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DAV-Positionen zur alpinen Raumordnung

Naturschutz ist heute stark von guten und "umweltfreundlichen" Raumordnungskonzepten abhängig. Mit folgenden Positionen aus dem Grundsatzprogramm, forder der DAV die Entwicklung von integrativen Konzepten zum Erhalt der alpinen Natur und Landschaft.

Leitlinien: Alpine Raumordnung weiterentwickeln und umsetzen

Die Alpen sind durch unterschiedliche räumliche Entwicklungen geprägt. In den Haupttälern und inneralpinen Becken lebt der überwiegende Teil der Bevölkerung, wird der Großteil der Arbeitsplätze angeboten und liegt die Mehrzahl der Verkehrswege. Die Haupttäler sind außerdem die Gunsträume für die Landwirtschaft und haben zugleich eine bedeutende Funktion für den Tourismus. Im Gegensatz zu diesen strukturell begünstigten Räumen stehen die benachteiligten Gebiete. Deren historisch gewachsene Strukturen sind durch Abwanderung und Funktionsverluste wie die Schließung von Nahversorgungseinrichtungen, die Aufgabe von Schulstätten oder mangelnde Anbindungen an das öffentliche Verkehrsnetz gefährdet.

 

Parallel dazu nehmen die Nutzungsansprüche in vielen Bereichen weiterhin zu. Durch den Klimawandel steht der Alpenraum zusätzlich unter einem folgenreichen Veränderungsdruck. Aufbauend auf den Zielsetzungen der Alpenkonvention verlangen die Alpenvereine eine weitsichtige, überregionale Raumordnung, die die Natur- und Kulturgüter bewahrt und umwelt- sowie sozialverträgliche Wirtschaftsformen fördert.
Die Alpenvereine beteiligen sich aktiv an der Entwicklung und Umsetzung dieser alpinen Raumordnung. Im Einklang mit dem Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention bestehen die Alpenvereine darauf, dass keine neuen hochrangigen alpenquerenden Straßenverbindungen errichtet werden.

 

Positionen

  • Raumordnung ganzheitlich angehen: Eine übergeordnete und verpflichtende Raumplanung vernetzt die Bedürfnisse aus Tourismus, Verkehr, Sport, Kultur, Artenschutz, Berglandwirtschaft und Klima. Die Leitlinien der Protokolle der Alpenkonvention fließen genau so ein wie die rechtlichen Grundlagen von Schutzgebieten (Natura2000, FFH- und Vogelschutz, Nationalpark, Landschaftsschutzgebiete) oder EU-Bestimmungen zur Wasserrahmenrichtlinie.
  • Alpenstädte zu Zentren nachhaltiger Entwicklung machen: Die größeren Ballungszentren im Alpenraum sollen wieder verstärkte Verantwortung für die umliegende Region übernehmen und gezielt Kooperationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung aufbauen.

 

 

 

 

  • Siedlungsentwicklung lenken und Zersiedelung der Landschaft verhindern: Kommunen im Alpenraum haben durch Klimawandel und demographischen Wandel einen hohen Anpassungs- und Entwicklungsdruck. Bei Neubau soll der Flächenbedarf so gering wie möglich gehalten werden, auf die Geschlossenheit der Siedlung ist zu achten. Bauten und Siedlungen sollten städebaulich und architektonisch hochwertig in Lanschaft und Baukultur eingefügt werden.
  • Gefahrenzonen kartieren und rechtsverbindlich durchsetzen: Im Zuge des Klimawandels in den Alpen gehen auch Veränderungen in der Häufigkeit und Stärke von Naturgefahren-Ereignissen einher. Daher müssen aktuelle Gefahrenkartierungen aktualisiert werden oder ggf. neue Gefahrenzonen aufenommen werden.
 

  • Unerschlossene Räume und Wildnisgebiete raumplanerisch sichern: Größere zusammenhängende Gebiete, die weitgehend frei von technischer Infrastruktur sind, gewährleisten den Erhalt der biologischen Vielfalt. Auch bieten sie den Raum für Bergsport.
  • Belastungen reduzieren: Die Alpen haben durch ihren ökologischen Reichtum und die Vielzahl an Lebensräumen eine überregionale Bedeutung, so z.B. als "Wasserschloss" Europas. In den Alpen müssen Belastungen für natürliche Ressourcen deutlich reduziert werden.