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Kletterklassiker in den Dolomiten

Mach mal "Pause" - Wo Wortgewalt auf harten Dolomit trifft, da bewegt man sich auf Touren aus dem legendären Buch "Im extremen Fels" in den schönsten Wänden der "bleichen Berge".

Infos von Ralf Gantzhorn

 

Anreise: Die Ausgangspunkte mit Bahn und Bus zu erreichen, ist eine komplizierte Aufgabe, ein früher Start ist mit „Öffentlichen“ nur in Ausnahmefällen möglich. Einfacher geht’s per Auto; je nach Gebiet fährt man von der Etschtal-Autobahn über Brixen und Pustertal an oder man nimmt die Ausfahrt Klausen zum Grödnertal; die südlichen Gebiete erreicht man auch von Bozen-Nord.

 

Beste Zeit: Juli bis September.

 

Literatur:

  • Walter Pause/Jürgen Winkler: Im extremen Fels, BLV 1977 (2. Auflage). Der Klassiker – nur noch antiquarisch zu bekommen
  • Christoph Klein/Jürgen Winkler: Im extremen Fels, Panico Alpin Verlag 2015. Überarbeitete und angepasste Neuauflage.
  • Ralf Gantzhorn/Christoph Willumeit: Dolomiten, Bergverlag Rother 2014. Bildband mit Topos, auch von diversen „Pausetouren“

 

Karten: Am besten sind die von Tabacco im Maßstab 1:25.000. Diverse Blätter.

 

Information: Touristeninformationen – auch mit Vermittlung lokaler Bergführer – finden sich in jedem noch so kleinen Dorf.

 

Bergführer (von Deutschland aus, Beispiel): Mountain Elements GmbH, Michael Stacheder/Benno Keill, Lindenstr. 5, 83043 Bad Aibling, Tel: 08061/349 80 42, www.mountain-elements.com

 

 

Hütten

  • Rifugio Falier (2080 m), 1 ½-2 Std. von Malga Ciapela
  • Rifugio Velo della Madonna (2358 m), 3 Std. von San Martino di Castrozza
  • Rifugio Pradidali (2278 m), 3 Std. vom Parkplatz bei Fiera di Primiero
  • Rifugio Vazzoler (1725 m), 1 ½ Sd. von der Capanna Trieste
  • Rifugio Bosconero (1457 m), 2 Std. ab Stausee Pontesei über Forno di Zoldo
  • Heiligkreuzhospiz (2045 m), Sessellift von St. Leonhard im Gadertal
  • Rifugio Scotoni (1985 m), 30 Min. vom Parkplatz Capanna Alpina
  • Rifugio Dibona (2083) über Cortina, per Auto erreichbar
  • Rifugio Auronzo (2330 m), per Mautstraße erreichbar
 

Touren (Auswahl)

  • Piz Ciavazes (2828 m), Südwand: Große Micheluzzi (250 m, 12 SL, VI)
  • 15 Minuten Zustieg vom Parkplatz an der Sellajochstraße, 3-4 Std. für die Route, 1 ½ Std. Abstieg. Heutzutage wird nur der untere Teil bis zum Gamsband geklettert, oberhalb – eigentlich gehört’s dazu – wird’s zumeist feucht und wenig lohnend (weitere 6 SL). Herzstück ist der grandiose Quergang! Aufgrund ihrer Popularität ist der Fels in den ersten Seillängen „specktakulär“. Gut für Einsteiger ins Extrempause-Geschäft.
  • Marmolada (3390 m), Südwand: Vinatzer-Messner (800 m, 34 SL, VII)
  • 1 Std. Zustieg von der Falierhütte, 10-12 Std. für die Route, ¼ Std. Abstieg zur Seilbahn. Großes alpines Tennis und viel Spürsinn von Herrn Messner, der die obere Wandhälfte solo erstbeging (als Ausstiegsvariante zur Vinatzer-Route).
  • Sass Maor (2812 m), Ostwand: „Biasin“ (600 m, 15 SL, VII+ und A1)
  • 2 Std. Zustieg vom Rifugio Velo della Madonna, 8 Std. Kletterzeit, 2 Std. Abstieg. Die „feste“ Alternative zur „Solleder“ (sprich: vom Fels her besser als die eigentliche Pauseroute) – eine der luftigsten Routen der Dolomiten.
  • Cima Canali (ca. 2900 m), Westwand: Buhlriss (600 m, 12 SL, VI oder V+/A0)
  • ¾ Std. Zustieg vom Rifugio Pradidali, 6-7 Std. für den Riss, 2-3 Std. Rückweg (über den Gipfel). Entgegen dem Namen keine Rissrampferei, sondern elegante Kletterei.
  • Torre Venezia (ca. 2337 m), Südwand: Tissi (ca. 500 m, 15 SL, VI oder V+/A0)
  • ½ Std. Zustieg vom Rifugio Vazzoler, 6-7 Std. für die Wand, 2 Std. Abstieg; Wunderschöne Wandkletterei in sonniger Lage mit langem Quergang in Wandmitte.
  • Torre Trieste (2458 m), Südwand: „Carlesso-Sandri“ (800 m, ca. 24 SL, VIII+ oder VII/A0 oder VI/A2)
  • 1 Std. Zustieg vom Rifugio Vazzoler, 10-12 Std. Kletterei, 3-5 Std. Abstieg. Anstrengende und anhaltend schwere Klettertour, die wahrscheinlich schwerste Tour im alten „Pause“.
  • Rochetta Alta di Bosconero (2412 m), Nordwand: „Navasa“ (550 m, 16 SL, VII- oder VI-/A0)
  • ¾ Std. Zustieg vom Rifugio Bosconero, 7-8 Std. Kletterei, 1 ½-2 Std. Abstieg (ohne Gipfel). Tolle Kletterei mit eindrücklichen Kletterstellen.
  • Heiligkreuzkofel (2825 m), Westwand: „Mittelpfeiler“ (220 m (Mayerl) + 300 m (Pfeiler), 13 SL, VIII- oder VI+/A0)
  • 1 ½ Std. Zustieg vom Heiligkreuzhospiz, 8 Std. für die Wand, 2 Std. Rückweg. Eine der besten Touren von Reinhold Messner, denkmalwürdig. Zustieg am besten über die Mayerl-Verschneidung, dann rüberqueren zum Pfeiler.
  • Cima Scotoni (2876 m), Südwestwand: „Lacedelli“ (500 m, ca. 15 SL, VIII oder VI/A0)
  • ¾ Std. Zustieg vom Rifugio Scotoni, 7-8 Std. Kletterei, 1 ½ Std. Abstieg. Farbenfrohe Traumtour mit Kriecheinlage.
  • Tofana di Rozes (Pfeilerkopf, 2820 m), Südwand: „Pilastro“ (550 m, 16 SL, VII+ oder VI+/A0)
  • ¾ Std. Zustieg vom Rifugio Dibona, 7-8 Std. Kletterei, 1 ½-2 Std. Abstieg vom Pfeilerkopf. Die eigentliche Schlüsselstelle sind nicht die beiden Dächer!!!!
  • Punta Fiames (2297 m), Südostkante (500 m, 15 SL, V+)
  • 2 Std. Zustieg vom Krankenhaus in Cortina, 4-5 Std. für die Kante, 1 ½ Std. Rückweg. Eine der leichtesten „Pauseouren“.
  • Westliche Zinne (2973 m), Nordwand: „Cassin“ (550 m, 16 SL, VIII- oder VI+/A0)
  • ¾ Std. Zustieg vom Rifugio Auronzo, 6-7 Std. Kletterei, 2 Std. Abstieg. Einer der luftigsten Quergänge der Dolomiten!
  • Kleine Zinne (2856 m), Südkante „Gelbe Kante“ (450 m, 14 SL, VI)
  • ¾ Std. Zustieg vom Rifugio Auronzo, 4-5 Std. Kletterei, 2 Std. Abstieg. Schauklettern an einer eindrücklichen Kante, meistens aber rechts oder links davon.