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Los geht's - Der neue DAV Expedkader der Herren endlich am Zug

Erste Hilfe, Bergrettung und Klassiker in den Dolomiten

14.10.2016, 22:04 Uhr

Die Mädels waren auf Expedition, wir Jungs starteten mit unserer ersten Maßnahme im neuen Kaderturnus. Besser konnte es eigentlich nicht sein.

 

Doch, es könnte viel besser sein! Normalerweise hätten wir unseren ersten Abend auf einer Berghütte oder im Biwak verbracht. Wir verbringen unseren ersten Abend auf der Trauerfeier für Lorenz. Drei Worte setzen sich durch: Scheiße, Scheiße und nochmal Scheiße.

 

Bouldern im Wärthl-Keller

Am nächsten Tag steht die obligatorische Leistungsdiagnostik im Sportklinikum Bamberg an. Drei Stunden hindüsen, um festzustellen, dass wir bei der Terminplanung vergessen wurden. Wir ärgern uns, aber gleichzeitig ist in diesen Tagen sowieso alles relativ.

 

Also düsen wir wieder zurück nach München und starten unseren eigenen Leistungstest im berüchtigten Boulderkeller von Familie Wärthl. Fazit: Ganze Mannschaft durchgefallen. Eins zu null für Michi!

 

Donnerstag und Freitag verbringen wir zusammen mit Michi und Expeditionsartzt Ulli Steiner auf dem Kreuzeckhaus über Garmisch. Erste Hilfe und behelfsmäßige Bergrettung stehen auf dem Plan. Von Reanimation, über Schienen von Brüchen bis hin zur Medikamentenlehre lernen wir mega viel. Hoffentlich werden wir das Erlernte nie anwenden müssen.

 

Ausgestattet für den Ernstfall geht’s dann endlich ab in die Dolomiten. Natürlich wollen alle an die Nordwände der drei Zinnen. Es ist Ende September. Michi: „Die Tage werden kürzer, die Luft kälter und die Große Zinne ist immerhin fast 3000m hoch ... mmh ... ähh ... doch lieber Südwand.“ Eins zu eins.

 

Abends lernen wir den Local Simon Gietl kennen. Er wird uns die nächsten Tage begleiten. Simon ist ein lässiger Typ. Schon jetzt ein dickes Dankeschön an Dich Simon, dass wir so lustige und lehrreiche Tage mit Dir verbringen durften!

 

Am nächsten Tag klettern wir drei verschiedene Touren an der Cima Scotoni. Dabei waren der Klassiker „Lacedelli“ und die „Skotonata Galaktika“. Martin und Berni versuchen sich die erste Wiederholung von Simons Tour „Krieger des Lichts“ zu holen. Nach einigen Flugstunden, für die die Beiden sicherlich Bonusmeilen beantragen könnten, klettern sie nach der Hälfte der Tour auf einer anderen Linie weiter. Sie bekommen trotzdem ein dickes Lob vom Erstbegeher. Das soll was heißen!

 

Erfahrung, die sich auszahlt

 

Was machen wir als nächstes? Immer wieder kommen wir auf die Zinnen zurück. Und die Kälte? Michi lässt erst jetzt raus, dass er Taschenwärmer dabei hat. Also nichts wie los ... Erfahrung zahlt sich aus. Zwei zu eins für Michi.

 

Erste „Biwaknacht“ auf dem Parkplatz der Auronzohütte. Die Nacht ist saukalt. Zwei namentlich nicht näher genannte Teilnehmer schlafen im Auto. Am nächsten Morgen raus aus dem Schlafsack, rein in die Handschuhe und schnell loslaufen. „Solange man zittert ist die Kälte unproblematisch“, sagte uns Ulli am Anfang der Woche in Garmisch. Wir sind die einzigen Seilschaften an der Zinne. Ist ja auch klar warum...

 

Klassiker, die beeindrucken

Ein Team klettert die „Comici“ mit Direktausstieg an der Großen, das Andere die „Cassin“ mit Direkteinstieg an der Westlichen Zinne. Für einige von uns ist es das erste Mal, dass sie in diesen imposanten Wänden unterwegs sind. Beeindruckend auch, dass beide Touren vor 1940, mit entsprechend historischem Material, erstbegangen wurden.

Eine echt krasse Leistung!

 

Vielen Dank auch an Silvan Metz, der als Fotograf, für die top Bilder verantwortlich ist. Der Lehrgang auf den Punkt gebracht: Coole Trainer, super Touren, klasse Gruppe, in Gedanken an Lorenz. Wir freuen uns auf den nächsten Lehrgang im Januar 2017.

 

 

 

 

 

 

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