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Allmähliche Rückkehr der Seeforelle

Positive Zwischenergebnisse des Wiederansiedlungsprojekts am Königssee

20.10.2021, 12:25 Uhr

Die Seeforelle gilt als eine Charakterart des Königssees. Nachdem die Bestände über Jahrzehnte stark eingebrochen waren, startete 2018 ein Wiederansiedlungsprojekt am Königssee. Bei der aktuellen jährlichen Kontrolle konnten junge Seeforellen aus drei Jahren nachgewiesen werden – eine positive Zwischenbilanz.

Königin der Alpenseen

Mit einer Länge von mehr als einem Meter wird die Seeforelle auch als „Königin der Alpenseen“ bezeichnet. In den 1980er- und 1990er-Jahren jedoch gab es bei der Seeforelle in nahezu allen großen bayerischen Seen erhebliche Bestandseinbrüche. Auch im Königssee, von wo es seit 2012 keinen Nachweis und keinen Fang einer großen Seeforelle mehr gibt. Im Jahr 2018 startete im Nationalpark Berchtesgaden daher ein Wiederansiedlungsprojekt:

 

Schon 2011 begann die Nationalparkverwaltung, den Saletbach zwischen Königssee und Oberseee aufwändig zu renaturieren. Seither sind die Lebens- und Laichbedingungen für junge Seeforellen wieder verbessert.

 

Seit 2018 bringt ein Expertenteam jedes Frühjahr zwischen 10.000 und 15.000 junge Seeforellen im Saletbach. Im Herbst wiederum findet alljährlich eine Kontrolle der Bestände per Elektrobefischung statt. Dabei werden die Fische kurzzeitig betäubt, mit dem Kescher gefangen, vermessen und wieder in die Freiheit entlassen.

 

Bei der aktuellen Kontrollbefischung konnten im Saletbach auf einhundert Metern Bachstrecke insgesamt elf junge Seeforellen aus drei Jahrgängen nachweisen. – Ein für die Experten positives Ergebnis.

 

Es wird wärmer am Königssee

Eine wahrscheinliche Begründung dafür, dass die Zahl der Seeforellen so stark abgenommen hatte, sehen die Experten in der Klimaerwärmung: „Einer der Hauptgründe für den Bestandseinbruch der Seeforelle dürfte in der Verschlammung früher bekannter Laichplätze liegen, wie in der Saletbucht oder bei St. Bartholomä“, vermutet Dr. Bernhard Gum von der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern: Die Gewässer werden allmählich erwärmt. „Damit einher geht unter anderem ein verstärktes Pflanzenwachstum. Die absterbende Biomasse führte dann über die Jahre gerade in Flachwasserbereichen zu einer fortschreitenden Degradation der Laichplätze“, so der Experte.

 

Nachdem sich die Bedingungen nun wieder deutlich verbessert haben, wird in dem Projekt noch bis 2024 die Entwicklung der jungen Seeforellen genau beobachtet und dokumentiert.