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Klimafreundlicher Lebensstil - spielerisch erlernt

11.02.2016, 10:03 Uhr

Wenn wir die Pariser Klimaschutzziele erreichen möchten, müssen wir unseren Lebensstil ändern. Ob und wie das funktioniert, testen 70 Haushalte in den Alpen im Projekt „100max".


Unter dem Motto „ein guter Tag hat 100 Punkte“ probieren Familien und Wohngemeinschaften in 70 Haushalten aus Städten und Gemeinden der sieben Alpenländer aus, ob und wie sie mit 6,8 Kilogramm CO2 am Tag auskommen. Das ist die maximale Menge CO2, die jeder Mensch am Tag ausstoßen darf, wenn sich unser Klima nicht um mehr als zwei Grad erwärmen soll. Dabei bezieht sich das internationale Projekt auf die im Dezember 2015 auf der Weltklimakonferenz in Paris beschlossenen und unter allen 195 Mitgliedsstaaten vertraglich festgehaltenen Klimaziele.

 

Der klimafreundliche Lebensstil

Wie ein klimafreundlicher Lebensstil aussieht, das testen je 15 Haushalte in den Städten Idrija (Slowenien), Annecy (Frankreich), Meran (Italien), Sonthofen / Bad Hindelang (Deutschland), Gemeinde Schaan (Liechtenstein), Kummenberg-region (Österreich) und Entlebuch (Schweiz). Ansatzpunkte gibt es genügend, denn unser Lebensstil erzeugt direkt und indirekt CO2.

 

Wir essen, wir kaufen Kleider, wir wohnen in Häusern oder Wohnungen, die wir im Winter heizen, im Sommer kühlen und abends beleuchten, wir sind mit dem Zug, Bus oder Auto unterwegs. Doch wie verändert sich unser Lebensstil, wenn wir am Tag nur 6,8 kg CO2 verbrauchen dürfen? Die derzeitigen 30 kg CO2 (= 450 Punkte) pro Tag machen deutlich, wie groß der Nachholbedarf ist. Aktuell leben wir weit über dem verträglichen Maß. Im Projekt geht es darum, Alternativen zum täglichen Handeln zu testen. Die Heizung ein Grad absenken, biologisch produzierten Kaffee trinken, mit dem Rad zur Arbeit fahren, Strom sparen und viele andere Dinge.

 

100max: Das Alpenspiel zum Klimaschutz

 

Das Bewusstsein soll geschärft werden

Von der internationalen Alpenschutzkommission CIPRA begleitet und vom Deutschen Bundesumweltministerium finanziert, dokumentieren die teilnehmenden Haushalte während je einer Woche im März und Juni alles, was sie konsumieren, was sie anziehen und wie sie sich fortbewegen. Auf www.100max.org lässt sich nachschauen, wie es den rund 70 anderen Haushalten in Frankreich, Slowenien oder in der Schweiz ergeht, wie und wo Punkte eingespart werden können. Ziel des Projekts ist es, die eigenen Konsumgewohnheiten zu reflektieren und einen nachhaltigen Lebensstil auszuprobieren. «Wir wollen das Bewusstsein dafür schärfen, dass es für einen effektiven Klimaschutz politische Rahmenbedingungen und zugleich das Engagement jedes Einzelnen braucht», so Claire Simon, Geschäftsführerin von CIPRA International.

 

Ergebnisse auf der Alpenwoche in Grassau

Zum Abschluss des Projekts treffen sich Delegationen aus allen teilnehmenden Gemeinden im Oktober 2016 bei der Alpenwoche in Grassau, Deutschland. Dort findet die Konferenz der Umweltminister der sieben Alpenstaaten statt, auf der die Weichen für die mittelfristige Zusammenarbeit zwischen Italien, Österreich, Deutschland, Frankreich, Slowenien, Liechtenstein und der Schweiz in der nachhaltigen Entwicklung gestellt werden. Die Erfahrungen aus 100max werden bei der Alpenwoche den Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen vorgestellt.