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Vorsicht Rutschgefahr: Schneefelder

27.03.2017, 11:02 Uhr

Die Bergwandersaison steht in den Startlöchern. Doch aufgepasst: Bis in den Frühsommer können vor allem nordseitige Wege oberhalb der Waldgrenze von Schneefeldern bedeckt sein. Bergwanderer sollten besonders vorsichtig sein.

„Untersuchungen haben gezeigt, dass rutschende Bergsteiger auf einem harten, 40 Grad steilen Firnfeld schon nach wenigen Metern annähernd dieselbe Geschwindigkeit erreichen wie im freien Fall“, so Stefan Winter, Ressortleiter Breitenbergsport beim DAV. Jedes Jahr kommt es zu Unfällen, weil die Gefahren unterschätzt werden - sogar von erfahrenen Bergwanderern. Der beste Weg führt an einem Schneefeld vorbei und nicht darüber. Ist das nicht auf sicherem Wege möglich, muss das Verhalten angepasst werden.

 

Wie sollte man Schneefelder begehen?

Um die Gefahr gering zu halten, sollte schon bei der Tourenplanung die Exposition berücksichtigt werden. Bei nordseitigen Wegen müssen Bergwanderer ihre Ausrüstung anpassen. Handschuhe sind notwendig, um Verletzungen an den scharfkantigen Eiskristallen vorzubeugen. Sofern vorhanden, sollten auch Grödel oder leichte Steigeisen mit ins Gepäck.

Wollen Bergwanderer ein Schneefeld begehen, sollten sie zunächst darauf achten, dass die obere Schneedecke aufgeweicht ist. Nur dann kann man mit dem Bergschuh einen Tritt in den Schnee hacken. Stellt sich bereits bei den ersten Schritten heraus, dass die Tritte nicht sicher sind, sollte man nicht weiter gehen. Wenn die entsprechende Ausrüstung fehlt und auch die Erfahrung für das Queren von Schneefeldern nicht vorhanden ist, sollten Bergsteiger kein waghalsiges Ausweichmanöver eingehen und umkehren. Auf durchgefrorenen Altschneefeldern müssen unbedingt Steigeisen und Pickel benutzt werden. Da reichen normale Wanderstöcke nicht aus: Sie können das Begehen von Schneefeldern zwar erleichtern. Kommt man ins Rutschen, geben sie allerdings keine Sicherheit. Weitere Gefahren drohen an den Rändern von Schneefeldern. Sind diese aufgeweicht, kann man einbrechen und sich den Knöchel oder Unterschenkel verletzen.

Was tun, wenn man rutscht? Bergwanderer sollten sich gleich in die Bauchlage drehen und in die Liegestützposition drücken. Nur so ist es möglich, abzubremsen.