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Iris Kürschner und Dieter Haas auf der gta |
Die beiden Journalisten, Fotografen und Outdoorspezialisten Iris Kürschner und Dieter Haas sind am 10.Juli am Schweizer Nufenenpass gestartet, um der gta, der Grande Traversata delle Alpi, ohne Unterbrechung bis ans Mittelmeer zu folgen. Auf facebook berichten sie über ihre Abenteuer und Begegnungen:
http://www.facebook.com/gta.trek
Mit ihrem Marsch möchten sie auf ein brisantes Alpenschutz-Thema aufmerksam machen: Wir hoffen, dass unsere Begeisterung für die gta möglichst viele Wanderfreunde teilen, damit der wilde Westen der Alpen nicht zur menschenleeren Einöde verkommt. Wir wollen mit unserer Aktion aber auch zum Umdenken anregen. Das fängt schon im Alltag mit Kleinigkeiten an, die aber Großes bewirken können, wie beispielsweise überlegter Umgang mit Ressourcen, überlegter Einsatz des eigenen Autos, öfters einmal auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zurückgreifen. Große Bedeutung kommt dem Einkauf lokaler Produkte zu: Ob Milchprodukte, Eier, Käse, Wurst- und Fleischwaren, Gemüse oder Früchte direkt vom Markt oder Bauern, das schmeckt nicht nur besser, es ist oftmals sogar billiger, denn Zwischenhändler und weite Transportwege sind ausgeschaltet, das Geld fließt direkt dem Erzeuger zu. Qualität statt der Quantität, die immer mehr Täler mit Einkaufshallen zupflastert und der Landwirtschaft bald kein Platz mehr lässt.
Wer eine Landschaft in Gehgeschwindigkeit durchstreift, sie sieht und hört, riecht und fühlt, dem werden viele Zusammenhänge klar. Unterwegs sein auf der gta wirkt wie eine Kur auf Körper, Geist und Seele. Fortbewegung mit Nachhaltigkeit!
Die Grande Traversata delle Alpi ist eine der abenteuerlichsten Alpendurchquerungen, da
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Einsame Bergwelt im Piemont |
sie nur schwer zugängliche, von der Entvölkerung am meisten betroffene Alpentäler berührt. Vom Schweizer Nufenenpass, dem Übergang vom Wallis ins Tessin, geht es mit gewaltiger Viertausender Kulisse auf alten Saumwegen durch den italienischen Westalpenbogen bis ans Mittelmeer. Über 1000 Kilometer und rund 60.000 Höhenmeter, für die man bei normalem Wandertempo zwei Monate rechnen muss. Eine Herausforderung für Weitwanderer und noch viel mehr.
Seit der Industrialisierung kämpfen die vergessenen Alpentäler der italienischen Region Piemont mit Abwanderung und damit auch mit dem Verlust der traditionellen Bauernkultur. Der Einwohnerrückgang ist teilweise dramatisch, ganze Ortschaften verfallen zu Geisterdörfern. Wildnis rückt vor. Doch was im ersten Moment romantisch klingt, hat schwere Folgen. Bleibt die Landschaftspflege durch den Menschen aus, sind die steilen Hänge der Erosion und den Unwettern stärker ausgesetzt.
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Uriges Ambiente, bodenständige Küche |
Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, wurde im Jahre 1979 die gta ins Leben gerufen. Damit die alten Verbindungspfade zwischen den Tälern wiederbelebt werden, damit der Wandertourismus den Dorfbewohnern in den Talschlüssen wieder einen Anreiz zum Bleiben gibt. Keine Investitionen in eine neue Infrastruktur, sondern das vorhandene Historische mit sanftem Tourismus erhalten und fördern. Damit schenkt die gta dem Wanderer nicht nur einmalige Landschaftserlebnisse, sondern auch eine faszinierende kulturelle Vielfalt, von den Walsern bis zu den Waldensern, vom francoprovenzalischen bis zum okzitanischen Sprachraum, von Schmugglerdörfern bis zu königlichen Jagdschlössern, von nostalgischen Thermalbädern bis zu uralten Klöstern. Kurzum: Die gta ist ein Abenteuer mit viel Hintergrund. Ein Abenteuer, das man sich erarbeiten muss, denn täglich gilt es einen hohen Pass zu überwinden, der jedes Mal mit neuen, aufregenden Perspektiven den Schweiß des Aufstiegs vergessen lässt. Alte, oft kunstvoll in Stein gepflasterte Maultierpfade, sogenannte mulattiere bestimmen einen Großteil der Route, Kulturrelikte, die bei uns schon fast zur Geschichte gehören, wie Bogenbrücken, Mühlen, Alpkäsereien, wo der Käse noch auf dem Rücken von Mulis ins Tal gebracht wird.
