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Folgen des Klimawandels in Zukunft deutlich stärker

15.12.2015, 11:00 Uhr

Die Folgen des Klimawandels werden sich künftig auch in Deutschland verstärkt bemerkbar machen. Das ist das Ergebnis der so genannten Vulnerabilitätsanalyse. Und wie steht es um die Alpen?


Auch in Deutschland werden sich die Folgen des Klimawandels künftig verstärkt bemerkbar machen. Das zeigt die aktuelle Vulnerabilitätsanalyse. Sie beschreibt, was uns verletzlich macht und worauf wir uns in Zukunft vorbereiten müssen. Dabei gibt es regional sehr große Unterschiede. Im Wesentlichen handelt es sich um folgende Beeinträchtigungen:

 

  • Hitzebelastungen in Verdichtungsräumen und Schäden an Infrastruktur

 

  • Erwärmung und Sommertrockenheit beeinträchtigen die Wassernutzung

 

  • Flussüberschwemmungen und Schäden an Infrastruktur und Gebäuden

 

  • Starkregen und Sturzfluten mit Infrastrukturschäden in urbanen Räumen

 

  • Küstenschäden durch Sturmfluten und Meeresspiegelanstieg

 

  • Veränderung der Artenzusammensetzung und natürlicher Entwicklungsphasen durch Temperaturanstieg
 

Das Schadenspotenzial für Natur, Gesellschaft und Wirtschaft wird steigen. Die Folgen sind nicht abzuschätzen, betreffen aber alle Sektoren menschlichen Handelns. Im Bereich Gesundheit wird die Klimawirkung bereits heute schon als bedeutend eingeschätzt. Aber auch die Bereiche Wirtschaft, Infrastruktur sowie Umwelt werden in naher Zukunft stark vom Klimawandel betroffen sein. Vor diesem Hintergrund macht die parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter deutlich, "dass wir bis 2050 nicht nur die Dekarbonisierung erreichen, sondern Deutschland auch klimasicher machen müssen.“

 

Was bedeutet das für den Alpenraum?

Der Alpenraum ist nicht nur ein hochsensibles Ökosystem sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsraum. Beides wird in Zukunft erheblich durch den Klimawandel beeinflusst. Die Veränderungen der beiden Klimaparameter Temperatur und Niederschlag werden wie folgt prognostiziert:

 

  • Zunahme von Starkregenereignissen und Winterniederschlägen (vermehrt in Form von Regen)
  • Abnahme der Sommerniederschläge
  • Überdurchschnittliche Erwärmung
 

Diese Veränderungen wirken sich u.a. negativ auf die biologische Vielfalt und die Wasserwirtschaft bzw. den Wasserhaushalt aus. Aber auch der Tourismus, das Bauwesen, die Verkehrsinfrastruktur, sowie Industrie und Gewerbe müssen in Zukunft mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen – beispielsweise durch die Zunahme von Überschwemmungen und Sturzfluten.

 

Ausführliche Ergebnisse der Studie

„Die neue Vulnerabilitätsanalyse schätzt die zukünftigen Klimafolgen noch fundierter ab. Die Ergebnisse sind so belastbar, dass sie für die Begründung politischen Handelns nutzbar sind.“ Dennoch weiß auch Paul Becker, Vize-Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), „dass wir weiterhin Forschung brauchen“. Schließlich bildet die Studie die Grundlage für Vorsorgemaßnahmen der Bundesregierung und dient dazu, die Deutsche Strategie zur Anpassung an den Klimawandel weiterzuentwickeln.

 

Eine ausführliche Beschreibung der Ergebnisse findet sich in der Kurzfassung. In der Übersichtskarte sind die räumlichen Unterschiede der zu erwartenden Veränderungen auf einen Blick sichtbar.

 

Durchgeführt wurde die Analyse vom Netzwerk Vulnerabilität. Im Auftrag der Bundesregierung 2011 gegründet, besteht das Netzwerk heute aus 16 Bundesbehörden und -institutionen verschiedener Ressorts und einem wissenschaftlichen Konsortium. Finanziert wird das Netzwerk durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Die Koordination liegt beim Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im Umweltbundesamt (UBA).