News

2012-07-06 10:53:00

DAV-Akademie-Kurs zum Klimawandel in den Ötztaler Alpen

Heiß erwischt

Ende Juni 2012: Mit knapp 38° C gab es Hitzerekorde an österreichischen Wetterstationen, die Nullgradgrenze stieg zeitweise bis gegen 4500 Meter an. War das „nur“ ein extrem heißes Wochenende oder vielleicht der Vorgeschmack auf „normales“ mitteleuropäisches Sommerwetter in der Zukunft? Leider geben die langfristigen Prognosen Anlass zur Sorge, denn die globale Klimaerwärmung schreitet ungebremst voran, trockene heiße Sommer und mildere Winter mit mehr Regen als Schneefall sind in den Alpen zu erwarten.
 
Für den Kurs „Klimawandel – Auswirkungen auf die Bergwelt und den Bergsport“ aus dem DAV-Akademie-Programm, der an jenem Wochenende in den hinteren Ötztaler Alpen stattfand, hätte die Wetterkulisse indes nicht drastischer sein können: Reißende Gletscherbäche, wenige butterweiche Schneefelder, schuttbedeckte Eisreste im Vorfeld des sichtlich zurückweichenden Hintereisferners, von denen im Minutentakt Steine und Felsen in den dreckig-schäumenden Hintereisbach polterten. Die Teilnehmer erlebten auf dem „Weg“ hinauf zur blanken Gletscherzunge hautnah, womit sich Bergsteiger bei Hochtouren zunehmend beschäftigen müssen. Örtlich wird es schwieriger, woanders aber auch leichter, denn die Fließgeschwindigkeit der Gletscher wird durch massiven Massenschwund gebremst: Schob sich das Eis eines durchschnittlichen Alpengletschers noch vor ein paar Jahrzehnten jährlich um 20 bis 30 Meter talwärts, schaffen es die Ötztaler Gletscher heute gerade mal 2 bis 3 Meter voran, was zu weniger Gletscherspalten führt. Dafür weicht das Eis in den Karen stark zurück, Randklüfte und Bergschründe reißen auf, Übergange über die Jöcher können anstrengend und gefährlich werden.

Akademiekurs Klimawandel Hochjochhospiz

 
Dr. Thomas Geist von der Universität Innsbruck und Dr. Ludwig Braun von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, den die Gruppe zufällig an einer Messstation traf, erläuterten mit viel Fachkompetenz ihre Erkenntnisse und Erfahrungen jahrelanger Forschungen an Vernagt-, Hintereis- und Kesselwandferner. Und statt Frustration oder Zukunftsangst auszulösen, gelang es den beiden begeisterten Gletscherforschern vielmehr, die Teilnehmer zu motivieren, sich mit der Thematik verstärkt auseinanderzusetzen, sich besonders bei Hochtouren den Veränderungen anzupassen - aber auch umzudenken, um schließlich selbst möglichst in allen Lebensbereichen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Untergebracht war die Gruppe im gastlichen Hochjoch-Hospiz der DAV-Sektion Berlin, das inmitten dieser drei am besten erforschten Gletscher der Ostalpen liegt und sich wie kaum eine andere Hütte zur Vermittlung des Themas eignet.
 

Theorieinheit zum Gletscherschwund

 
 
 
Das DAV-Akademie-Programm richtet sich an alle Funktionsträger (Vorstandsmitglieder, Naturschutzreferenten, Ausbildungsreferenten, Fachübungsleiter etc.) und andere Multiplikatoren der DAV-Sektionen. Der Kurs „Klimawandel – Auswirkungen auf Bergwelt und Bergsport“ wird im Sommer 2013 wieder angeboten.

 

 
 

DAV
Services

Bergwetter

schliessen
Wetterkartenbild

DAV-Fels-Info

schliessen
 

Lawinen-Lagebericht

schliessen
lawinen-lage-bericht3
Hier geht's zur Linkliste der aktuellen Lawinenlageberichte.  
mehr
 
 

Alpine Auskunft

schliessen
Schneeschuhgeher im Rofan mit Blick  ins Zillertal
Infos über aktuelle Tourenbedingungen und Beratung für Ihre Tourenplanung erhalten Sie bei der Alpinen Auskunft des DAV.  
mehr
 
 
 
Magazin des DAV
schliessen
Ausgabe 3/2013
Berliner Höhenweg
Auf Hüttentour im Zillertal
Zillertal-berliner-hoehenweg
Der Klassiker unter den Weitwanderwegen führt in acht Tagen quer durch den Naturpark Zillertaler Alpen.
mehr
 
 

Tour der Woche

oeffnen
 

Broschüren

oeffnen
 
 
 
nach oben