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Tatort Kletterhalle: Startschuss für eine drastische Kampagne

23.11.2015, 08:10 Uhr

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Volle Stände beim Kletterhallentreffen. Foto: DAV / Thomas Bucher

 

Am 21. November traf sich das Who is Who der Kletterhallenszene in Darmstadt. Rund 350 Hallenbetreiber, Wandhersteller, Expertinnen und Experten der Branche kamen im dortigen Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins (DAV) zusammen, um sich über neue Trends, Produkte und Ideen auszutauschen. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Themen Inklusion und Sicherheit. Höhepunkt war die Präsentation eines neuen Plakates im Rahmen der „Partnercheck-Kampagne“, das in allen Kletterhallen ausgehängt werden soll.

 

Tatort Kletterhalle

Ganz neu ist die Partnercheck-Kampagne nicht – wohl aber der Stil der Ansprache an die Kletterszene: Das in Darmstadt präsentierte Plakat zeigt ein recht drastisches Motiv. „Wir wollen, dass alle Hallenkletterinnen und -kletterer unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht wird, wie wichtig der Partnercheck ist“, sagt DAV-Kletterhallenexperte Elias Hitthaler. „Denn wir wissen aus unseren Forschungen: Jeder der sechs tödlichen Unfälle in der vergangenen 15 Jahren in deutschen Kletterhallen hätte bei korrektem Partnercheck vermutlich verhindert werden können.“ Beim Partnercheck kontrollieren sich die Seilpartner gegenseitig, ob Knoten und Sicherungsgerät richtig geknüpft und eingehängt sind. Erst nach dieser Kontrolle geht es in die Senkrechte. Parallel zum Plakat mit Tatort-Motiv erscheinen zwei weitere Plakate, die zukünftig in Kletterhallen aushängen werden. Das eine zeigt die wichtigsten Regeln beim Bouldern, das andere zeigt allgemeine Verhaltensregeln in Kletterhallen. Die Regeln des Seilkletterns in Hallen gibt es schon länger. Zusammengefasst sind alle Infos zur Partnercheck-Kampagne unter www.sicher-klettern.de

 

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Inklusive Klettern

Das Klettern für Menschen mit Behinderung hat im Alltag der Kletterhallen in Deutschland inzwischen einen festen Platz. Dennoch: Viele Rahmenbedingungen sind nach wie vor unklar, viele Potenziale liegen brach. Dr. Marit Möhwald vom DAV-Bundesverband stellte in ihrem Vortrag die neue Ausbildung zum Trainer C „Klettern für Menschen mit Behinderungen“ vor. Mit dieser neuen Ausbildungslinie macht der DAV einen großen Schritt in Richtung Inklusion – und damit in eine Richtung, die er in den nächsten Jahren beim Bergsport insgesamt intensivieren will. Aus der Praxis des „Kletterns mit Handicap“ berichteten Monika Gruber und Wolfram Bleul vom DAV Frankfurt am Main: Die beiden erfahrenen Kletterer riefen vor fünf Jahren das ehrenamtliche Projekt „Klettherapie“ ins Leben. Sie und ihre inzwischen fast 30 Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben bis heute mehrere hundert Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen in die Senkrechte gebracht. Wie viel Engagement und Freude dabei für alle Beteiligten im Spiel war, konnte das Darmstädter Publikum in eindrucksvollen Videos nachvollziehen.

 

Das Leben in der Hand

Vielbeachtet im Vortragsprogramm war wie in den Jahren zuvor der Beitrag der DAV-Sicherheitsforschung. In seinen Ausführungen analysierte Christoph Hummel das Unfallgeschehen in deutschen Kletterhallen in den zurückliegenden drei Jahren. „Bei den schweren Unfällen taucht – neben Kapitalfehlern wie nicht korrekt geknüpften Knoten – immer wieder eine Ursache auf: die fehlende Sicherungskompetenz.“ Daraus resultiere eine klare Botschaft: Üben, üben, üben. Und: Die Wahl des richtigen Sicherungsgeräts. Hummel: „Einsteiger und Fortgeschrittene sollten halbautomatische Sicherungsgeräte verwenden!“

 

Branchentreffen Nummer eins

Das Kletterhallentreffen fand mittlerweile zum fünften Mal statt – und zum fünften Mal im Kletterzentrum Darmstadt. „Dort haben wir ideale Räumlichkeiten, ein perfekt eingespieltes Team und die Lage mitten in Deutschland“, freut sich Chef-Organisator Elias Hitthaler. Wesentlicher Bestandteil des Treffens ist nicht nur das Vortragsprogramm, sondern auch die Branchenmesse. Rund 50 Hersteller von Kletterwänden, Klettergriffen und vielen weiteren Produkten im Umfeld von Kletterhallen stellen dort inzwischen aus – Tendenz stark steigend. In diesem Jahr kamen auch Hersteller aus den Niederlanden, Tschechien  und Finnland. Aus Österreich, Spanien, Bulgarien und Italien kommen sie ohnehin schon seit Jahren.

 

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