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2016-03-13 11:00:00

Alpenverein appelliert an die Bayerische Staatsregierung

Keine Skischaukel am Riedberger Horn!

Riedberger Horn-532px

Allgäuer Skitouren-Paradeberg: Das Riedberger Horn

 

Am Riedberger Horn sollen Lifte bis in Gipfelnähe gebaut und damit zwei bestehende Skigebiete verbunden werden. Das sehen jedenfalls die Pläne der Skigebietsbetreiber vor. Demnächst wird die Bayerische Staatsregierung darüber entscheiden. Der Deutsche Alpenverein appelliert mit allem Nachdruck an die bayerische Staatsregierung, diese Pläne abzulehnen.

 

 

Wie sehen die Pläne konkret aus?

Westlich und östlich unterhalb des Riedberger Horns liegen die beiden Skigebiete Balderschwang und Grasgehren. Sie sollen mit zwei neuen Liften und einer neuen Piste verbunden werden. Einer der beiden neuen Lifte würde vollständig in der Zone C des Alpenplans liegen. Die neue Piste verliefe zu rund 50 Prozent in dieser Zone C. Derzeit gelangt man von einem zum anderen Gebiet über die Riedbergpass-Straße, die Distanz beträgt fünf Kilometer.

 

riedberger horn plaene
Grafik: Die geplante Seilbahn liegt komplett in der Alpenschutzzone C, teilweise auch die Piste.

 

Was ist das Problem?

In der Zone C des Alpenplans dürfen keine technischen Erschließungen stattfinden. Der Alpenplan ist ein international anerkanntes landesplanerisches Instrument. Es bewahrt die bayerischen Alpen seit 44 Jahren vor Übererschließungen. Auch Aufgrund des Alpenplanes haben die bayerischen Berge ihren ursprünglichen Charakter bis heute bewahrt. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass es Alpenregionen gibt, bei denen die Landschaft wirtschaftlichen Interessen sehr viel mehr untergeordnet wird - mit fatalen Folgen für die Natur und das Landschaftsbild.

Keine Geringere als die Bayerische Staatsregierung hat den Alpenplan 1972 ins Leben gerufen. Damals drohten Seilbahnerschließungen an einigen prominenten Bergen - etwa am Watzmann oder an der Alpspitze (Wetterstein). Und am Riedberger Horn. Es wäre fatal, wenn ausgerechnet dort jetzt der Alpenplan ausgehebelt werden würde. Ein Präzedenzfall wäre geschaffen, der unabsehbare Folgen für die gesamten bayerischen Alpen haben könnte.

Gefährdet sind insbesondere die seltenen Birkhühner: Die Region um das Riedberger Horn ist nicht nur Heimat, sondern auch ein wichtiges Quellgebiet der vom Aussterben bedrohten Tiere.

 

 

skitour riedberger horn
Das Riedberger Horn ist beliebt bei Skitourengehern, Foto: DAV

Welche Alternativen gibt es?

Die Region am Riedberger Horn braucht nach Überzeugung des DAV keine Skischaukel. Obermaiselstein und Balderschwang haben längst bewiesen, dass sie mit der bestehenden Seilbahn-Infrastruktur und einem breit gefächerten touristischen Angebot sowohl im Sommer als auch im Winter sehr erfolgreich sind. Eine besondere Bedeutung hat dabei das äußerst beliebte Riedberger Horn. Die Möglichkeiten für Urlauber wie Einheimische reichen dort vom Wandern über Schneeschuhgehen bis hin zu Skitouren. All diese Aktivitäten leben von einer unberührten Landschaft - und nicht von einer Skischaukel. Mit der Erschließung würde die Attraktivität der Region nicht erhöht, sondern vermindert werden.

 

Wer entscheidet wann?

Der Ball liegt derzeit bei der Bayerischen Staatsregierung. Gemäß Landesplanungsgesetz müssen bei einem Zielabweichungsverfahren alle betroffenen Ministerien beteiligt werden. Im aktuellen Fall sind dies das Umweltministerium, das Landwirtschaftsministerium und das Finanz- und Heimatministerium. Während Ulrike Scharf als Umweltministerin das Erschließungsvorhaben strikt ablehnt, hat Finanzminister Söder immer wieder die Hoffnung genährt, dass die Skischaukel doch noch kommen könnte. In den nächsten Tagen muss die bayerische Staatsregierung entscheiden.

 

Die Naturschutzverbände sind gegen die Erschließungspläne

 

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