Österreichische Sportorganisation BSO lehnt die Aufnahme des Skibergsteigens ab
Letzten Freitag warteten die österreichischen Verbandskollegen vom Fachverband für das Skibergsteigen (ASKIMO) eigentlich optimistisch gestimmt auf die bevorstehende Aufnahme in den Kreis der vom "östtereichischen DOSB" BSO (Bundessport-Organisation) anerkannten Sportarten, bzw. Sportverbände. Analog zum Fördersystem in Deutschland hätten dann dem Skibergsteigen im Nachbarland die Wege zu Fördermitteln aus der Bundesförderung offen gestanden. Aber dann kam es anders - das offizielle ASKIMO Pressestatement dazu:
Der heutige 27.11.2009 erwies sich als ein bedeutend negativer Tag in der österreichischen Sportszene. Das Bestreben des ASKIMO für eine offizielle staatliche Anerkennung ist im Zuge der Bundessport Fachratstagung aus sportpolitischen Gründen abgelehnt worden. Ein schwarzer Tag für uns, so der sichtlich enttäuschte Verbandspräsident Karl Posch, der in Wien an der Fachratstagung dabei gewesen ist.
Fast schien es zuletzt, dass sich der der jahrelange mühsame Weg gelohnt hätte und das Ziel einer öffentlichen Anerkennung und Würdigung in greifbarer Nähe wäre. Anstelle des Wettkampf-Skibergsteigens wurde nun Frisbee - der zweite offizielel Bewerber - die 60ste offiziell anerkannte Sportart in Österreich. Schade natürlich für eine Wintersportnation wie Österreich. Jedes Jahr tummeln sich rund 700.000 begeistere Tourengeher in unserer Bergwelt. Die Wirtschaft verzeichnet im Tourenskisektor 20% Zuwächse pro Jahr, das Skibergsteigen ist somit die einzige Wintersportart, die in der derzeit schwierigen Wirtschaftslage wächst. Die Mitgliederzahlen des ASKIMO sind stetig gestiegen, sowohl bei den Einzelmitgliedern als auch bei den Mitgliedsvereinen und Lizenznehmern trotzdem scheinbar nicht genug Entwicklung
Nicht bedeutend für eine positive Abstimmung auch die Erfolge unserer Athleten, national als auch international. Mit der Gründung des ASKIMO 2006 und der Aufstellung eines Nationalteams 2007 gab es in Österreich beginnende Schritte in Richtung Professionalisierung. Obwohl aufgrund der strukturellen und finanziellen Situation nur eine Entwicklung auf niedriger Basis möglich ist, hat sich der Verband und das Nationalteam in der Vergangenheit rasant in Richtung internationale Elite entwickelt. Top Ten Plätze bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Weltcup Rennen, Stockerlplätze bei der starken internationalen Konkurrenz, um nur ein paar Erfolge zu nennen. Das internationale Wachstum der Sportart Wettkampf-Skibergsteigen ist jedoch noch wesentlich größer als das nationale. Die heutige Ablehnung der staatlichen Anerkennung ist vor allem ein schwerer Schlag für die Zukunft der Österreicher im internationalen Zirkus. Ohne Gleichstellung mit anderen Sportarten ist es praktisch unmöglich, Nachwuchsarbeit zu leisten, ein Trainerwesen zu betreiben und die nötigen Strukturen aufrecht zu erhalten. Den Anschluss an die internationale Spitze zu wahren wird damit sehr schwierig. Es geht in eine ungewisse Zukunft für das Wettkampf-Skibergsteigen.
Österreichweit sorgt das Thema bereits sehr für Aufruhr unter den Sportlern und Betroffenen, denn Fakt ist:
1.)
die Schnee- Ski- und Bergnation Österreich unter 36 Mitgliedsstaaten im internationalen Verband ISMF die einzige ist, die in der eigenen Bundesorganisation nicht anerkannt ist. Ein Mitwachsen mit internationalen Maßstäben ist damit in Frage gestellt.
2.)
den guten Basisleistungen der Österreichischen Nationalmannschaft mit mehreren Gold- und Silbermedaillen in den Weltcupbewerben der letzten Jahre nicht die Möglichkeit der Förderung z.B. durch effiziente Jugendarbeit - gegeben werden.
3.)
eine Sportart mit einer Breitenwirkung von 500.000 700.000 Aktiven in Österreich nicht als sinnvoller Wettkampfsport angesehen wird. Wohlgemerkt mit einem außerordentlich geringen Unfallrisiko
.die Zahlen der letzten 15 Jahre belegen dies.
4.)
der wirtschaftliche Faktor des Skibergsteigens in Österreich mit mehr als 20% Handelswachstum pro Jahr negiert wird. Skibergsteigen ist übrigens von den Verkaufszahlen her mittlerweile gleichauf mit Snowboard und Langlauf. Skibergsteigen ist der einzige Wintersport- Wachstumsmarkt derzeit.
Für die kommende Saison werden wir aber wieder die knappen Ressourcen mobilisieren und beweisen, dass es die falsche Entscheidung war, diese Sportart nicht anzuerkennen und trotzdem mit Stolz und ein bisschen Wehmut nach den internationalen Erfolgen die rot-weiß-rote Fahne tragen.
Trotzdem auch nach dieser negativen Meldung einen Dank an alle unsere Unterstützer, unsere Mitglieder und aktiven Athleten. Wir versuchen in der kommenden Saison das Beste aus der misslichen Lage herauszuholen.
Es erscheint unverständlich, dass gerade in einer alpinen Sportnation wie Österreich eine der ursprünglichsten Bergsportarten keine offizielle Anerkennung findet - im Zuge der Zusammenarbeit mit dem österreichischen Fachverband ASKIMO hofft der DAV, dass zum einen die Kooperation zwischen ASKIMO und DAV weiter fortbestehen kann und zum anderen bei einer erneuten Bewerbung des Skibergsteigens bei der BSO positiv entschieden wird.
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