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Herausforderung: Nachhaltiger Wintersport

18.01.2017, 17:03 Uhr

Schneeschuhgehen & Co.: Alternative Sportarten abseits präparierter Pisten werden seit einigen Jahren immer beliebter.


Aus Mitgliederbefragungen des Deutschen Alpenvereins (DAV) geht hervor, dass allein die Zahl der Schneeschuhgeher innerhalb von zehn Jahren um mehr als das Zweieinhalbfache auf rund 220.000 aktive Sportlerinnen und Sportler im DAV gestiegen ist. Die große Herausforderung dabei ist vor allem der Wandel vom pistenzentrierten zu einem breiter gefächerten Wintertourismus: Obwohl der Wunsch nach Alternativen groß ist, sind Ideen und ein entsprechendes Angebot vielerorts noch schwer zu finden. 

 

Die Facetten alpinen Wintersports

Der alpine Wintersport besteht längst nicht mehr nur aus Ski- und Snowboardfahren. Sportarten fernab von präparierten Pisten sorgen für eine stetig wachsende Zahl von Wintertouristen, die das naturnahe Erlebnis als Alternative zum Pistenrummel sucht. Ob Schneeschuhgehen, Rodeln oder Skitouren – die Möglichkeiten sind zahlreich und können auf jedem Level ausgeübt werden. Während sich die klassischen Skigebiete davon weitestgehend unbeeindruckt geben, profitieren von dieser Entwicklung vor allem Orte am Alpenrand und solche, die sich bewusst gegen umfangreiche Erschließungen entscheiden.

 

Gute Angebote sind (noch) Mangelware

Tatsächlich ist der Umstieg auf oder der Ausbau eines breiten Angebots an sanften Wintersportarten aber nicht immer leicht. „Für naturnahe Alternativsportarten ist keine aufwändige Infrastruktur nötig, “ sagt Jens-Peter Kiel, Ressortleiter Natur- und Umweltschutz beim Deutschen Alpenverein. „Gleichwohl sind intelligente Lenkungsmaßnahmen aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Wildtiere wichtig.“ Ein Beispiel sei das Schneeschuhgehen, das insbesondere auch für alpine Anfänger attraktiv sei. Also müsse es vor Ort nicht nur geführte Touren, sondern auch leichte, ungefährliche und naturverträgliche markierte Wege zum selber Ausprobieren geben. „Der Wintertourismus steht vor riesigen Herausforderungen“, sagt Kiel. „Das Gute an der Situation jetzt: Wir spüren eine regelrechte Aufbruchsstimmung in der Tourismusbranche!“ 

 

DAV-Konzepte und Angebote für den richtigen Einstieg

Um naturverträgliche Rahmenbedingungen für sanften Wintersport abseits der Pisten in den Bayerischen Alpen kümmert sich der DAV mit der Konzeption „Skibergsteigen umweltfreundlich“ in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Umweltministerium und allen vor Ort betroffenen Organisationen seit über 20 Jahren. Naturverträgliche Ski- und Schneeschuhrouten und sensible Bereiche, die als sogenannte Wald-Wild-Schongebiete im Winter dringend gemieden werden müssen, sind seither für das Gesamtgebiet erarbeitet worden. Die Kampagne „Natürlich auf Tour“ vermittelt nun die entsprechenden regionalen Konzepte an die Tourengeherinnen und Tourengeher. 

 

Ein breites Angebot an Ausbildungskursen, geführten Schneeschuh- und Skitouren sowie Lawinenkursen finden Interessierte vor allem bei den 355 DAV-Sektionen. Dabei stehen Fachübungsleiter und Bergführer mit zahlreichen Tipps zur Seite und informieren über die nötige Technik, mögliche Routen und naturverträgliche Verhaltensweisen. Teilnehmer lernen nicht nur das Gebiet und die Lawinenlage einzuschätzen, sondern auch die jeweilige Gehtechnik und was genau naturverträglichen Wintersport eigentlich ausmacht. Die perfekte Grundlage also, um schließlich auch auf eigene Faust eine Tour zu starten. 

 

Es zählt die Vorbereitung

Wichtig ist vor allem: Die richtige Vorbereitung beginnt bereits zu Hause bei der Tourenplanung. Das digitale Tourenportal alpenvereinaktiv.com bietet über 5000 verschiedene Touren, darunter auch eine steigende Anzahl an naturverträglichen winterlichen Alternativtouren. Am Berg ist vor allem die kostenlose App ein unverzichtbarer Begleiter, denn die geplanten Touren und alle benötigten Informationen werden auch offline angezeigt. Eine informierte Routenwahl und entsprechende Kenntnisse hinsichtlich des aktuellen Lawinenlageberichts sind trotz digitalem Helfer aber unerlässlich, denn: Die Herausforderungen hinsichtlich nachhaltigem Wintersport betreffen nicht nur die Alpenvereine und Tourismusverbände, sondern jeden einzelnen Bergsportler gleichermaßen. Wo Konzepte und Routen fehlen, sind einmal mehr der gesunde Menschenverstand und eine realistische Risikoeinschätzung gefragt. 

 

Sobald es auf Tour geht, sind die 10 DAV-Tipps Sicher Schneeschuhgehen.pdf , 293 kb und die 10 DAV-Tipps Naturvertraeglicher Wintersport.pdf , 24 kb besonders hilfreich.

 

Fotos vom Schneeschuhgehen (für redaktionelle Texte frei verwendbar) finden Sie hier.

Für redaktionelle Texte frei verwendbare Fotos vom Skitourengehen gibt es unter diesem Link

 

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