Fragen an Günther Grausam
"Die Medaille in Arco hat mich sehr motiviert"
Du hast ja bereits eine beachtliche Liste mit sportlichen Erfolgen – vor allem im Radsport. Haben sich deine sportlichen Prioritäten durch die Silbermedaille in Arco stärker in Richtung Sportklettern verschoben?
Natürlich hat mich die Medaille in Arco sehr motiviert und ich werde, falls es in Zukunft mehr Wettkämpfe für Kletterer mit Handicap gibt, den Focus stärker auf das Sportklettern legen. Falls wir 2012 wieder bei der Kletter WM in Paris dabei sein dürfen, würde ich mich auf alle Fälle gezielt vorbereiten und wieder einen Podiumsplatz anvisieren.
Wie fällt deine persönliche Bilanz zur 1. Paraclimbing WM aus?
Sehr positiv. Auch, wenn das Paraclimbing noch absolut am Anfang steht. Sehr wichtig ist es jedoch, das Wettkampfgeschehen für den Zuschauer noch interessanter und durchschauba-rer zu machen. Es sollte nicht zu einer Art Demoklettern von Behinderten verkommen, sondern richtiger Leistungssport werden. In den Ländern, wo es schon länger Wettkämpfe gibt, ist zumindest eine gewisse Struktur und Vertrautheit mit dem Behindertensport erkennbar. Das gibt es so in Deutschland leider „noch“ nicht. Der DAV ist jedoch sehr aufgeschlossen und bemüht, das Paraclimbing in Zukunft voran zu treiben. Sollte das Paraclimbing professioneller werden, sollten unbedingt auch nationale Wettkämpfe für Behinderte im Rahmen von bereits bestehenden „normalen“ Veranstaltungen integriert werden, genau wie bei der WM.
Wie hast du dich auf die WM vorbereitet? Hast du dein Training verändert bzw. spezialisiert?
Normalerweise gehe ich regelmäßig 1-2 Mal pro Woche klettern. Als ich wusste, dass ich bei der WM starten darf, bin ich in den letzten drei Monaten 3-4 Mal pro Woche geklettert. Dann jedoch gezielter und härter und ab diesem Zeitpunkt auch erst ohne Prothese. Das Klettern mit Prothese ist für einseitig Unterschenkelamputierte aus mir nicht erklärlichen Gründen im Wettkampf leider verboten. Das sollte man vielleicht auch noch mal überdenken.





