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DAV-Bundesverband stellt CO2-Bilanz vor

06.06.2016, 14:33 Uhr

Wie viel CO2 verursacht eigentlich der DAV-Bundesverband jährlich? Und was macht der DAV mit den Ergebnissen? Lesen Sie, was die CO2-Bilanzierung des Bundesverbandes ergeben hat.


Jeder Mensch erzeugt im Laufe eines Jahres eine gewisse Menge CO2. Indem er beispielsweise heizt, kocht, zur Arbeit pendelt, mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegt, das Licht anschaltet oder sich Dinge kauft, für deren Herstellung Energie verbraucht wurde.

 

Auch beim Betrieb der drei Standorte des DAV-Bundesverbandes (Bundesgeschäftsstelle, Alpines Museum und Jugendbildungsstätte Bad Hindelang) wird jährlich CO2 freigesetzt. Dies genauer zu untersuchen und verschiedenen Verbrauchssektoren zuzuordnen war das Ziel der CO2-Bilanz im Jahr 2015. Dabei geht es dem Bundesverband vorrangig darum, selbst initiativ zu werden, Einsparungspotential aufzudecken und entsprechende Maßnahmen umzusetzen.

 

Ergebnisse der CO2-Bilanz

Eine CO2-Bilanzierung untersucht alle betriebsbedingten Materialflüsse und Aktivitäten eines Jahres. Die Untersuchung des DAV-Bundesverbandes hat dabei folgende Bereiche berücksichtigt:

 

  • Energie
    Heizung und Stromverbrauch der drei Standorte Bundesgeschäftsstelle, Alpines Museum und Jugendbildungsstätte Bad Hindelang
     

  • Geschäftsreisen
    aller Gremienmitglieder und Mitarbeiter des Bundesverbandes (inkl. Dienstwägen und Übernachtungen)
     

  • Pendelverkehr
    der Mitarbeiter der drei Standorte

 

  • Transport
    aller DAV-Shop-Produkte und sonstiger Sendungen (Panorama, Briefpost, etc.)

 

  • Material & Abfall
    Bürobedarf (Papier, IT-Equipment), Getränke und Verpflegung (z.B. für Gremiensitzungen), Abfall & Wasserverbrauch

 

  • Drucksachen
    Alle Broschüren, Poster, Tagungsbänder, Flyer sowie sonstige Druckerzeugnisse. Auch „Panorama“ ist hier berücksichtigt.

 

  • Veranstaltungen
    Alle vom DAV-Bundesverband ausgerichteten Veranstaltungen. Ausbildungskurse, Gremiensitzungen, nationale Wettkämpfe sowie Großveranstaltungen, wie z.B. die Hauptversammlung.
 

In der CO2-Bilanz des DAV-Bundesverbandes fallen die Drucksachen mit insgesamt über 2.800 t CO2 am stärksten ins Gewicht (45% an der Gesamtmenge). Eine Menge, für die es in etwa 280 ha Wald zur jährlichen CO2-Bindung braucht. Trotz der Verwendung von 100% Recyclingpapier ist dies vor allem auf die auflagenstarke Mitgliederzeitschrift „Panorama“ zurückzuführen. Weitere knapp 2.500 t CO2  machen die Veranstaltungen aus (40% an der Gesamtmenge). In diesem Fall ist die An- und Abreise der Teilnehmer mit knapp 60% der größte Faktor.

 

CO2-Bilanz Standorte

Aber auch der Betrieb der Standorte, die Anreise der Mitarbeiter oder die Dienstreisen tragen zur Gesamtmenge von jährlich 6.151 t CO2 bei. Dies wird insbesondere bei näherer Betrachtung der drei Standorte deutlich. Auch wenn sie aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen Zusammensetzung und Funktion nicht direkt vergleichbar sind. Eine Einzelbetrachtung stellt die Verbräuche hingegen sehr übersichtlich in ein Verhältnis.

 

Das Alpine Museum auf der Praterinsel bezieht aktuell zwar Grünstrom, dies jedoch noch nicht von einem reinen Ökostromanbieter. Grund dafür ist eine langfristige vertragliche Bindung mit dem lokalen Stromanbieter. Deshalb nimmt der Bereich „Energie Gebäude“ mit 86% den Löwenanteil ein. In der Jugendbildungsstätte Bad Hindelang ist der Bereich „Material und Abfall“ so dominant, weil hier die Unterbringung und Versorgung von über 21.000 Belegungstagen pro Jahr eingerechnet wird. Die energetische Sanierung der Jugendbildungsstätte 2015 spiegelt sich in der Bilanz  deutlich wider (Energie Gebäude = 3% am Gesamtverbrauch).

 

In der Bundesgeschäftsstelle sind insbesondere Pendelverkehr / Geschäftsreisen die größten Faktoren. Aufgrund der Datenlage wurden die Geschäftsreisen aller Gremienmitglieder und Mitarbeiter des Bundesverbandes gesammelt in der Bilanz der Bundesgeschäftsstelle aufgeführt.

 

Warum erstellt der DAV eine CO2-Bilanz?

Eine betriebliche CO2-Bilanzierung hat verschiedene Gründe. Vor allem geht es darum, Klimaschutz für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen greifbar zu machen und für den eigenen Verbrauch und Konsum zu sensibilisieren. Die Aufteilung nach Verbrauchssektoren schafft dabei Verständnis für betriebsinterne Ressourcenverbräuche und hilft diese in ein Verhältnis zu setzen. Außerdem ermöglicht die Zusammenstellung die Suche nach Einspar- und Verbesserungsmöglichkeiten. Auf dem Weg dorthin, liefern die Ergebnisse die notwendige Entscheidungsgrundlage. Beispiel dafür, ist der bevorstehende Umzug der DAV-Bundesgeschäftsstelle. Mit dem neuen Standort können bei entsprechender Ausstattung Verbrauchseinsparungen im Vergleich zum bisherigen Standort umgesetzt werden.

 

Auch vor dem Hintergrund des laufenden Projekts „Klimafreundlicher Bergsport“ ist eine solche Zusammenstellung naheliegend. So unterstützt der DAV nicht nur Sektionen beim Klimaschutz sondern nimmt auch die eigenen Prozesse und Aktivitäten genauer unter die Lupe.

 

Was passiert mit den Ergebnissen?

So wurden nach Abschluss der CO2-Bilanzierung Ideen für konkrete Maßnahmen in zwei Workshops mit Mitarbeitern und Führungskräften zusammengetragen und diskutiert. Auf Basis dieser Ergebnisse ist ein Maßnahmenkatalog entstanden, der nun schrittweise umgesetzt werden soll. Dabei geht es beispielsweise um Themen wie digitales Publizieren, klimafreundliche Veranstaltungsplanung oder umweltfreundlicher Betrieb der Standorte. Ganz aktuelles Beispiel für Klimaschutzmaßnahmen ist das neue Format der DAV-Panorama. Seit dem Heft 1/2016 ist das Format ein Zentimeter weniger hoch und einen halben weniger breit. Das spart in etwa 35 Tonnen Papier pro Jahr.

 

Neben konkreten Handlungsideen haben die beiden Workshops außerdem gezeigt: Mitarbeiter und Führungskräfte sind motiviert. Nun gilt es diesen Schwung zu nutzen und Klimaschutz in allen Bereichen konsequent umzusetzen. Die Bilanzierung ist so gesehen ein erster Schritt in Richtung des langfristigen Ziels einer verbandsübergreifenden Klimastrategie.

 

Was genau berücksichtigt eine CO2-Bilanz?

Eine CO2-Bilanz ist die Auflistung aller treibhausgasrelevanten Materialflüsse, Verbräuche und Aktivitäten eines Jahres. Neben Kohlenstoffdioxid (CO2) gibt es eine Reihe weiterer sogenannter klimawirksamer Treibhausgase, die zum Treibhauseffekt und zum globalen Klimawandel beitragen. Um die gemeinsame Wirkung aller relevanten Treibhausgase beschreiben zu können, wird das Treibhauspotential dieser Emissionen auf einen gemeinsamen Vergleichswert bezogen. CO2 ist dabei die Vergleichsgrundlage, weshalb das Treibhauspotential eines Gases in Tonnen CO2-Äquivalenten ausgedrückt wird. Für jedes Gas wird also die Menge an CO2 berechnet, die nötig wäre, um die gleiche Klimawirkung des jeweiligen Gases zu erzeugen.

 

Ein Beispiel:

1 kg Methan (CH4), beispielsweise, besitzt das gleiche Treibhauspotential wie 25 kg CO2. Das bedeutet, Methan hat eine 25-fach stärkere Treibhauswirkung als die gleiche Menge CO2. In CO2-Äquivalenten drückt sich dies wie folgt aus: 1 kg CH4 = 25 kg CO2-eq.

 

Wer seine persönliche oder betriebsinterne Klimabilanz selbst berechnen oder in Relation zum deutschen Durchschnittsverbrauch setzen möchte, kann dies mithilfe diverser frei und kostenlos verfügbarer, webbasierter CO2-Rechner tun. Ein verlässlicher, weit verbreiteter und sehr empfehlenswerter CO2-Rechner ist von der gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes mbH (klimAktiv) entwickelt und u.a. vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), dem Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg, dem Bayerisches Landesamt für Umwelt und dem Umweltbundesamt unterstützt worden.