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2012-01-09 16:30:00

Skitouren auf Pisten in Garmisch-Partenkirchen

DAV begrüßt Kompromissvorschlag der Zugspitzbahn AG

Die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG hat jetzt einen Kompromiss-vorschlag für Skitouren auf Pisten im Classic-Skigebiet vorgelegt. Demnach soll es über die bereits bestehende Aufstiegsspur am Hausberg hinaus möglich sein, im Skigebiet mit Tourenski aufzusteigen – allerdings nur außerhalb der Zeiten des Skibetriebs und nur dort, wo nicht präpariert wird. An der Olympiaabfahrt würde das Aufsteigen zusätzlich am Vormittag bis zehn Uhr möglich sein. Diesen Vorschlag begrüßen der DAV-Hauptverein und die Sektion Garmisch-Partenkirchen des DAV.

 

Der Kompromissvorschlag im Detail

  • Zeitlich unbefristet gibt es eine Aufstiegsspur ab der Talstation der Hausbergbahn über den Hausberg und das Kreuzeck bis zur Hochalm. Dieser Aufstieg ist beschildert, teilweise beschneit und präpariert. Auf ihm sind alle höher gelegenen Skitourenziele im Bereich der Alpspitze erreichbar.
  • Während des Skibetriebs für Tourengeher gesperrt sind alle Pisten, auf denen ein Aufstieg wegen der Nutzungsintensität durch Alpinskifahrer und/oder wegen Engstellen zu gefährlich ist. Eine Liste der entsprechenden Pisten wird vor Ort und über die Medien bekannt gemacht.
  • Über den Skibetrieb hinaus sind Pisten dann gesperrt, wenn sie präpariert werden. Entsprechende Hinweistafeln bringt der Skigebietsbetreiber an den Ausgangspunkten für Skitouren auf Pisten an.
  • Bei der Olympia-Abfahrt gibt es außerhalb der Ferienzeiten (Winter, Fasching, Ostern) eine Sonderregelung: Sie ist immer vormittags bis zehn Uhr für den Aufstieg geöffnet; um diese Uhrzeit müssen Tourengeher also oben angekommen sein. Anschließend ist die Piste bis zum Ende des Skibetriebs und bei Präparierung gesperrt. Beim Aufstieg während des Skibetriebs vor zehn Uhr ist es sehr wichtig, die DAV-Regeln für Skitouren auf Pisten (siehe www.alpenverein.de) zu beachten; insbesondere gilt es, am äußersten Pistenrand zu gehen. 

 

Warum der Vorschlag zu begrüßen ist

Der DAV-Hauptverein und die DAV-Sektion Garmisch-Partenkirchen können die Bedenken der Pistenbetreiber nachvollziehen: In Folge des „Skitourenbooms“ haben die Probleme im Pistenbereich zweifelsohne zugenommen. Garmisch-Partenkirchen ist davon nicht zuletzt wegen der Nähe zu München besonders betroffen. Tragfähige Lösungen, die die Interessen von Skitourengehern, Alpinskifahrern und Pistenbetreibern berücksichtigen, müssen also gefunden werden. Für den DAV ist es in diesem Zusammenhang wichtig, dass es keine pauschalen Sperrungen und Verbote gibt. In diese Richtung geht der Kompromissvorschlag der Zugspitzbahn AG: "Mit der Hausbergroute gibt es eine zeitlich unbefristete Aufstiegsroute. Die im Vorschlag beschriebenen Sperrungen sind klar definiert, nachvollziehbar und belassen den Tourengehern sämtliche vertretbaren Aufstiegsmöglichkeiten", sagt DAV-Hauptgeschäftsführer Thomas Urban. "Wir apellieren an alle Tourengeher, diesen Vorschlag zu akzeptieren. Nur im Dialog mit den Skigebietsbetreibern und den Gemeinden vor Ort wird es in Zukunft gute Lösungen für Skitouren auf Pisten geben." Auch die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen ist an einem funktionierenden Wintertourismus interessiert.

 

DAV-Aktion "Skitouren auf Pisten"

Mit solchen Vorgehensweisen hat der DAV viel Erfahrung. Seit 2003 bringt er sich im Rahmen der Aktion „Skitouren auf Pisten“ als Vermittler ein, um Konflikte zu lösen und Unfallgefahren vorzubeugen. Dazu hat der DAV zusammen mit dem Verband Deutscher Seilbahnen, dem Deutschen Skiverband, dem Bayerischen Innenministerium, dem Bayerischen Umweltministerium, der Bergwacht und dem Lawinenwarndienst die zehn „DAV-Regeln für Skitourengeher auf Skipisten" herausgegeben. Außerdem hat der DAV örtliche Gesprächsrunden initiiert, um maßgeschneiderte Lösungen herbeizuführen. Die entsprechenden Regelungen werden jährlich aktualisiert und vor Ort bekannt gegeben. Der sich abzeichnende Kompromiss in Garmisch-Partenkirchen könnte ein Beispiel für eine tragfähige Lösung in anderen, stark frequentierten Gebieten sein.

 
 

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