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Alpinismustagung vom 30. April bis 2. Mai in Kooperation mit der Evangelischen Akademie in Bad Boll

Knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen nach Bad Boll
Knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung des DAV gefolgt und diskutierten engagiert und konstruktiv die Konsequenzen der globalen Erwärmung für den Alpenverein als Bergsport- und Naturschutzverband, für den DAV-Hauptverein, seine Sektionen und seine Mitglieder.
 
Winfried Hermann, der Vorsitzende des Bundestags-Ausschusses Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Prof. Dr. Gerhard Berz Diplom-Meteorologe und ehemaliger Chef der GEORisikoForschung bei der Münchner Rückversicherungsgesellschaft und Dr. Bruno Abegg von der CIPRA International führten am Freitagabend ins Thema ein und gaben Überblicke über aktuelle Erkenntnisse und Ausblicke zum Klimawandel. In den vier Arbeitsgruppen „Klimawandel und Mobilität“, „Klimawandel und Alpintourismus“, „Klimawandel und DAV Infrastruktur“ und „Klimawandwandel und Natur im Alpenraum“ waren dann am Samstag nach gezielten Fach-Impulsen von Naturwissenschaftlern und Vertretern der Deutschen Bahn, von Toyota – mit beiden kooperiert der DAV - und dem DAV Summit Club die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt, Strategien und Empfehlungen für die verschiedenen Handlungsfelder zu entwickeln.
 
Vorstellung der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen
Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen, die am Sonntagmorgen auf dem Podium diskutiert wurden, verdeutlichen das große Engagement, mit dem die Teilnehmer sich in die Diskussionen einbrachten. Für die Bereiche „Klimawandel und Mobilität“, „Klimawandel und Alpintourismus“, „Klimawandel und DAV-Infrastruktur“ sowie „Klimawandel und Natur im Alpenraum“ wurde eine große Palette konkreter Vorschläge für eine zukünftige Klimastrategie des DAV erarbeitet, etwa zur Verringerung von Emissionen bei der Anreise zum Bergsport, zur verstärkten Ausbildung und Information zum Thema Klimaschutz oder bei der politischen Lobbyarbeit in Sachen Klimawandel.
 
Zum Abschluss der Veranstaltung gab Josef Klenner als Präsident des Club Arc Alpin (CAA) einen Ausblick auf die europäische Dimension des Klimaschutzes. „Es fehlt nicht an Wissen, Ideen oder dem Potenzial, sondern am Durchsetzungsvermögen beim Thema Klimawandel“, so Klenner. Gerade bei der Umsetzung der Alpenkonvention gebe es Nationen, die sich „hinter Prozessen verstecken und warten, bis etwas passiert.“ Die Alpinismustagung des DAV nahm Klenner als konkreten Auftrag für die Arbeit des CAA an: Im Juni soll in einer Sondersitzung des ständigen Ausschusses der Alpenkonvention deren Arbeit auf den Prüfstand gestellt werden. Für den CAA, der einen Beobachterstatus bei der Alpenkonvention hat, wird der Schwerpunkt auf dem Klimawandel liegen.
 
Prof. Dr. Heinz Röhle (r.) im Gespräch mit OeAV-Präsident Dr. Christian Wadsack (l.) und Moderator Volker Steinbrecher
DAV-Präsident Prof. Dr. Heinz Röhle beendete die Tagung, indem er auf die Aufgabe des DAV verwies, als „Anwalt der Bergwelt alles in seiner Macht stehende zu tun, um schädigende Einflusse vom Ökosystem Alpen fernzuhalten bzw. deren Folgen abzumildern.“ Röhle verwies darauf, dass man sich aus bergsteigerischer Sicht auf die Bewältigung der Folgen des Klimawandels konzentrieren müsse, betonte aber, dass dieser Ansatz aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive zu kurz greife. Hier ginge es darum, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen und das Prinzip der Nachhaltigkeit als oberste Richtschnur aller Aktivitäten zu verwirklichen. Der CO2-Ausstoß und damit der Klimawandel sei wirksam und effektiv nur einzudämmen, wenn sich generell das Konsumverhalten und Lebensstil der Ersten Welt, das alles andere als nachhaltig ist, ändere. Deshalb sollte auch jeder Einzelne seine Anspruchshaltung überdenken und seinen persönlichen „Ökologische Fußabdruck“ möglichst verkleinern.
 
Die Alpinismustagung hat den Handlungsauftrag aus der Berg.Schau! in Dresden 2008 aufgegriffen und die entsprechenden Beschlüsse der DAV-Hauptversammlung in Kempten 2009 fortgeführt: Es ist klar, dass der Klimaschutz ein zentrales Thema des DAV ist und bleiben wird. Im nächsten Schritt werden die Erkenntnisse und Empfehlungen aus Bad Boll zeitnah aufbereitet, um dann in die Gremien des DAV – Präsidium, Verbandsrat und Hauptversammlung – eingebracht zu werden. Die Alpinismustagung in Bad Boll stellt für den DAV eine wichtige Etappe auf dem Weg dar, seiner Verantwortung für den Klimaschutz gerecht zu werden und sinnvolle Handlungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.

 
11.05.2010, Abt. Natur- und Umweltschutz

 
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