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Die Delegierten stellen in Hamburg wichtige Weichen

14.11.2015, 18:51 Uhr

Die Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins ist gelaufen. Am 13. und
14. November 2015 haben rund 600 Delegierte aus 354 DAV-Sektionen engagiert debattiert und einige wegweisende Entscheidungen getroffen. Drei Bereiche sollen in den nächsten Jahren besonders forciert werden: Der Breitensport, der Spitzensport und der Natur- und Umweltschutz. In Hamburg standen außerdem Präsidiumswahlen auf dem Programm. Burgi Beste, Jürgen Epple und Rudi Erlacher sind neu in das Vizepräsidentenamt gewählt worden. Gastgeberin der Veranstaltung war die DAV-Sektion Hamburg und Niederelbe.

 

DAV stellt Weichen für die Zukunft

Alle vier Jahre steht im DAV eine ganz besondere Hauptversammlung an, bei der entscheidende Weichen für die Verbandsentwicklung gestellt werden, weil dort die Mehrjahresplanung verabschiedet wird. In Hamburg war das der Fall: Turnusgemäß ging es um die Mehrjahresplanung 2016 bis 2019. Neben einigen vor allem vereinsintern bedeutsamen Themen haben die Delegierten in diesem Zusammenhang über die sportpolitischen Schwerpunkte der Arbeit des Verbandes in den nächsten Jahren entschieden. Im Kern ging es dabei um die Frage, wie der DAV den Breiten- und den Leistungsbergsport vorantreiben soll. Der Leistungsbergsport steht dabei vor einer ganz aktuellen Herausforderung: Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird Klettern in Tokyo 2020 unter den olympischen Disziplinen sein. Ein zweiter großer Themenblock im Rahmen der Mehrjahresplanung ist der Natur- und Umweltschutz. Analog zum Sport haben die Delegierten über die Schwerpunkte der künftigen Arbeit in diesem Bereich entschieden. Der Klimaschutz und die Entwicklung nachhaltiger Tourismusformen spielen dabei die größten Rollen.

Nach sehr engagierter Debatte haben die Delegierten entschieden, dass Breitensport, Spitzensport und Umwelt- und Naturschutz in gleicher Intensität vorangetrieben werden sollen. Entsprechend wurde eine Aufstockung der Budgets in diesen Bereichen beschlossen. Man könnte also auch sagen: Der DAV gibt Gas in Sachen Sport und Naturschutz. Finanziert werden diese Maßnahmen durch eine moderate Erhöhung des sogenannten Verbandsbeitrages, d. h. der Summe, die die Sektionen pro Mitglied an den Bundesverband abführen müssen. Die Erhöhung beträgt für Vollmitglieder € 1,50, von derzeit € 27,50 auf € 29,- und wird ab 2017 wirksam. 

 

Mehr Geld für Hütten, Wege und Kletteranlagen

Eine Aufstockung der Mittel wurde auch in einem anderen Bereich beschlossen, der für den DAV von existentieller Bedeutung ist: Bei Hütten, Wegen und Kletteranlagen. Der so genannte Beihilfetopf wird pro Mitglied von 4,63 auf fünf Euro und damit um rund acht Prozent angehoben. Beim aktuellen Mitgliederstand von rund 1,1 Millionen handelt es sich immerhin um 5,5 Millionen Euro, die zukünftig pro Jahr zur Verfügung stehen. Zuwendungen aus dem Beihilfetopf müssen von den Sektionen beim Bundesverband beantragt werden. Hinter den bislang geltenden 4,63 Euro stand ein kompliziertes Rechnungsmodell, das durch die pauschalen fünf Euro abgelöst wird.

 

Drei neue Mitglieder im Präsidium

Burgi Beste vom DAV Recklinghausen, Jürgen Epple vom DAV Tuttlingen und Rudi Erlacher vom DAV Universitätssportclub München sind in Hamburg neu ins Vizepräsidentenamt gewählt worden. Das siebenköpfige DAV-Präsidium besteht damit fortan aus zwei Frauen und fünf Männern. Die bisherigen Vizepräsidenten Dr. Guido Köstermeyer, Franz-Josef van de Loo und Ludwig Wucherpfennig schieden aus dem Präsidium aus.

Burgi Beste (59) ist Leiterin einer Grundschule und lebt in Dorsten in Nordrhein-Westfalen. Seit vielen Jahren engagiert sich die lizenzierte internationale Kletter-Schiedsrichterin für die Entwicklung des Wettkampfkletterns in NRW und weit über die Region hinaus. Der Diplom-Verwaltungswirt Jürgen Epple (59) arbeitet als Rechnungsprüfer im öffentlichen Dienst. Seine Bergsportleidenschaft gilt dem alpinen Klettern, dem Klettersteig- und Skitourengehen. Beim DAV Tuttlingen war er von 2002 bis 2010 Erster Vorsitzender. Rudolf Erlacher (66) ist studierter Physiker, hat bis 2014 im IT-Management gearbeitet und befindet sich jetzt im Ruhestand. Der Skihochtourenführer arbeitete bislang im Präsidialausschuss „Natur und Umwelt“ des DAV und ist profilierter Naturschützer im alpinen Bereich.

 

DAV-Preis geht an Hans Hofmann und Juliane Wurm

Die Vergabe des DAV-Preises war eine Premiere. Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte des DAV wurde dieser Preis vergeben – und zwar in zwei Kategorien. In der Kategorie „Ehrenamt“ wurde Hans Hofmann vom DAV Garmisch-Partenkirchen geehrt. Er hat das so genannte „Klammmuseum“ am Eingang der Höllentalklamm am Fuße der Zugspitze ins Leben gerufen. In der Kategorie „Sport“ ging der Preis an Juliane Wurm vom DAV Wuppertal. Die amtierende Weltmeisterin im Bouldern und 19-fache Deutsche Meisterin in allen drei Disziplinen des Klettersports war über Jahre hinweg das Gesicht des Wettkampfkletterns in Deutschland. Nachdem sie ihre aktive Wettkampfkarriere im Sommer beendet hat, steht sie dem DAV jetzt als Jugend-Nationaltrainerin zur Verfügung. Mit dem DAV-Preis sollen Personen, Sektionen oder Gruppierungen des DAV gewürdigt werden, die sich durch außergewöhnliche Leistungen oder Maßnahmen mit Vorbildcharakter im DAV verdient gemacht haben.

 

Umweltgütesiegel geht an das Ramolhaus

Die Sektion Hamburg und Niederelbe des Deutschen Alpenvereins hat einen Grund zum Feiern: Ihr auf 3006 Metern Höhe in den Ötztaler Alpen (Österreich) gelegenes Ramolhaus erhielt im Rahmen der DAV-Hauptversammlung das Umweltgütesiegel der Alpenvereine in Deutschland, Österreich und Südtirol. Grund: Die Schutzhütte ist ein Vorbild in Sachen Umweltschutz. Insgesamt 112 von insgesamt 588 Alpenvereinshütten tragen nun dieses Siegel. Den Sektionen des Deutschen Alpenvereins gehören 326 öffentlich zugängliche Hütten, verteilt auf die Ostalpen und die Mittelgebirge in Deutschland.

 

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