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ALTERUNG: Wie lange kann Bergsportausrüstung verwendet werden?

Wer kommerziell Ausrüstung verleiht – etwa Sektionen, Kletterhallenbetreiber oder Bergschulen –, muss die Herstellerempfehlung zur Lebensdauer unbedingt einhalten und „abgelaufenes“ Material austauschen. Denn mit Ende der angegebenen Lebensdauer erlischt auch die Gewährleistung des Herstellers und der Verleiher steht in der Haftung.
 
Individualbergsteiger können natürlich je nach persönlichem Sicherheitsbedürfnis abwägen, wie lange sie ihrem Material trauen. Ein Gurt wird nach zehn Jahren und einem Tag nicht plötzlich reißen. Aber die Sicherheitsreserve wird mit dem Altern definitiv geringer. Besonders Kunststoffe (Gurte, Seile, Bandschlingen, Helme) verlieren mit dem Alter an Festigkeit und Elastizität. Außerdem entwickelt sich
die Technik weiter, so dass modernes Material meist mehr Sicherheit bringt. Beispielsweise bieten alte Karabiner mit vom Gebrauch geschwächten Schnapperfedern wesentlich weniger Sicherheitsreserve gegen unbeabsichtigtes Öffnen als ein moderner Wiregate-Schnapper – und Schnapper-Offen-Karabinerbrüche kommen immer wieder mal vor! Natürlich ist in jedem Einzelfall fraglich, ob ein neuerer Karabiner gehalten hätte oder nicht. Fakt aber ist, dass qualitativ hochwertige, aktuelle Ausrüstung prinzipiell ein Sicherheitsplus bietet. Deswegen sollten auch private Anwender ihr „Geraffel“ regelmäßig auf übermäßige Verschleißspuren oder sonstige Beschädigungen überprüfen und sich im Zweifel ein neues Stück leisten.
 

Im Panoramaartikel 2010/5 sind Kriterien zu den einzelnen Ausrüstungsgenständen zusammengestellt, die die Beurteilung erleichtern sollen.

 

Panorama 2010 5 Alterung.pdf , 246 kb