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Hüttenübernachtung in Österreich

28.05.2020, 14:00 Uhr

Österreich ist ein Mekka für Bergfexe: Hohe Gipfel, liebliche Täler, große Wände, ein weites Hüttennetz stehen auf der Haben-Seite der Alpen-Republik. Aktuell sind die Grenzen geöffnet. Für Gäste gelten die folgenden Regeln bei Tagesbesuch und Übernachtung.

Umsicht und Ruhe sind die Gebote der Stunde

DAV-Vizepräsident Roland Stierle zeigte sich bei der Wiedereröffnung der Hütten erfreut: "Wir sind glücklich, dass die Lockerungen für Gastronomie und Hotellerie auch im alpinen Bereich gelten, das ist ein wichtiges Signal!" Und warnte voller Voraussicht "Das wichtigste in der Krise ist immer noch die Rücksichtnahme auf die Gesundheit der Menschen. Am besten man informiert sich vor der Wanderung über die genauen Öffnungzeiten der jeweiligen Hütte." Dieses Credo gilt nach wie vor.

 

Grenzübertritt nach Österreich

Aktuell sind die Grenzen nach Österreich geöffnet. Das Auswärtige Amt warnt vor touristischen Reisen in die Bundesländer Wien, Vorarlberg (mit Ausnahme des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg) und Tirol (Ausnahme Jungholz). (Stand 16. Oktober).

 

Generell hat eine Reisewarnung aber weitreichende Folgen, zum Beispiel für den Versicherungsschutz: Tritt ein Schadensfall in entsprechenden Reiseland auf, übernehmen Versicherungen oft nicht die Kosten und es kann auch zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen kommen.

 

Das müssen Tagesgäste jetzt wissen

 

Die meisten Regelungen gelten auch in Deutschland, Ausnahmen betreffen den Mindestabstand (ein Meter). Zudem dürfen in Österreich Besuchergruppen (d.h. Personen, die zusammen eine Bergtour/Hüttentour unternehmen) als auch Personen des eigenen Hausstands untereinander den geltenden Mindestabstand von einem Meter unterschreiten.

 

Zudem gilt:

  • Grundsätzlich gelten die gleichen Vorgaben zum Händewaschen, Abstand und Kontaktbeschränkungen wie im Tal!
  • Der Mindestabstand beträgt einen Meter – in allen Bereichen: Am Tisch, beim Aufstehen und Hinsetzen, auf den Wegen, der Toilette und auch im Wartebereich. Ausgenommen sind Personen des eigenen Hausstands und der Besuchergruppe.
  • An einem Tisch dürfen maximal 10 Personen sitzen.
  • Die gekennzeichneten Laufwege und Sitzflächen sind für jeden Gast bindend. Dies gilt auch für die Anweisungen des Personals.
  • Es besteht eine Mund-Nasen-Schutz (MNS) Pflicht für Gäste außerhalb des Sitzplatzes.
  • Konsumation indoor ist nur im Sitzen erlaubt.
  • Auf Wartezeiten einstellen: Viele Hütten müssen durch die Abstandsregelungen ihre Sitzkapazitäten stark reduzieren. Gerade bei beliebten Hütten kann es an schönen Wochenendtagen zu langen Wartezeiten kommen.
 

Wichtiges zu Übernachtungen auf einer DAV-Hütte in Österreich

Folgende Regeln gelten für die Übernachtung:

 

  • Schlafplatz vorher reservieren – ohne Reservierung keine Übernachtung!
  • Übernachtung nur mit eigenem Schlafsack (leichter Daunen- oder Sommerschlafsack, kein Hüttenschlafsack); es werden keine Decken ausgegeben! Ob zusätzlich noch ein Kopfkissenbezug mitgebracht werden muss, sollte man vorher bei der Hütte erfragen. Details dazu sind vor Anreise immer mit den Hüttenwirtsleuten abzustimmen. 
    Im DAV-Shop gibt es passende Schlafsäcke

 

Wichtig: Bei Tagesgästen und Übernachtungsgästen bestehen unterschiedliche Kontaktbeschränkungen und Mindestabstände:

 

  • Wer als Tagesgast eine Hütte besucht, darf nur innerhalb der Besuchergruppe oder innerhalb des eigenen Hausstands (siehe Punkt Tagesbetrieb) den Mindestabstand von einem Meter unterschreiten.
  • Wer auf der Hütte übernachtet, darf in einer beliebig großen Tourengruppe unterwegs sein, allerdings sind in den Schlaflagern 1,5 Meter Abstand zu allen Personen zu halten, die nicht im gemeinsamen Hausstand leben (Ausnahmen bestehen bei Trennwänden und dergleichen). Am Esstisch darf wieder eine Besuchergruppe oder Personen des eigenen Hausstands ohne Abstand zusammensitzen. Zu anderen Gästen muss ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden.
  • Die Unterschiede im Mindestabstand und den Kontaktbeschränkungen erklären sich dadurch, dass die österreichische Regierung verschiedene Regelungen für den Übernachtungs- und den Gastronomiebetrieb erlassen hat. 
 

Hüttenübernachtung in Bayern

Regeln für Tages- und Übernachtungsgäste

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Seit dem 18. Mai sind die Hütten in Bayern wieder geöffnet. Um den Besuch für Gäste sicher und angenehm zu gestalten, hat der Deutsche Alpenverein in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium ein entsprechendes Konzept erstellt. Wie auch im Tal gelten strikte Zugangs-, Abstands-, und Hygieneregeln. Was Tages- und Übernachtungsgäste vor dem Hüttenaufenthalt wissen müssen und welche konkreten Regelungen getroffen wurden, haben wir hier zusammengefasst.

Packliste für die Hüttenübernachtung

Alles, was Sie benötigen

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Was Übernachtungsgäste auf einer Alpenvereinshütte benötigen, haben wir in einer Packempfehlung zusammengestellt. Das oberste Motto lautet: Nur das Wichtigste mitnehmen, ohne auf die Sicherheitsausrüstung (wie ein Erste-Hilfe-Set und einen Biwaksack) zu verzichten. In den Alpen muss man sein Gepäck über weite Strecken und bei anstrengenden Auf- und Abstiegen tragen – ein zu schwerer Rucksack kann den Spaß an der Tour schnell verderben. Derzeit besteht die Pflicht, im Innen- und im Außenbereich der Hütte einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen (Stand Juni 2020). Es genügt aber auch ein Buff-Tuch oder Schal. Am Tisch ist dies nicht notwendig. Je nach Hütte müssen auch ein eigener Schlafsack (kein Hüttenschlafsack) sowie ein Laken und ein Kissenbezug eingepackt werden. Was mitgebracht werden muss, sollte vorab bei den Hüttenwirtsleuten erfragt werden. 

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