortszentrum erreichbar.

 

C Mindelheimer Klettersteig

Der Mindelheimer Klettersteig ist wohl einer der bekanntesten im Allgäu – wenn man auf ihm unterwegs ist, zeigen Aussicht und Abwechslungsreichtum auch warum. Er führt in der Nord-Süd-Variante vom Einstieg nahe der Fiderepasshütte über den Nördlichen, Mittleren und Südlichen Schafalpenkopf bis zur Mindelheimer Hütte. Nur äußerst Konditionsstarke sollten die Tour ohne Zwischenübernachtung unternehmen.

 

C Hausbachfall Klettersteig

Der Hausbachfall Steig ist ein kurzweiliger Fun-Klettersteig durch die Hausbachfall-Schlucht bei Reit im Winkl. Er führt durch steilen Fels und auf Hängebrücken über Biotopflächen mit Schneeheide-Kiefern-Wald, Blaugrasrasen, Felsbaldrian und Silberwurz. 

 

C/D Tegelberg Klettersteig

Der Tegelberg Klettersteig liegt in den Ammergauer Alpen und bietet immer wieder Blicke über das Schwangauer Land und in Richtung Ammergebirge. Die schwierigsten Stellen des abwechslungsreichen Steigs befinden sich an steilen Platten. Der Klettersteig sollte nicht unterschätzt werden und ist eine anstrengende Unternehmung. Wegen der nördlichen Ausrichtung sollte man den Steig nicht direkt nach Regen begehen.

 

C/D 2-Länder-Sportklettersteig

Der Sportklettersteig mit einigen senkrechten Passagen an der deutsch-österreichischen Grenze bietet Geübten über eine Länge von 500 Metern steile Aufschwünge, Quergänge, eine Seilbrücke und anspruchsvolle Kletterpassagen. 

 

C/D Berchtesgadener Hochthronsteig

Der eindrucksvolle Sportklettersteig führt durch die Ostwand des Berchtesgadener Hochthrons und ist mittlerweile einer der beliebtesten Steige in den Ostalpen. Zwischen den zahlreichen anspruchsvollen Passagen sollte man sich die Zeit nehmen, den fantastischen Blick in die Berchtesgadener Berge zu genießen.

 

D Pidinger Klettersteig

Der Pidinger Klettersteig ist eine lange Steiganlage durch die nördlichen Abstürze des markanten Hochstaufens. Der Abstieg erfolgt über die Steinernen Jäger. Die gut angelegte Linie bietet wunderbare Ausblicke ins Voralpenland. Allerdings ist die Tour sehr lang und äußerst anspruchsvoll.

 

D/E Seebener Klettersteig

Der Sportklettersteig führt steil und exponiert entlang eines Wasserfalls gut 250 Meter die Seebenwände empor und begeistert mit spektakulären Ausblicken auf das benachbarte Zugspitzmassiv. Die sportliche Routenführung verlangt gute Trittsicherheit, Kondition, Ausdauer, Schwindelfreiheit und viel Klettersteigerfahrung. Wintersperre bis 1. Juli beachten!

 

D/E Klettersteig Tajakante

Der Klettersteig Tajakante ist eine alpine Klettersteigroute am steilen Westgrat des Vorderen Tajakopfes (2450 m) in der Mieminger Kette auf der Tiroler Seite der Zugspitze. Neben den anspruchsvollen Passagen, die volle Konzentration erfordern, begeistern die fantastischen Ausblicke aufs Zugspitzmassiv. Die Route führt größtenteils luftig entlang des Grats und fordert fundiertes technisches Können und viel Ausdauer. Wintersperre bis 1. Juli beachten!

 

Schwierigkeitsgrade am Klettersteig

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Was bedeutet C/D, K4 oder "extrem schwierig" am Klettersteig? Die DAV-Sicherheitsforschung klärt über die verschiedenen Schwierigkeitsgrade an Klettersteigen im Alpenraum auf. Gewissenhafte Tourenplanung ist die Voraussetzung für ein gelungenes Klettersteigerlebnis. Dazu gehört die Wahl der passenden Tour und ihrer Schwierigkeit. Diese sollte bewusst defensiv sein - also im Rahmen dessen, was man gut bewältigen kann.   Im Alpenraum gibt es verschiedene Schwierigkeitsbewertungen für Klettersteige. Die Bewertung eines Steiges richtet sich meist nach der schwersten Einzelstelle, ist aber nicht so differenziert und konsistent wie beim Felsklettern.  

Schwierigkeitsskalen im Bergsport

Ein Vergleich

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Jede Bergsport-Disziplin hat ihre eigene Schwierigkeitsskala. Ein grober Vergleich findet sich in dieser Übersicht (Bild öffnen zum Vergrößern).