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DAV für Vielfalt und Akzeptanz

10.07.2019, 15:25 Uhr

Vergangenen Samstag hat der DAV Bundesverband gemeinsam mit der Sektion Gay Outdoor Club auf dem Chrisopher Street Day in München ein Zeichen für Offenheit, Vielfalt und Akzeptanz gesetzt. Jeder Mensch hat das Recht auf Chancengleichheit und Gleichbehandlung, ungeachtet von ethnischer Herkunft, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Als einer der größten Vereine in Deutschland nimmt der DAV seine gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst und tritt für eine weltoffene Gesellschaft ein.

 

Wir sind viele und wir sind bunt

Mittendrin statt nur dabei: DAV-Vizepräsidentin Melanie Grimm, die Sektion GOC München, der 1. Vorsitzende der GOC-Partnersektion Sektion Rheinland Köln Kalle Kubatschka und viele andere DAV-Mitglieder trotzten dem durchwachsenem Wetter mit teils kräftigen Regenschauern und machten auf Transparenten und mit bunten DAV-Fahnen deutlich: Der Alpenverein steht für ein offenes Miteinander aller Menschen.

 

Rund 15.000 Menschen nahmen am Samstag an der traditionellen Parade durch die Münchner Innenstadt teil, unterstützt von 140.000 Begeisterten am Straßenrand. 

 

GOC seit 15 Jahren DAV-Sektion

Der Gay Outdoor Club ist die schwul-lesbische Sektion des Deutschen Alpenvereins. Unsere Tourenleiter* organisieren das ganze Jahr über ein breit gefächertes Wander- und Bergsportprogramm. Gegründet wurde der GOC in München 1986 von John Heeley, einem leidenschaftlichen Bergwanderfreund aus England. Als Verein wurde der GOC 2004 Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV).

 

3 Fragen an GOC-Vorstand Thomas Michel

  1. Warum ist der Christopher Stree Day ein wichtiger Tag? Weil Vielfalt und Akzeptanz für Minderheiten wie uns, oder Geflüchtete, oder Migranten noch längst nicht gelebter Alltag ist. Selbst hier in München nicht - auch wenn da Vieles viel besser ist!
  2. Aber sind wir denn nicht schon eine offene Gesellschaft? Natürlich sind wir schon viel weiter als vor 20 Jahren. Gleichzeitig schien es schon mal sicherer, dass die Gesellschaft offen bleibt oder sogar noch offener wird. Doch die Rechtspopulisten stellen genau das infrage. Deshalb ist ein lautes und buntes Zeichen so wichtig für eine offene Gesellschaft.
  3. Warum braucht es eine schwul-lesbische* Sektion im DAV? Erstmal gibt es uns überhaupt, weil der DAV für uns offen ist und uns sehr unterstützt - auch hier beim CSD! Das finden wir klasse! Es braucht sie, weil wir Schwule und Lesben und Transmenschen uns in unserer Freizeit nicht erklären wollen müssen. Wir arbeiten eng mit der Jugend im DAV zusammen daran, um in Jugendgruppen ein offenes, einladendes und akzeptierendes Klima für queere Menschen zu schaffen. Kann also gut sein, dass es den GOC in 10, 15 Jahren nur noch so gibt, wie es z.B. akademische Sektionen gibt.
 

CSD – was ist das eigentlich?

Der Christopher Street Day ist eine jährliche Veranstaltung mit Parade, Feierlichkeiten und Reden von und für Schwule, Lesben, Asexuelle, Transgender, Bisexuelle und alle anderen, die sich nicht in die geschlechtlichen und sexuellen Standardnormen der Gesellschaft einordnen können oder wollen - und für alle, die sich mit ihnen zusammen für Gleichberechtigung einsetzten wollen. Ursprung des CSD ist der aufsehenerregende Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der Christopher Street in New York im Jahr 1969. Obwohl der Zeitgeist geprägt war von der Hippiebewegung und Protesten gegen den Krieg, konnten Homosexuelle trotz der Forderung der Gesellschaft nach Frieden und Harmonie nur selten offen leben.

Das Deutschland 1969 war für Schwule noch stark geprägt durch den §175, der, von den Nazis verschärft und in dieser verschärften Fassung auch nach dem Krieg beibehalten, jeden schwulen Sex unter Strafe stellte. Erst 1969 und 1973 wurde der Paragraf gelockert und dann 1994 völlig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. In München gingen Schwule erstmals 1979 auf die Straße, um für ihre gleichen Rechte zu kämpfen. Daher feiert der CSD in München dieses Jahr drei Meilensteine: 50 Jahre Christopher-Street-Bewegung, den 40. CSD in München und 25 Jahre Abschaffung des § 175.