Logo-DAV-116x55px

Lieblingsstücke

Spannende Objekte aus dem Alpinen Museum

Noch bis Herbst 2023 wird das Alpine Museum umgebaut und bleibt deshalb leider geschlossen. Wir wollen trotzdem für euch da sein: Damit ihr während der Zeit des Umbaus nicht auf die Schätze des Museums verzichten müsst, kommen diese zu euch.

Was Kautschuk-Schuhe mit der Öffnung der UIAA-Skala zu tun haben, was für die erste Winterbesteigung der Zugspitze benötigt wurde oder was früher auf Hütten zu beachten war? In unserer neuen Rubrik „Lieblingsstücke“ stellen wir euch regelmäßig Objekte aus unserem Archiv vor und lassen sie ihre Geschichte erzählen. 

 

Frauenpower

Mehr erfahren
Verfasserin des ersten deutschsprachigen Romans einer Schriftstellerin, Erfinderin des Briefromans, Gründerin der ersten deutschen Frauenzeitschrift, unabhängige Berufsschriftstellerin, frühe Alpenreisende und erste deutsche Frau am Fuße des Mont Blanc Sophie von La Roche war eine Meisterin im Brechen von Konventionen: Deutsch galt zu ihrer Zeit noch als unschicklich, Französisch und Latein waren die literarischen Verkehrssprachen der ’besseren‘ Kreise. Frauen hatten sich generell nicht in der Öffentlichkeit zu äußern. Auch für gebildete Töchter aus gutem Hause endete die Bildungskarriere in der Regel mit der Verheiratung. Durch eigene Erwerbstätigkeit selbständig für sich und die Familie zu sorgen, war in Zeiten völliger Abhängigkeit von Ehemann bzw. Vater nicht vorgesehen. Selbstbestimmte Reisen ohne Begleitung waren für Frauen im 18. Jahrhundert unüblich zumal im alpinen Hochgebirge in der Nähe furchteinflößender Gipfel. In allen Bereichen setzte Sophie von La Roche neue Maßstäbe, überschritt die bestehenden konventionellen Grenzen. 

Gemeinsamkeit macht stark

Mehr erfahren
Frauen spielten in den Publikationen rund um Alpenverein, Bergsteigen und Alpinismus meist eine untergeordnete Rolle. Doch sie waren dabei und übernahmen Verantwortung. Das zeigt beispielhaft dieses Gedenkbild an den Einsatz des Damenkomitees der Sektion Prag   Am 8. und 9. August 1904 versammelte sich eine große Festgesellschaft beim inneren Kesselkogel bei Matrei-Innergschlöss, um die Neue Prager Hütte einzuweihen. Auf Initiative des Vorsitzenden der Sektion Prag, Johann Stüdl, war der Bau schon 1901 geplant und von Architekt Rudolf Schwarz in dreijähriger Bauzeit ausgeführt worden. Nun war es soweit, die Einweihung konnte gefeiert werden. Zu den Ehrengästen der illustren Gesellschaft gehörte als „Repräsentantin der alpinen Damenwelt“ [1] die Hofrätin Hermine Kmoch aus Graz, die erfolgreichste österreichische Bergsteigerin der 1870er Jahre. 

Frühlingsskitour anno 1920

Mehr erfahren
Im Frühjahr auf Skitouren gehen, die Sonne genießen. Heute genauso wie vor hundert Jahren Ein junges Mädchen ist mit ihren beiden Freunden am Ziel ihres Ausflugs angekommen. Auf Skiern haben sie einen hohen Bergsporn erreicht. Während die jungen Männer schon im Schnee lagern und sich ausruhen, wendet das Mädchen, noch auf seinen Skiern stehend, dem Betrachter den Rücken zu und schaut über das tief unten liegende Tal in die Ferne. Ihr kurzer grünlicher Rock umspielt in vom Wind bewegten Falten ihre Knie, die Beine wärmen beige-braune geringelte Strümpfe, ihr Pullover hat kurze Ärmel. Ihre Hände stützt sie auf die Skistöcke aus Bambus. Die Szene ist überspannt von einem strahlend blauen Himmel und vermittelt die pure Freude der jungen Leute an Sonne und Schnee, dem ungezwungenen Miteinander, der grandiosen Aussicht und der Fortbewegung auf ihren modischen Sportgeräten. 

Gefährliche Wissenschaft

Mehr erfahren
Ödnis, Gefahr und Tod im Nirgendwo. Forscher im Himalaya vor über 150 Jahren Nachdem die Münchener Brüder Hermann, Adolph und Robert Schlagintweit ihr Studium der Geografie beziehungsweise Geologie abgeschlossen hatten, erprobten sie ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten in den Alpen und im Monte Rosa-Gebiet. Unter anderem gehörten sie zu den ersten Wissenschaftlern, die die annähernd exakte Höhe der Zugspitze ermittelten. 1854 schlug für die Brüder die große Stunde. Der Berliner Universalgelehrte Alexander von Humboldt vermittelte die jungen, ehrgeizigen Gelehrten nach England, wo sie für die Ostindische Handelskompanie eine Expedition nach Indien und Hochasien übernehmen sollten. 

Haue, Spitze, Holzschaft

Mehr erfahren
Worüber kann mir ein alter Eispickel heute noch Auskunft geben? Und brauchen wir den eigentlich für unsere Sammlung? Im Frühjahr 2021 bekamen wir einen Eispickel angeboten. Er soll dem Bergsteiger Heinrich Zametzer gehört haben, Erstbegeher der Zugspitze im Winter. Ein Eispickel, der das stolze Alter von 140 Jahren besitzt und zudem auf einer alpinistisch bedeutenden Tour eingesetzt wurde? Das klingt gut. Doch was ist dran an der Geschichte? Lohnt es sich, den Pickel in unsere Sammlung aufzunehmen? Begleiten Sie mich bei meiner Recherche!   Verrostet und ein bisschen unscheinbar: Ein Pickel, der aussieht wie viele in unserer Sammlung - Haue, Spitze, Holzschaft. Auffällig höchstens seine Länge von 120 Zentimetern. Na ja. Aber die Geschichte in den Alpenvereinsmitteilungen: Heinrich Zametzer bestieg zusammen mit seinem Bruder Josef, Heinrich Schwaiger und Alois Zott am 7. Januar 1882 erstmals die Zugspitze im Winter. Am Tag zuvor waren die Vier in Partenkirchen aufgebrochen, übernachteten auf der Knorrhütte und erreichten über den Schneeferner, Felsrinnen und Schneefelder am nächsten Tag um 15.40 Uhr den Gipfel. Einen Tag später kehrten sie nach Partenkirchen zurück. Die Männer waren jung, Heinrich Zametzer, Student, 19 Jahre alt, Heinrich Schwaiger und Alois Zott ein paar Jahre älter. Sie hatten die Tour führerlos gemacht, das heißt ohne Unterstützung durch einen Bergführer, damals unüblich, heftig umstritten und erst im Kommen.   Der Schenker des Pickels, Urenkel von Heinrich Zametzer, berichtete mir mehr. 1862 war Zametzer geboren. Er arbeitete unter anderem als Amtsgerichtsdirektor in Weiden und in Kiefersfelden. 1931 starb er in Murnau, wo er, entsprechend familiärer Legende, so bestattet wurde, dass er gen Zugspitze blicken konnte. Der Schenker erzählte mir auch, dass sein Ahne der einzige Bergsteiger der Familie gewesen sei und der Pickel so nur ihm hatte gehören können. Seine Großmutter bewahrte ihn als Erinnerung auf. 

Last Christmas

Mehr erfahren
Weihnachtsbuden, Lebkuchenhäuser und Krippen - im Advent kann man dem romantischen Hüttenzauber kaum entkommen und die Alm wird zur Krippe Eine einsame, tief verschneite Hütte, hoch oben in den Bergen. Nach einer ausgiebigen Schneeschuhwanderung und anschließender fröhlicher Schneeballschlacht, kehren junge Menschen, vermutlich enge Freunde, frohgelaunt und vergnügt in die gemütliche, warme, weihnachtlich geschmückte Stube ihrer Hütte zurück. Im Ofen lodert ein Feuer, der Weihnachtsbaum strahlt und an den Fenstern kondensiert das Schwitzwasser der zum Trocknen aufgehängten Kleidung. Nach einem kargen Mahl rücken sie enger zusammen und tauen auf. WHAM! Imaginäre Glöckchen erklingen und ein Ohrwurm nimmt von einem Besitz. Es scheint, als hätte der bekannte Bergfilmer Arnold Fanck bereits in den zwanziger Jahren das Video zum unverwüstlichen „Last Christmas“ inszeniert. 

An alle DAV-Spießer

Mehr erfahren
Nach einem schweißtreibenden Aufstieg oder einer schnellen Fahrt mit der Seilbahn zum Gipfel steht dem rituellen Eintrag ins Gipfelbuch nichts mehr im Wege. Eine uralte Tradition? Ursprünglich wurden Nachrichten über einen erfolgreichen Aufstieg für die Nachfolger*innen als Beweis der (Erst)besteigung auf handgeschriebenen Zetteln hinterlassen, die am Gipfel in leeren Weinflaschen deponiert wurden. Später hinterließ man Visitenkarten, oft mit Angaben zur Sektionszugehörigkeit. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzten sich Gipfelbücher durch. Anfangs versteckte man diese unter Steinen und Felsen. Sie waren dort Wind und Wetter ausgesetzt. Später wurden die Gipfelbücher in kleinen Kästen, oft aus Zinn, deponiert. Als nach dem Ersten Weltkrieg der Siegeszug der Gipfelkreuze begann, befestigte man diese meist am Kreuz. Das Gipfelbuch hatte seinen festen Platz gefunden. 

Maikäferballett

Mehr erfahren
"Balletschuhartige Galoschen“[1] hat Reinhard Karl einmal diese Schuhe genannt. „Galoschki“ hießen sie in Russland. Aus Kautschuk gefertigt, mit Schnüren zur Sicherung an den Fersen, waren sie in den 1970er Jahren weit verbreitet. Auch wenn es heute, mit über 40 Jahren Abstand und unentwegter Ausrüstungsverbesserung anders erscheinen mag: es waren ausgezeichnete Kletterschuhe. Das hier gezeigte Exemplar sollte dabei Alpingeschichte schreiben. 

DAV "Bergmomente" zum Start in die Wandersaison

Herren Merino-Tencel® Funktionsshirt

Mehr erfahren

Weitere Inhalte laden