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Sperrung für Bergsportler im Maltatal

25.02.2017, 13:51 Uhr

Im Kärntner Maltatal wurde ein Wildschutzgebiet ausgewiesen - ausgerechnet dort, wo sich ein beliebtes Eisklettergebiet befindet. Der Österreichische Alpenverein ruft mit einer Petition zum Widerstand auf.

Jäger statt Eiskletterer?

Im hinteren Maltatal im Bereich der Kesselwände herrscht ab sofort bis ins Jahr 2020 ein striktes Betretungsverbot. Damit dürfen insbesondere die zehn beliebtesten Eiskletterrouten nicht mehr begangen werden. Der Österreichische Alpenverein sieht hierin eine „einseitige Auslegung des Jagdgesetzes, um Partikularinteressen durchzusetzen – zu Lasten von Freizeitsportlern und Erholungssuchenden“. Bei der Ausweisung von Wildschutzgebieten besteht derzeit kein Mitspracherecht für den Verein. „Was im benachbarten Seebachtal vor einem Jahr begonnen hat, passiert jetzt auch im Maltatal: Das Kärntner Jagdgesetz wird zunehmend instrumentalisiert, um (...) Erholungssuchende aus den Naturräumen des Landes zu verbannen“, so Joachim Gfreiner, Vorsitzender des Kärntner Landesverbandes im Alpenverein.

 

Nachhaltiger Tourismus nimmt Schaden

Der ÖAV betont, seine Aufgabe als Naturschtzverband auch in diesem Fall wahrzuehmen. Der Verein unterstütze generell wildökologisch sinnvolle Ruhezonen, so Gfreiner. Solche Entscheidungen sollten jedoch objektiv gefällt werden. Außerdem müssten alle betroffenen Interessensgruppen sich zu Wort melden können. In diesem Fall sieht der Verein den Schutzbedarf als fraglich an. Das Verbot betrifft außerdem nicht nur die Eiskletterer. Auch Wanderer dürfen von den ausgewiesenen Wegen im Wald nicht mehr abkommen. Das Sperrgebiet ist laut Gesetz im Winter nur noch durch „autorisierte Personen“ zu betreten. Bürgermeister Klaus Rüscher fürchtet einen Imageschaden für das Bergsteigerdorf Malta, der sich negativ auf den Tourismus der Nationalparkgemeinde auswirken könnte. Schon in diesem Winter seien die Nächtigungszahlen rückläufig.

 

Petition für frei zugängliches Maltatal

Der ÖAV hat eine Petition gestartet, um das Maltatal wieder für Bergsportler zu öffnen. Außerdem klagt der Verein ein Partei- und Beschwerderechte bei der Ausweisung von Wildschutzgebieten ein. Alle Bergsportler sind aufgerufen, ihre Stimme für ein frei zugängliches Maltatal abzugeben: www.alpenverein.at/maltatal