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2015-02-04 14:19:00

Lawinenunfälle am Feldberg

Lawinen im Mittelgebirge – wird die Gefahr unterschätzt?

Herzogenhorn-Nordosthang

Der Nordosthang des Herzogenhorns ist nach starten Schneefällen und Winverfrachtungen sehr lawinengefährdet. Im Hintergrund der Feldberg. Foto: Manfred Sailer

 

Am 31. Januar sind im Hochschwarzwald durch Lawinenabgänge zwei Skitourengeher tödlich verunglückt. Ein 20-jähriger wurde am Feldberg von einer Lawine verschüttet. Am benachbarten Herzogenhorn wurde eine 58 Jahre alte Frau von einer Lawine erfasst. Die Verunglückten konnten von der Bergwacht Schwarzwald erst nach knapp zwei Stunden aus den Schneemassen befreit werden. Die beiden Verunfallten erlagen am Abend im Krankenhaus ihren Verletzungen.

 

„Die überraschenden Ereignisse machen auch darauf aufmerksam, dass die Lawinengefahr in den Mittelgebirgen oft unterschätzt wird“, so Thomas Bucher, Pressesprecher des DAV. Durch die geringere Höhe und den größeren Anteil dicht bewaldeter Flächen sind Lawinenabgänge in den Mittelgebirgen vergleichsweise seltener als in den Alpen. Allerdings kann dies leicht darüber hinwegtäuschen, dass in einigen Gebieten nach starken Schneefällen und -verfrachtungen die Lawinengefahr schnell kritisch wird. In der Nacht zum Freitag hatte es am Feldberg mit Windeinfluss 30 Zentimeter Neuschnee gegeben.

 

 

Mit-Schneeschuh-und-Snowboard-am-Herzogenhorn
Mit Schneeschuh und Snowboard am Herzogenhorn, Foto: Heiko Wiening
Beliebtes Skitourengebiet

Das Gebiet um den Feldberg, in dem sich die höchsten Gipfel des Schwarzwalds befinden, ist ein beliebtes Skitourengelände. Aus Gründen des Wald- und Wildschutzes wurden einige Sperrzonen eingerichtet, die der DAV gemeinsam mit dem Naturschutzzentrum Feldberg festgelegt und beschildert hat. Die Region gilt bei entsprechenden Verhältnissen jedoch als sehr lawinengefährdet. Hier kam es in den letzten Jahrzehnten immer wieder zu Unfällen, teilweise mit tödlichem Ausgang.

 

Insbesondere bilden sich an den windabgeneigten Hängen nach starken Schneefällen und Westwinden Wechten, die abbrechen und dann abrutschen können. So weist auch die DAV-Sektion Freiburg darauf hin, dass Tourengeher, Variantenfahrer und Schneeschuhwanderer sich in der Beurteilung der Lawinengefahr auskennen müssen und die gängige Notfall-Ausrüstung bestehend aus LVS-Gerät, Sonde und Schaufel immer dabei haben sollten.

 

 

Kein Lawinenlagebericht für die Mittelgebirge

„Ein großes Problem ist, dass es für die Mittelgebirge und insbesondere für den Schwarzwald keinen Lawinenlagebericht gibt“, so Stefan Winter, Ressortleiter Breitenbergsport beim DAV. In den Alpen übernehmen diese Aufgabe unterschiedliche regionale Lawinenwarndienste, die unter der Woche täglich die Lawinenwarnstufe ausweisen und die bestehenden Gefahrensituationen beschreiben. „Um den Lawinenlagebericht richtig interpretieren zu können, benötigt man jedoch spezielles Wissen“, sagt Winter. Und gerade dort, wo kein Bericht hinzugezogen werden kann, müssen Skitouren- und Schneeschuhgeher fundierte Kenntnisse über Wetter, Schneedeckenaufbau und Geländeformationen mitbringen. Bereits bei der Tourenplanung sollten alle Faktoren berücksichtigt werden. Konkrete Gefahrenstellen müssen dann auf der Tour kompetent beurteilt und die Route entsprechend angepasst werden. Diese Fertigkeiten und den Umgang mit der Lawinen-Sicherheitsausrüstung vermitteln unter anderem die Kurse bei den Sektionen des Deutschen Alpenvereins.

 

Einen Überblick bietet die „DAV Checkliste Lawinen“

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